Stall mit bis zu 24.000 Legehennen zerstört – lebende Tiere noch eingeschlossen Brand in Verpackungsraum entstanden

Nieheim-Oeynhausen(WB). Es ist ein Bild des Schreckens und der Verwüstung. Der Inhaber und seine Familie sind angesichts der massiven Zerstörung schockiert. Einen Tag nach dem Großbrand in einem Stall mit bis zu 24.000 Legehennen in Oeynhausen forschen die Ermittler jetzt nach der Ursache.

Von Dennis Pape
Das gesamte Ausmaß des Großbrandes in Oeynhausen ist am Freitagmorgen deutlich geworden.
Das gesamte Ausmaß des Großbrandes in Oeynhausen ist am Freitagmorgen deutlich geworden. Foto: Dennis Pape

Anders als zunächst befürchtet, hat ein Teil der Hühner den Brand überlebt. Diese Tiere sind mit Futter und Wasser versorgt worden. Angesichts des derzeitigen Gebäudezustands können die Tiere allerdings aus Gründen des Arbeitsschutzes und der Brandermittlung nicht aus dem Stall befreit werden, eine Zahl konnte die Polizei auch noch nicht nennen. Für die Entscheidung, wie mit den Tieren weiter zu verfahren ist, wurde das Veterinäramt des Kreises Höxter eingeschaltet. Die Polizei hat die Brandstelle beschlagnahmt.

Vermutlich ein technischer Defekt

Die Brandsachbearbeiter der Kriminalpolizei kamen am Freitagmorgen um kurz nach 10 Uhr und verschafften sich einen ersten Überblick. »Angesichts dieses großen Ausmaßes der Zerstörung wird das Ergebnis unserer Untersuchung eine Weile dauern«, sagte Andreas Lohr. Am Nachmittag gab es dann doch bereits die ersten Erkenntnisse: Nach Zeugenaussagen und den ersten Ermittlungen ist der Brand in einem Verpackungsraum entstanden, in dem verschiedene elektrische Anlagen untergebracht waren. »Bisher deutet alles auf einen technischen Defekt als Brandursache hin. Es wird ein Sachverständiger eingesetzt, der die Brandursache untersuchen wird, um festzustellen, von welchem der Geräte der Brand ausgegangen ist«, sagte Polizeisprecher Markus Tewes.

Pro Tag 20 000 Eier verkauft

Vom Verpackungsraum aus griff das Feuer nach Angaben der Polizei auf den Stallbereich über, in dem die Tiere untergebracht waren. Völlig zerstört sind zwei Drittel des 140 mal 16 Meter großen Betriebes, der nach Angaben des Inhabers bundesweit 20.000 Eier pro Tag verkauft hat. Am hinteren Gebäudetrakt ist das Dach augenscheinlich intakt, »im Inneren sieht es dagegen anders aus«, sagte der 39-Jährige, der den Legehennenbetrieb 2009 gegründet hat.

Betrieb war voll automatisiert

Am Boden zerstört war am Freitag auch der Schwiegervater des Inhabers, der den Brand am Tag zuvor bemerkt hatte: »Ich habe von außen lediglich etwas weißen Nebel aus einer Ecke entweichen sehen. Als ich die Tür aufschloss, kam ich schon gar nicht mehr in den Raum hinein. Man fühlt sich in dieser Situation hilflos – der Stall ist unsere Existenz und auch die vielen verendeten Hühner tun mir leid.« Der Betrieb war nach Angaben des Inhabers voll automatisiert und konnte von nur einer Person gesteuert werden, Einstreu habe es nicht gegeben. »Ich möchte ein großes Lob an die Feuerwehr richten, die zumindest einen Teil unseres Betriebes retten konnte«, sagte er am Tag nach dem Brand im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

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