Ermittler vermuten, dass es sich um vermisste Seniorin aus Höxter handelt Spaziergänger finden Leiche

Marienmünster/Fürstenau (WB). Einen grausigen Fund hat ein Ehepaar aus Fürstenau bei einem Spaziergang am Sonntag vor einer Woche gemacht. Auf einem Weg in der Nähe von Bremerberg hat das Paar eine skelettierte ­Leiche gefunden.

Von Ingo Schmitz
Anton Mertens hat mit seiner Frau die skelettierte Leiche gefunden. Im Hintergrund ist der Weg bei Bremerberg zu sehen.
Anton Mertens hat mit seiner Frau die skelettierte Leiche gefunden. Im Hintergrund ist der Weg bei Bremerberg zu sehen.

Bislang war diese Entdeckung nicht an die Öffentlichkeit gedrungen. Am Wochenende bestätigte aber ein Sprecher der Polizei auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage den Vorfall. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei der Leiche um eine im Juni 2015 spurlos verschwundene 62-jährige Frau aus Höxter handelt. Derzeit fänden weitere Ermittlungen statt, hieß es.

Mit einem öffentlichen Aufruf hatte die Polizei im Juni 2015 nach der 62-Jährigen gesucht. Sie war zuletzt am Abend zuvor mit ihrem Rollator zwischen Lütmarsen und Ovenhausen gesehen worden.

Die Polizei hatte eine groß angelegte Suchaktion gestartet, da die Möglichkeit bestand, dass die Frau aufgrund einer Erkrankung die Orientierung verloren haben könnte, berichtete die Polizei damals.

Bei der Suche auch im Bereich der Erlebnisgastronomie Schenkenküche waren Hubschrauber und Mantrailer-Hunde eingesetzt worden. Dennoch blieb die Frau spurlos verschwunden.

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Wir dachten das sei ein Kinderwagen, der hier entsorgt worden ist.

Anton Mertens

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Ein dreiviertel Jahr später: Am Sonntag vor einer Woche brechen Anton und Ursula Mertens aus Fürstenau zu einer Wanderung zur Schenkenküche auf. Zunächst gehen sie in Richtung Bremerberg. »Wir müssen dabei einen Weg verwechselt haben«, sagt der 59-Jährige, denn plötzlich sei das Gelände immer schwieriger geworden.

Der Weg ist zugewachsen. Dennoch gehen sie weiter. Nach einer Viertelstunde machen sie im Wald eine merkwürdige Entdeckung: Aus dem Gestrüpp mitten auf dem Pfad ragt ein kleiner Reifen hervor.

»Wir haben beim Wandern schon einiges gefunden. Wir dachten das sei ein Kinderwagen, der hier entsorgt worden ist«, sagt Anton Mertens. Doch als er die Fundstelle näher betrachtet, stellt er fest, dass es sich um einen Rollator handelt. Und plötzlich sieht er das Skelett.

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Nach Essengehen war uns nicht mehr zumute.

Anton Mertens

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Das Paar alarmiert die Polizei und lässt sich anschließend von der Fundstelle abholen. »Nach Essengehen war uns nicht mehr zumute«, berichtet Anton Mertens.

Er hofft, dass die Angehörigen der Frau nun endlich Ruhe finden können. Die lange Ungewissheit, was mit ihr passiert sei, müsse schlimm sein, sagt er.

Die Polizei erklärte am Montag, dass die genaue Identität der Leiche erst durch eine DNA-Untersuchung festgestellt werden könne. Ergebnisse würden erst in der kommenden Woche ab 18. April erwartet.

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