Theo Elberich stellt Handlungsfähigkeit des Nabu-Vorstandes infrage – heute Jahreshauptversammlung Streit unter Naturschützern

Höxter/Born (dp/rob). Zwischen dem Nabu-Kreisverband Höxter und Theo Elberich aus Born, der bis vor neun Monaten noch Vorsitzender und Geschäftsführer war sowie jahrzehntelang im Vorstand gearbeitet hat, gibt es heftigen Streit. Elberich behauptet, er sei weiter Vorsitzender des Kreisverbandes Höxter, das Amtsgericht Paderborn sieht die beiden Vorsitzenden Rudolf Ostermann und Harald Gläser jedoch als rechtmäßig gewählt, handlungsfähig und zeichnungsberechtigt an. Elberich wurde in Folge der Querelen von seinen Aufgaben als Leiter des Projektes »Pro Planet« entbunden.

Der Borner Theo Elberich hat sich jahrzehntelang für den Naturschutz eingesetzt. Jetzt attackiert er den Nabu.
Der Borner Theo Elberich hat sich jahrzehntelang für den Naturschutz eingesetzt. Jetzt attackiert er den Nabu. Foto: Dennis Pape

Wenn heute von 18 Uhr an der Nabu-Kreisverband Höxter im Gasthaus Driehorst in Godelheim tagt, dann ist für ordentlich Zündstoff gesorgt. In einem Schriftverkehr zwischen den Kreisvorsitzenden Rudolf Ostermann und Harald Gläser mit Theo Elberich (liegt der Redaktion vor) hat der Naturschutzbund dem Borner mitgeteilt, dass das Projekt »Pro Planet«, das von Elberich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand weiter bis Ende Juni 2018 geleitet werden sollte, in Zukunft von den Nabu-Mitgliedern Rembert Ostermann und Andreas Moese weitergeführt wird. Der Nabu-Bundesverband sowie die Projektpartner Rewe und die Höxteraner Firma Wittrock seien darüber informiert worden. Außerdem fordert der Kreisverband Theo Elberich auf, ab sofort keinerlei Äußerungen mehr im Namen des Nabu zu tätigen. »Eine Zuwiderhandlung zieht eine Unterlassungsklage nach sich«, betonen die Vorsitzenden.

Elberich beansprucht Vorsitz für sich

Nach den Ausführungen von Rudolf Ostermann sei Elberich gar kein Mitglied mehr im Nabu-Kreisverband, da er aus dem Bundesverband ausgetreten sei. »Ohne Mitglied im Bundesverband zu sein, kann man auch nicht einem Kreisverband zugehörig sein«, erläutert Ostermann. Elberich wiederum interpretiert seine Rolle im Nabu Höxter jedoch ganz anders: »Ich bin weiterhin Vorsitzender des Kreisverbandes – denn mein Name ist immer noch als Vorsitzender im Vereinsregister eingetragen«, sagte er gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Deshalb sei die heutige Jahreshauptversammlung »illegal – es wurde nicht von den dazu Berechtigten eingeladen«. Das Amtsgericht Paderborn bestätigte gestern auf Anfrage, dass Theo Elberichs Name tatsächlich weiterhin im Vereinsregister als Vorsitzender stehe, bis ein laufender Umschreibeantrag positiv beschieden sei. Das könne noch etwas dauern. Hintergrund sei, dass es bei der Wahl der beiden neuen Vorsitzenden vor neun Monaten eine Satzungsänderung gegeben habe, die vom Amtsgericht als nicht formgerecht angesehen worden sei, erläutert Ostermann. »Über diese Änderung soll morgen neu abgestimmt werden«, so der neue Nabuchef, »und sollte das Votum positiv ausfallen, werden wir auch im Register als Vorsitzende geführt.«

Verschiedene Sichtweisen

Nach Angaben von Günter Köhne, Direktor des Amtsgerichtes, seien Rudolf Ostermann und Harald Gläser jedoch bereits jetzt als Vorsitzende »nach innen in den Verein handlungsfähig und zeichnungsberechtigt«. Die Doppelspitze weist Theo Elberich in ihrem Schreiben auch darauf hin, dass sie von ihm keinen Jahresbericht 2017 zum Projekt Pro Planet bei der Jahreshauptversammlung wünsche. Weiter schreiben sie: »Sollten Sie als Gast zur Jahreshauptversammlung kommen, möchten wir darauf hinweisen, dass Nichtmitglieder weder Stimm- noch Rederecht haben.« Elberichs Antwort in einer folgenden E-Mail (liegt der Redaktion ebenfalls vor): »Ich gehe nicht als Gast zur Versammlung, sondern als Mitglied. Ich habe also Rede- und Stimmrecht.« So gehen die Sichtweisen auseinander.

Finanzielle Forderungen

Laut vertraulichen Dokumenten fordert Elberich vom Nabu-Kreisverband außerdem eine größere Summe nach – als Aufwandsentschädigung sowie als Miete für das Nabu-Büro in seinem Privathaus in Born. »Kosten und Rechnungen, die verspätet und nicht im Abrechnungsjahr eingereicht wurden, können nicht anerkannt werden. Außerdem sind die Forderungen von Theo Elberich nicht rechtmäßig«, betont Ostermann.

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