Gemeinnütziges Projekt: Evangelisches Johanneswerk und JVA kooperieren Inhaftierte helfen im Garten aus

Steinheim (WB/hai). Der Weg zurück in die Gesellschaft kann für langjährige Inhaftierte schwer werden. In Steinheim geht man jetzt einen ganz neuen Weg - er führt direkt in den Garten einer Seniorenanlage.

Beim Projekt »Gemeinnützige Gartenarbeit« haben lebensältere Inhaftierte der JVA Detmold Gartenarbeit für eine Einrichtung des Johanneswerks geleistet.
Beim Projekt »Gemeinnützige Gartenarbeit« haben lebensältere Inhaftierte der JVA Detmold Gartenarbeit für eine Einrichtung des Johanneswerks geleistet. Foto: Johanneswerk

Die demografische Entwicklung mache auch vor dem Strafvollzug nicht Halt. Die Justizvollzugsanstalt (JVA) Detmold setzt jetzt auf das Know-how des Evangelischen  Johanneswerkes.  Beide haben eine Kooperation ins Leben gerufen und Angebote sowie Projekte entwickelt, von denen JVA-Mitarbeitende und Inhaftierte profitieren.

Unterbringung von älteren Gefangenen

»Mit der Eröffnung unserer Lebensälteren-Abteilung 2007 mit 22 Haftplätzen waren wir die erste Anstalt, die sich gezielt der Unterbringung von älteren Gefangenen gewidmet hat«, so Joachim Riedel, Bereichsleiter der Lebensälteren-Abteilung der JVA Detmold. Das Altern im Strafvollzug mache besondere Haftbedingungen und qualifiziertes Personal notwendig. Für die  Anforderungen sei es daher erforderlich, den Mitarbeitern zusätzliche Kenntnisse zu vermitteln.

Mehrtägige Fortbildung

Die Teilnahme von neun JVA-Bediensteten an der mehrtägigen Fortbildung »Begleitung für Menschen mit Demenz« im Nachbarschaftszentrum des Helene-Schweitzer-Zentrums  Steinheim sei  ein gelungenes Beispiel für diese Zusammenarbeit. Riedel: »Durch Seminare wie dieses haben wir eine neue Sichtweise auf das Thema Demenz bekommen. Unsere Einrichtung hat davon sehr profitiert. Daher kam uns der Gedanke, dass wir etwas zurückgeben möchten und so ist das Projekt Gartenarbeit entstanden.«

Gelungene Kooperation: Udo Ellermeier (von links, Regionalgeschäftsführer Ev. Johanneswerk), Joachim Riedel (Bereichsleiter der JVA Detmold) und Claus Brandt (Haustechniker des Helene-Schweitzer-Hauses in Steinheim). Foto: Johanneswerk

Die Teilnahme am Projekt »Gemeinnützige Arbeiten für Inhaftierte« sei  freiwillig, und Inhaftierte müssten dafür Urlaub von ihrer üblichen, bezahlten Arbeit nehmen. In einer Konferenz werde dann geprüft, wer sich für das Projekt, das der Entlassungsvorbereitung diene, eignet. Das Interesse an dem Projekt sei groß und  die Motivation hoch.

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