Amei Pechbrenner (19) ist bei »Instagram« entdeckt worden – Fotoaufträge im Ausland Höxteranerin hat Erfolg als Model

Höxter (WB). Mit ihrem strahlenden Lächeln sticht Amei Pechbrenner aus der Menge am Höxteraner Marktplatz hervor. Sie begrüßt einen herzlich, erzählt aufgeregt von ihren Erfahrung und nippt ab und zu an ihrem Kaffeebecher. Die 19-Jährige ist eine selbstbewusste, aber dennoch ganz normale junge Frau – und mittlerweile ein erfolgreiches Model.

Von Sarah Schünemann
Amei Pechbrenner macht in der ganzen Welt (hier für das Editorial einer griechischen Designerin) eine gute Figur als Model.
Amei Pechbrenner macht in der ganzen Welt (hier für das Editorial einer griechischen Designerin) eine gute Figur als Model. Foto: Maria Maraki

Mit 15 von Agentur entdeckt

Amei Pechbrenner wirkt schon sehr erwachsen. Dabei hat sie erst im vergangenen Jahr ihr Abitur in Höxter abgelegt. Gerade ist sie gerade von einem vierwöchigen Aufenthalt in Athen wiedergekommen, wo sie mehrfach vor der Kamera stand und mit anderen Models in einer kleinen Wohngemeinschaft lebte. Als sie mit 15 Jahren von der »Promod Model Agency« (PMA) entdeckt wurde, ging alles sehr schnell. »Sie haben mich zu einem Casting nach Hamburg eingeladen«, erzählt sie.

»Für mich ging die Schule immer vor«

Auf der Internetplattform »Insta­gram« hatte sie ein Bild hochgeladen, auf das die Agentur aufmerksam geworden war. Nach dem Casting legten die Experten ihr direkt einen Vertrag vor. »Meine Eltern waren natürlich auch dabei. Wir haben den Vertrag erst einmal mitgenommen, um zu schauen, ob alles seriös zugeht«, erinnert sie sich im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. In ihrer Schulzeit bekam Pechbrenner bereits einige Angebote zur Vorstellung. Nicht immer aber war die Zeit da, um an den ­Castings teilzunehmen. Sie sagt: »Für mich ging die Schule immer vor. Ich wollte erst meinen Abschluss machen!«

Seit einem Jahr versucht sie, etwas intensiver in der internationalen Modebranche Fuß zu fassen. »Es ist wirklich schwer bekannt zu werden, wenn man nicht ins Ausland geht«, weiß sie.

Kein »Zickenkrieg« in Model-WG

Für das Modelabel Puma war sie bereits eine Woche in Spanien und jetzt in Athen, um vor Ort Castings zu machen und Jobs zu ergattern. Das Reisen ist für Pechbrenner aber kein Problem. »Ich habe schon immer gerne die Welt erkundet. Das ist gerade das Spannende an diesem Beruf«, erzählt sie mit einem Lächeln. Man treffe immer wieder »neue, verrückte und interessante Leute«.

Konkurrenz oder sogar »Zickenkrieg« unter den Models habe sie bislang nicht erlebt. »Die meisten sind super nett. In der Model-WG geht meist jeder seinen eigenen Weg.« Das liege vor allem daran, dass die Mädchen früh morgens aus dem Haus gehen würden und zwölf Stunden lang von einem zum anderen Casting laufen.

»Das ist manchmal ziemlich anstrengend«, berichtet sie. »Nach außen sieht immer alles toll aus, aber vieles ist auch Schein. Wenn ich auf einer Social-Media-Plattform ein Foto von einem Shooting poste, sitze ich oft schon wieder alleine in meinem Hotel und muss mir die Zeit vertreiben«, berichtet die Berufsanfängerin. Die Agentur helfe ihr aber, wo sie kann, sagt Pechbrenner. Über sie hat das Model einige Freundinnen in der Branche gefunden, die sie auf ihren Reisen gelegentlich besucht.

Missgunst und Klischees

Auf Veranstaltungen trifft Pechbrenner viele bekannte Gesichter. »Die Leute sind berühmt, aber sie sind auch nur Menschen«, sagt sie. Ein Klischee der Modelwelt kann sie dann aber doch bestätigen: »Die meisten Designer sind tatsächlich sehr überschwänglich. Daran musste ich mich erst gewöhnen.« Sie würden sagen: »Du siehst einfach wundervoll aus«. Die Höxteranerin: »Aber ich weiß genau, dass sie das auch zu den anderen zehn Mädchen vor mir schon gesagt haben.«

Am Anfang habe sie viel Missgunst erlebt. »Ich wollte eigentlich das Modeln geheim halten, aber mittlerweile interessiert es mich nicht mehr, was andere Leute sagen«, erklärt sie.

»Catwalk ist eine verdammt harte Branche«

Auf dem Laufsteg war sie bisher noch nicht, denn Fotoshootings liegen ihr am Besten. »Der Catwalk ist eine verdammt harte Branche. Ich denke, dass ich schon dünn bin. Aber die Mädels da sind teilweise extrem schlank«, weiß sie. Auch für die junge Höxteranerin läuft nicht immer alles perfekt »Man bekommt nicht immer gute Resonanz. Natürlich mache ich Fehler, aber ich wachse daran.«

Regelmäßiger Sport gehöre zum Job, aber das sei für sie überhaupt kein Problem. »Ich mache einfach nur etwas mehr als andere. Mein Körper ist nun einmal mein Kapital«, betont sie. »Ich will das Beste aus mir rausholen. Durch den Sport fühle ich mich richtig wohl.«

Das Outfit zuhause: Jogginghose und Brille

Ihre Zukunft lässt sie einfach auf sich zukommen. »Ich würde schon gerne davon leben können. Aber ich will nun sehen, wie weit ich komme.« Eine Alternative sei auf jeden Fall ein Studium – im Bereich Mode- oder Eventmanagement. Und: »Ich achte schon auf mein Äußeres. Zuhause laufe ich dafür am liebsten mit Jogginghose und Brille herum«, sagt sie und lacht – wohl wegen des ­Klischees. Ob sie sich für ihren Beruf besonders anstrengen muss? »Eigentlich lief es immer ganz gut. Ich glaube halt, dass es irgendwie schon immer in mir drin war«, resümiert Amei Pechbrenner.

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