Heimatabend in Altenbergen mit »Orchinalen, Urchesteinen und Fisimatenten« Ostwestfalen wie es singt und lacht

Marienmünster (WB). Unter dem Motto »Orchinale und Urchesteine – Ein Abend mit Musik und anderen Fisimatenten« hat der Theaterverein Altenbergen am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus ein Bühnenprogramm in ganz ostwestfälischer Art und Weise präsentiert. Mit Kabarett, Musik und der dazugehörigen Mundart haben die Akteure die etwa 160 Zuschauer begeistert.

Von Marian Berkemeier
Als Abwechslung zum Kabarett-Programm spielt die Paderborner Band »Börnsch«.
Als Abwechslung zum Kabarett-Programm spielt die Paderborner Band »Börnsch«. Foto: Marian Berkemeier

Westfälischer Lösungansatz für Welt-Probleme

Den Ostwestfalen wird häufig nachgesagt, sie seien verschlossen, träge und schwer zum Lachen zu bringen. Dass sie aber auch ganz anders können, wurde beim ersten Altenbergener Heimatabend deutlich. Ins Leben gerufen durch den Theaterverein Altenbergen, kamen zu dieser Premiere verschiedene Unterhaltungskünstler aus Ostwestfalen auf die Bühne. Die Kabarettisten Michael »Stani« Greitemeier und Antje Huißmann in ihren Rollen als Schütze Greitemeier und Else Mögesie begeisterten das Publikum mit Anekdoten, Gesangseinlagen und ihren ganz eigenen Lösungsansätzen für die Probleme der Welt.

»Ach, cheh mir wech damit!«

Egal, ob Brexit, die Regierungsbildung, das Verhalten der Mächtigen dieser Welt, Elses eigene Bewertung männlicher Politiker oder auch das Verhalten auf der Beerdigung eines Schützenhauptmannes – nach reichlicher Diskussion entkam kaum ein Thema dem ostwestfälischem Schluss-Urteil »Ach, cheh mir doch lieber wech damit, du«.

Erbsensuppe mit Paderborner Brot

Bereichert wurde das Programm auch durch Musik der Paderborner Band »Börnsch«, die in ihren Texten den Paderborner Raum und Eigenheiten des Hochstifts besingen. Auch die Nutzung der westfälischen Sprache, deutlich an Redewendungen wie »Jetz’ stehst’e da zu liechen« und das Ausschenken von Erbsensuppe sowie Paderborner Brot verwandelten das Dorfgemeinschaftshaus in ein Abbild der Region im Osten vom Westen.

Gelächter, Applaus Gesangseinlagen

Dass es auch im Publikum nicht träge zuging, zeigten die Zuschauer durch Gelächter, Applaus und die ein oder andere eigene Gesangseinlage. »Mir gefällt das Programm wirklich sehr gut«, sagte zum Beispiel Martina Robrecht. Vor allem die handgemachte Musik habe es der gebürtigen Altenbergerin angetan. »Ich denke, auch das Kabarett hat den Ostwestfalen gut getroffen, weil er ehrlich ist und oft geraderaus sagt, was er denkt.« Ähnlich zufrieden zeigte sich Burkhard Linnenberg aus Albaxen: »Ich finde die Mischung aus Musik und Kabarett wirklich gelungen.

»Abend war eine tolle Idee«

Vor allem Stanis Programm hat sehr gut den bodenständigen, ländlichen Charakter präsentiert – vor allem durch seinen Gebrauch der Mundart.« Auch die Künstler selber zeigten sich zufrieden. »Der Abend war eine tolle Idee«, sagte Antje Huißmann. »Bei einem relativ kleinem Publikum hat man wirklich mehr Nähe zu den Leute und bekommt auch alle Gefühle und Reaktionen wirklich mit. Die Ostwestfalen sind wirklich ein wunderbares Publikum.« Ihr Kollege Michael »Stani« Greifenberg fügte noch leicht ironisch hinzu: »Wenn ich mich zum Beispiel über die Schützen lustig mache, können die meisten gut darüber lachen, weil sie nicht sich selber sehen, sondern die Leute um sich rum im Schützenverein, die sich manchmal komisch anstellen.«

Mix aus Kabarett und Musik

Da es sich um den ersten Abend dieser Art in Altenbergen handelte, stellte sich die Frage nach dem Anlass hinter der Veranstaltung. Daniel Hillmann vom Theaterverein Altenbergen verriet im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT: »Die Idee kam durch einen Probeauftritt der Band ›Börnsch‹ im vergangenen Jahr in Altenbergen. Da wir den Leuten mal Kultur außerhalb des reinen Theaters, aber trotzdem innerhalb der regionalen Thematik bieten wollten, bot sich dieser Mix aus Musik und Kabarett gut an. Die Bühne für die bevorstehende Theatersaison steht ja schon, daher haben wir auch schon entsprechende Räumlichkeiten.«

Gute Resonanz von Publikum

Mit der Resonanz zeigte sich Hillmann ebenfalls zufrieden. »Wir sind überwältigt. Nicht nur davon, dass wir ausverkauft sind, auch davon, dass die Zuschauer quasi aus allen Teilen des Kreises Höxter kommen.« Zudem ist er sich ziemlich sicher, dass dieser Erfolg nach Wiederholung rufe. Zunächst stünde allerdings die Theatersaison auf dem Plan, für die der Heimatabend eine Art Auftakt darstellte. Mit dem Programm »Oh Gott – Die Familie« präsentiert der Theaterverein nämlich ab Freitag, 23.Februar, in acht verschiedenen Vorführungen im Dorfgemeinschaftshaus Altenbergen sein neues Programm.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.