Brautpaar auf der Flucht begeistert Zuschauer beim Windradtheater in Altenbergen Oh Gott – die Familie!

Marienmünster (WB). Mit ihrer 18. Inszenierung hat die Schauspieltruppe des Windradtheaters um Regisseur Ralf Hasenbein auch in diesem Jahr wieder Theaterfreunde aus Marienmünster-Altenbergen und Umgebung begeistert. Die Komödie »Oh Gott – die Familie!« des Autors Bernd Dombold bot den spielfreudigen Darstellern dabei eine perfekte Basis.

Von Iris Spieker-Siebrecht
Da bleibt kein Auge trocken: Daniel Hillamann als Opa Johann ist ein Garant für gute Laune.
Da bleibt kein Auge trocken: Daniel Hillamann als Opa Johann ist ein Garant für gute Laune. Foto: Iris Spieker-Siebrecht

Wenn ein junges Paar heiraten will, ist das ein besonderes Ereignis, nicht nur für eine, sondern gleich für zwei Familien. Dies müssen auch Mark und Ute (wunderbar jung und verliebt: Robin Kreimeyer und Katharina Thiel) erfahren, die den gut gemeinten Hilfen und den Rangkämpfen der Schwiegereltern in spe nur noch entkommen wollen. In einer einsamen Hütte – mit Lokalkolorit in der Nähe von Altenbergen – suchen sie Ruhe und Zweisamkeit. Dumm nur, dass jeder von ihnen einer Vertrauensperson den Rückzugsort verraten hat, und so tauchen nacheinander die Angehörigen auf.

Schauspieler beweisen großes komödiantisches Talent

Als Marks Eltern, bodenständig und nicht zu kompliziert gestrickt, überzeugen hier Wolfgang Fehr und Patricia Struck. Sie haben noch  Opa Johann dabei, und in dieser Rolle brilliert Daniel Hillmann. Absolut sehenswert ist seine Mimik, und in den verschiedenen Kostümen beweist er großes komödiantisches Talent. Lukas Wöstefeld und Corinna Potthast mimen überzeugend die Eltern der Braut Herbert und Marlene, gebildet und leicht überkandidelt. Das Stück lebt unter anderem von den reizvollen Gegensätzen, die die Elternpaare bilden. Dabei ist jeder Charakter fein ausgearbeitet und gefällt in vielen kleinen Nuancen.

Neugierig, altklug, geizig

Einen weiteren Höhepunkt setzt Hildegard Grewe als Hüttenwirtin Klara, die »noch verdammt gut hört«. Zu köstlich ist ihr bärbeißiges Spiel, mit der sie ihre Figur neugierig, altklug und geizig skizziert. Auch Bernadette Potthast als Haushälterin des Pfarrers und Elmar Potthast als Türsteher des Clubs »La Bomba« spielen ihre Charakter mit viel Liebe und Engagement. Ihr Eingreifen ins Geschehen trägt zu weiteren Verwicklungen bei, zur großen Freude des Publikums. Mit lang anhaltendem Applaus belohnten die Zuschauer die Schauspieler am Ende.

Nicht nur die Bühnen-Darsteller machen Theater

Neben dem gekonnten Schauspiel macht sicherlich die Nähe zum Publikum den besonderen Reiz der Altenbergener Aufführungen aus. Dies ist sowohl bildlich, als auch wortwörtlich zu verstehen, viele der Zuschauer kennen die Darsteller persönlich, und zwischen der Bühne und der ersten Reihe ist noch nicht einmal mehr ein halber Meter Platz. Ebenso wichtig: »Theater« machen in Altenbergen nicht nur die Darsteller auf der Bühne, sondern auch alle anderen Mitglieder, die zwei Souffleusen Christina Gosse und Claudia Ridder ebenso wie das Bühnenbau- und das Thekenteam. »Alle zusammen sind die Theatergruppe Altenbergen, jeder fasst mit an, jede Aufgabe ist wichtig«, sagt Regisseur Ralf Hasenbein. Und so schreibt die engagierte Laiengruppe seit Jahren eine Erfolgsgeschichte.

»Anrufen lohnt sich trotzdem«

Auch in diesem Jahr sind die acht geplanten Veranstaltungen in Altenbergen schon lange ausverkauft. »Anrufen lohnt sich trotzdem, denn immer mal wieder muss jemand absagen, und wir führen eine Warteliste«, meint Hasenbein.

Weitere Aufführungen der Komödie sind am Freitag, 9. März, und Samstag, 10. März, jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, 11. März, um 19 Uhr sowie am Freitag, 16., und Samstag, 17. März, wieder jeweils um 20 Uhr. Der Kartenservice der Theatergruppe ist täglich von 17 bis 19.30 Uhr unter Telefon 01527/37767401 zu erreichen.

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