Tour der Champions macht Station in Steinheim – viel Schauspiel für das Publikum Wrestler wollen unterhalten

Steinheim (WB). Wie bereits beim Debüt vor einem Jahr hat sich die Stadthalle wieder in einen Hexenkessel verwandelt, als Westside Xtreme Wrestling, Deutschlands größter Wrestlingverband (xWx), auf ihrer Tour der Champions durch 21 Städte in Steinheim Station machte.

Von Heinz Wilfert
 Ein Fußkick in Richtung Kopf sieht gefährlich aus. Dank der Körperbeherrschung der Kämpfer ist jede Auseinandersetzung eine große Schau, ohne große Blessuren und Verletzungen.
Ein Fußkick in Richtung Kopf sieht gefährlich aus. Dank der Körperbeherrschung der Kämpfer ist jede Auseinandersetzung eine große Schau, ohne große Blessuren und Verletzungen. Foto: Heinz Wilfert

Krachend fliegt der Körper auf die Bretter des Rings während der Kontrahent versucht, den Gegner mit dem eigenen Gewicht auf dem Boden zu fixieren, sich im letzten Moment aber noch herauswindet. Das Publikum in der Stadthalle Steinheim fiebert mit und jubelt. Wrestling-Kämpfer aus Europa veranstalteten in der Stadthalle Steinheim ihre große Show der »schweren Jungs« – erneut mit atemberaubender Action und Athletik.

 xWx ist Deutschlands größter Wrestling-Verband. Im Jahr 2000 gegründet, hat die Veranstaltung schnell Kultstatus bei den leidenschaftlichen Fans erlangt, die ihre Tourneen nicht nur in Deutschland, sondern auch in Tschechien und England durchführen. Bei wXw sitzen die Zuschauer unmittelbar am Ring, trennende Absperrgitter gibt es nicht, denn die Vereinigung steht für eine energiegeladene Show mit Nähe zum Fan.
 Die Bühne war dafür eingerichtet: In der Mitte der Stadthalle war ein großer Ring aufgebaut, Scheinwerfer rückten die Kämpfer in gleißendes Licht. Ringrichter sorgten dafür, dass bei den Kämpfen alles im Rahmen geblieben ist. Und die Besucher sind nicht nur aus der Region gekommen. Sie sind von weit angereist wie Nancy aus Schönebeck (Sachsen-Anhalt). Sie ist erstmals bei einem Wrestling Turnier dabei, um die Kämpfe mit ihrer Mischung aus Unterhaltung und Athletik, Sport und Show aus nächster Nähe zu erleben. Trotz der scheinbar harten Begegnungen glaubte sie: »80 Prozent sind Show, nur 20 Prozent Sport und echter Kampf. Die ganze Show wirkt aber schon sehr professionell.«

 »Man erlebt am Ring eine ganz andere Atmosphäre als im Fernsehen«, freut sich der Steinheimer Christian Möller bei dem dreistündigen Turnier. Die Show gehört in diesem Sport immer dazu, schon wenn die Kämpfer den Ring betreten und mit ihren Kampfnamen vorgestellt werden. Schon auf dem Weg in den Ring gibt es gegenseitige Provokationen, die für eine aufgeheizte Stimmung sorgen. Das ist ebenso typisch für Wrestling wie das martialische Auftreten und die nicht immer ganz ernst gemeinten Sprüche. Es ist viel Adrenalin im Spiel, wenn die Kämpfer vom obersten Ringseil auf ihre Gegner springen, manchmal auch ins Leere. »Das Fallen muss ebenso gelernt werden wie die Schläge" bestätigt der 39-jährige Dark Soul, einer der Kämpfer, der den Reiz das Wrestlings durch die Mischung aus Athletik, Körperbeherrschung, Kampf und Unterhaltung erklärt. Es seien deshalb auch keine »Fleischberge«, die gegeneinander antreten, sondern durchtrainierte Kampfsportler.
 Höhepunkt ist der Teamkampf, wenn bis zu sechs Gegner wild aufeinander einschlagen. Und auch das ist Wrestling: Wenn das Ringviereck nicht mehr ausreicht, wird zwischen den vorderen Sitzreihen weiter geprügelt. Ein ungewöhnliches Schauspiel für das Publikum. Doch alles halb so schlimm: denn das Ziel ist nicht der Wettkampf, sondern es geht darum, die Zuschauer bestmöglich zu unterhalten.

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