Film zeigt Fakten und Legenden um den »Robin Hood der Egge« Der Wildschütz kommt ins Kino

Paderborn (WB). Die Geschichte vom Wildschütz Klostermann hat im Frühjahr Premiere in Paderborn auf der Kinoleinwand. Peter Schanz, Filmemacher aus Bad Lippspringe, dreht in wenigen Tagen die letzte Szene für sein Projekt »Jäger und Gejagter – Der Wilddieb Hermann Klostermann«, das dem 1839 geborenen berühmtesten Wilderer im Hochstift gewidmet ist.

Von Reinhard Brockmann
Julian Jakobsmeyer spielt die Hauptrolle in dem Film »Jäger und Gejagter – Der Wilddieb Hermann Klostermann«, der im Frühjahr Kinopremiere feiern soll. Gedreht hat die Dokumentation der Bad Lippspringer Filmemacher Peter Schanz.
Julian Jakobsmeyer spielt die Hauptrolle in dem Film »Jäger und Gejagter – Der Wilddieb Hermann Klostermann«, der im Frühjahr Kinopremiere feiern soll. Gedreht hat die Dokumentation der Bad Lippspringer Filmemacher Peter Schanz. Foto: Peter Schanz

Die damalige Berichterstattung in unserer Zeitung und Heimatromane machten Klostermann schon bald zum legendären »Robin Hood der Egge«. Der Film zeigt ihn ungeschönt sowohl als Kriminellen, der auf seine Verfolger schoss, als auch als charmanten Held, den die Frauen liebten und die Bauern vor der Obrigkeit verleugneten. Produzent Schanz: »Für das Königreich Preußen, dem Westfalen damals einverleibt war, mutierte er nach und nach zum Staatsfeind Nummer Eins.«

23 Mal bestraft

Schon während seiner zweijährigen Militärzeit in Minden fiel er durch Ungehorsam auf und wurde 23 Mal bestraft. Zurück zum verhassten Stiefvater, der Förster in Hakenberg und Mittelwald bei Scherfede war, konnte er nicht. Klostermann tauchte als Wilderer im Grenzgebiet von Egge und Waldecker Land unter. Schanz: »Dank außergewöhnlicher Treffsicherheit mit dem Gewehr und abgebrühter Cleverness seinen Verfolgern gegenüber erlangte er in kürzester Zeit legendären Ruf.«

40 Laienschauspieler, Heimatforscher und Helfer rund um Co-Produzentin Anke Schanz haben an der 90-minütigen Filmdokumentation mitgewirkt. Die Hauptrolle spielt Julian Jakobsmeyer aus Paderborn.

Gedreht wurde vor Dutzenden heimischen Kulissen: Kloster Dalheim, Hardehausen, mystische Orte wie die Wüstungen Nutlon und Alt-Rhoden bei Diemelstadt, Richts-Deele in Buke, eine historische Haftzelle in Fürstenberg, Himmighausen, Bierbaumsnagel bei Borlinghausen, der Haxtergrund und eine Sakristei im Dom rücken ebenso ins Bild, wie Motive aus Bad Lippspringe, dem Durbeke- und Silberbachtal sowie dem Freilichtmuseum in Detmold.

Eine Legende bleibt

Die Dokumentation zeigt Spielszenen in schwarz-weiß, zu denen Schanz sachkundige Kommentare spricht. In Farbe präsentiert er Forschungsergebnisse von heute und die wunderbar bewahrte Flora und Fauna der Egge. Nicht alles kann geklärt werden. Nur der Legende nach gab es eine schöne Frau an Klostermanns Seite, für die Anke Schanz ein prächtiges Kleid genäht hat. Dokumentiert ist Klostermanns Verurteilung in Paderborn zu acht statt der geforderten 20 Jahre wegen Mordversuchs. Legende dagegen bleibt, ob eine der auffallend vielen Zuhörerinnen im Gerichtssaal bei der Urteilsverkündung in Ohnmacht fiel.

Bei Youtube gibt ein Trailer erste Einblicke in die Filmdokumentation »Jäger und Gejagter – Der Wilddieb Hermann Klostermann« . Mehr dazu auf Homepage: www.blautann-film.de

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