Vorbereitungen für Umstellung laufen – Wertstoffe stehen im Fokus Neue Tonne statt »Gelber Sack«

Höxter (WB). Der »Gelbe Sack« wird wohl in einem Jahr der Vergangenheit angehören. Stattdessen sollen die Einwohner in allen zehn Städten des Kreises ihre Kunststoff- und Metallabfälle in die neue Wertstofftonne werfen. »Sie wird schwarz sein und einen gelben Deckel haben«, bestätigte Hubertus Abraham vom Kreis.

Von Harald Iding

Die Liste der klassischen Wertstoffe ist lang, die in Zukunft über die neue Tonne entsorgt werden können. »Dazu gehören beispielsweise ­Verpackungen, Styropor, Tetrapak, Gießkannen, Schrauben, Werkzeuge, Nägel, Töpfe, Pfannen oder auch Konservendosen und Schalen aus Aluminium«, zählt Abraham von der Abteilung »Umweltschutz und Abfallwirtschaft« des Kreises Höxter auf. Auch die Stadt Beverungen will sich laut Kreis an der Einführung der Wertstofftone beteiligen – setzt aber ansonsten auf eigene Lösungen (zum Beispiel beim Restmüll).

Positive Erfahrungen aus Paderborn

Kreismitarbeiter Abraham (55) wohnt im Paderborner Raum und kennt dort die Wertstofftonne aus eigener Erfahrung. Vor zwei Jahren wurde die schwarz-gelbe Tonne in der Stadt sowie dem Kreis Paderborn eingeführt. Mit der Bereitstellung des stabilen Behälters sei die Abfalltrennung leichter geworden, zieht Abraham für sich eine positive Bilanz. »Und ich habe mal nach Festtagen geschaut, wie voll denn die Tonnen in meiner Wohnstraße gewesen sind. Da war auf jeden Fall noch Platz.«

Dennoch: Es gibt auch überfüllte Tonnen und verärgerte Bürger, die lieber an der Sack-Lösung festgehalten hätten. »Deshalb werden wir hier in der Einführungsphase bei den ersten zwei Abfuhren die Möglichkeit anbieten, zusätzlich ›Gelbe Säcke‹ zu verwenden.« Auf Dauer soll diese Form der Entsorgung über einen Sack aber nicht mehr möglich sein«, stellt Abraham eindeutig fest.

Bei zwei Enthaltungen sprachen sich jetzt die Mitglieder des Kreisausschusses für Umwelt, Planen und Bauen klar dafür aus, die Einführung der Wertstofftonne (Abfuhrrhythmus wird alle vier ­Wochen sein) auf den Weg zu bringen – mit einer Übergangsfrist bis zum 31. März 2019.

Gebührenkalkulation wird erarbeitet

Die Kosten sollen durchschnittlich bei etwa drei Euro pro Person und Jahr liegen – und in den Gebührenbescheid für die Restmülltonne einfließen. Wie bisher soll pro Jahr nur ein Bescheid die Bürger erreichen. Die drei Euro seien eine erste Schätzung, hieß es im Ausschuss. Die genauen Details wie die Gebührenkalkulation sowie Neufassung der Abfallentsorgungssatzung mit Wertstofftonne müssten noch erarbeitet werden. Auf jeden Fall plane der Kreis mit der Einführung der Wertstofftonne eine große Öffentlichkeitskampagne. Nun muss noch der Höxteraner Kreistag der Empfehlung folgen und die Einführung der Tonne für Leichtverpackungen und stoffgleiche Nichtverpackungen für den Ausschreibungszeitraum 2019 bis 2021 beschließen.

Große Verunsicherung im Kreis Höxter

Es herrscht im Vorfeld der Umstellung im Kreis Höxter noch große Verunsicherung, ob denn die dann vierte Tonne – neben Biotonne, Restmülltonne und Altpapiertonne – überhaupt die bisherigen Mengen des »Gelben Sacks« aufnehmen kann. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte Abraham, dass es geplant sei, einheitlich 240 Liter-Gefäße an die Bürger auszugeben – oder bei einem größeren Bedarf (zum Beispiel Mehrfamilienhäuser oder Handwerksbetriebe) auf die bekannten großen Gefäße (1100 ­Liter) zurückzugreifen. Weil das »Duale System Deutschland« (DSD, Betreiber des Mülltrennungssystems) trotz Anfragen des Kreises Ende 2017 keinen Ansprechpartner stellen konnte und zudem die Bereitstellung einer »Gelben Tonne« (DSD müsste die Kosten tragen) zum 1. Januar 2019 abgelehnt habe, verzögere sich alles. Das habe Konsequenzen: »Erst ab Anfang Juli 2018 können nun die Ausschreibungen erfolgen und sich mögliche Versorger bewerben.« Alles verschiebe sich deutlich nach hinten. Das bedeutet auch, dass beim noch zu ermittelnden Bedarf für die mehr als 142.000 Einwohner im Kreis Höxter die Produktion und Auslieferung von Zehntausenden neuen Tonnen vermutlich in das Frühjahr 2019 hineinreichen dürften.

Es sei daran gedacht, in den ersten drei Monaten zur Einführung der Wertstofftonne das alte ­System mit den »Gelben Säcken« parallel weiterlaufen zu lassen.

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