Felix und Torben aus Eversen haben unheilbare Krankheit – viele Benefizaktionen Kinderschicksal bewegt die Menschen

Nieheim/Eversen/Holzhausen (WB). Felix (5) und Torben (2) Biermann aus Eversen leiden an einer unheilbaren Krankheit: Duchenne Muskeldystrophie. Viele wollen der Familie helfen. Einige Hilfsaktionen sind angelaufen.

Von Michael Robrecht und Heinz Wilfert
Torben (2) und Felix (5) Biermann aus Eversen sind   an Duchenne Muskeldystrophie erkrankt. Die Krankheit schreitet  oft  schnell fort.
Torben (2) und Felix (5) Biermann aus Eversen sind an Duchenne Muskeldystrophie erkrankt. Die Krankheit schreitet oft schnell fort. Foto: Privat

In Eversen hat sich der Verein »Für Felix und Torben« gegründet, der Spenden sammelt, damit die Biermanns ihr Haus in den nächsten Jahren komplett umbauen können, weil die beiden Jungen durch den fortschreitenden Rückgang der Skelettmuskulatur früh auf Rollstühle angewiesen sein werden. Beim Käsemarkt in Nieheim, der von heute an bis Sonntagabend läuft, wird es einen Stand geben, an dem selbst gemachte Stirnbänder, Mützen, Schlamper-Mäppchen und Kuscheltieren für Torben und Felix verkauft werden sollen. »Strick Design« Petra Brune in Nieheim hat 750 Taschen für die Benefizaktion produziert. Und 140 Teddys wurden angefertigt: Viele sind schon verkauft worden. Über Facebook gibt es Details über Verkaufsstellen und Hilfsangebote unter »Für Felix und Torben«. Die Familie sei den Initiatoren der Aktionen sehr dankbar für die Unterstützung, sagte Verena Biermann gestern dieser Zeitung.

Anke Schlütz und Anke Krawinkel aus Holzhausen wollen helfen. Foto: H. Wilfert

In Holzhausen ist jetzt ein weiteres Projekt initiiert worden. Als das Schicksal der Familie Biermann bekannt wurde, waren viele im Ort betroffen: Gleich zwei der drei Söhne von Verena und Sascha Biermann leiden an der Duchenne-Muskeldystrophie – ein sehr schweres Schicksal. Auch Anke Schlütz und Anke Krawinkel aus Holzhausen zeigten sich berührt und überlegten, wie man der Familie helfen kann, weil die Kinder früh auf den Rollstuhl angewiesen sein werden. Anke Schlütz und Anke Krawinkel: »Die Familie muss ihr Haus schon bald umgestalten. Leider leistet die Krankenkasse im Fall der Duchenne-Muskeldystrophie nur eine geringe finanzielle Unterstützung.«

»Wir wollen konkret helfen,« sagt die dreifache Mutter Anke Schlütz, der der Einfall mit der Kindersachen- und Spielzeugbörse kam. Mit Anke Krawinkel war sofort eine Mitstreiterin gefunden. Bei der St.-Johannes-Schützenbruderschaft wurde nachgefragt, ob die Schützenhalle für diesen guten Zweck genutzt werden könne. Dazu Oberst Franz Ulrich: »Selbstverständlich unterstützen wir die Initiatorinnen und stellen für diese gute Sache unsere Schützenhalle kostenfrei zur Verfügung.« Schnell war auch der Kontakt zu Sandra Schuster hergestellt, die gemeinsam mit Tanja Spier den Everser Verein »Für Torben und Felix« gegründet hatte.

Flohmarkt in Holzhausen

Der Flohmarkt soll nun am Samstag, 29. Oktober, von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag, 30. Oktober, von 10 bis 14 Uhr in der Schützenhalle Holzhausen stattfinden. Wer mit dabei sein möchte, kann sich bei Anke Schlütz (Telefon 01 63/ 7 83 07 57 oder 0 52 74 / 9 54 93 41) oder Anke Krawinkel (Telefon 0163/ 2507068) melden. Wer statt Kindersachen und Spielzeug andere gut erhaltene Dinge anzubieten hat, ist ebenso willkommen. Tische sind vorhanden und können für fünf Euro pro Stück und Tag gemietet werden. Zusätzlich wird jeder Verkäufer gebeten, einen selbst gebackenen Kuchen oder eine Torte zu stiften.

Ortsheimatpfleger und Hallenwart Franz Volkhausen hat sich bereit erklärt, an beiden Tagen mit gegrillten Würstchen zum leiblichen Wohl beizutragen. Sämtliche Einnahmen aus der Tischmiete, dem Kaffee-, Kuchen- und Würstchenverkauf kommen der Familie Biermann aus Eversen zugute, kündigen die Initiatoren an.

Was ist Duchenne-Muskeldystrophie?

Was ist die Duchenne-Muskeldystrophie an der Felix und Torben leiden? Der frühkindliche Entwicklungsverlauf ist zunächst normal. Im 3. bis 5. Lebensjahr fällt bei vielen betroffenen Kindern eine leichte Muskelschwäche der Beine auf, die zu häufigem Stolpern und Fallen führt. Im weiteren Verlauf ist das Treppensteigen nur noch per Geländer möglich. Die Muskelschwäche der Becken- und Oberschenkelmuskulatur verursacht auch einen Watschelgang sowie ein erschwertes Aufstehen aus Sitzen oder Liegen. Eine Heilung der Erbkrankheit ist nicht möglich. Sie tritt etwa in einer Frequenz von 1:5000 auf. Aufgrund des X-chromosomal rezessiven Erbganges sind fast nur Jungen betroffen. Die Muskeldystrophie schreitet rasch voran und endet, meist im jungen Erwachsenenalter, immer tödlich, sobald die Herz- und Atemmuskulatur abgebaut wird. Durch optimierte Therapie mit Heimbeatmung hat sich die Prognose verbessert. 2500 Kranke gibt es in Deutschland.

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