Viele stille Helfer lindern Armut – Roland Orgorzelski dankt Spendern Höxter-Tisch: Flüchtlinge sind hier immer willkommen

Höxter (WB). Die Essener Tafel hat sich entschieden, keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen, weil sich ältere Frauen von jungen, fremdsprachigen Männern abgeschreckt gefühlt haben und die Ausländerzahlen ständig ansteigen. Die Regelung macht Schlagzeilen. Beim Höxter-Tisch kann man sich so eine Reaktion nicht vorstellen.

Von Michael Robrecht
Das Höxter-Tisch-Team 2018: (von links) Birgit Anke, Nicole Horling, Leiter Roland Orgorzelski und Lucie Zimmermann im Haus Nicolaistraße 14, wo das Hilfsangebot seit 2016 untergebracht ist und ein Ladenlokal ausgebaut hat.
Das Höxter-Tisch-Team 2018: (von links) Birgit Anke, Nicole Horling, Leiter Roland Orgorzelski und Lucie Zimmermann im Haus Nicolaistraße 14, wo das Hilfsangebot seit 2016 untergebracht ist und ein Ladenlokal ausgebaut hat. Foto: Michael Robrecht

Für Leiter Roland Orgorzelski in Höxter sind alle Flüchtlinge willkommen, auch wenn es viele sind. Grundsätzlich gebe es mit den meisten Gästen ausländischer Herkunft in Höxter ein gutes Miteinander. Natürlich sei es auch beim Höxter-Tisch schon zu Konflikten gekommen, aber die gebe es mit deutschen Kunden auch und man habe sie schnell gelöst.

»Flüchtlinge sind hier kein echtes Problem; und wenn ein schwarzes Schaf einmal dabei ist, dann wissen wir auch, wie wir darauf zu reagieren haben«, berichtet Roland Orgorzelski aus dem Alltag im Haus Nicolaistraße 14. Die Zahl der Geflüchteten, die Essen und Spenden abholen würden, sei zurzeit rückläufig. »2015 und 2016 sind es viel mehr gewesen.« Eine Veränderung durch den Zustrom sei, dass man Nahrungsmittel zusätzlich kaufen müsse, weil die Flüchtlinge wegen Religion und Kultur nicht alles essen, so Orgorzelski in seiner Jahresbilanz. »Und da helfen uns die Spenden.«

Der Tisch-Leiter sagt über die Zeitung allen Spendern der vergangenen Monate, besonders in der Adventszeit, Danke. Jede Zuwendung komme den knapp 2000 zu betreuenden Menschen zugute. Und ohne die Hilfe der heimischen Supermärkte, die Frischwaren, Gemüse oder Backwaren spendeten, sei es nicht möglich, so viele Bedürftige jeden Tag zu unterstützen. Joghurt und andere Milchartikel müsse man zwar erwerben, weil es die nur selten von den Märkten frei Haus gebe. Dinge wie Mehl oder Zucker würden gelagert, weil sich die Gäste damit selbst etwas zubereiten könnten.

Glücklich war und ist Roland Orgorzelski über sein Team, besonders in der Zeit seiner Erkrankung. Ein Dutzend Helfer wie Birgit Anke, Lucie Zimmermann, Nicole Horling, Harla Gorges, H. Willeke, Heinz Wölk oder Ingo Schwikardie seien für den täglichen Dienst wichtig, weitere Helfer jederzeit willkommen.

Das Team berichtet auch von »stillen Unterstützern«, die Spenden bringen würden. Die 50 Euro von der armen Rentnerin seien ebenso wertvoll wie der Scheck des Serviceclubs. Eine Lüchtringerin bringe einmal im Monat 100 Waffeln, die bei den Kunden sehr beliebt seien. Kinderspielzeug oder Material für die Kleiderkammer, alles sei willkommen, so die Höxter-Tisch-Helfer. Seit Juli 2007 ist der Tisch ein eingetragener Verein, der sich für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen einsetzt. Dies zielt besonders auf alleinerziehenden Mütter, auf Familien, Senioren und besonders Witwen ab.

Öffnungszeiten Höxter-Tisch: Montag: 16 bis 18 Uhr, Dienstag 10 Uhr bis 15 Uhr, Mittwoch geschlossen, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, Freitag 14.30 bis 18 Uhr. Wochenende geschlossen. Kontakt und Spendenannahme: Roland Ogorzelski, ogorzelski@teleos-web.de und Telefon 0172/5210237.

Auch bei anderen Lebensmittelausgabestellen stößt die Entscheidung der Essener Tafel auf Unverständnis. Sie bedienen weiterhin ohne Ausnahme alle Bedürftigen.

Kommentare

Ohne Kenntnisse vor Ort in Essen sollten sich die Dörfler in Höxter mit ihren Äußerungen zurückhalten. Obwohl mich die hohe Zahl von 2000 Nutzer/-innen der Armenspeisung schockiert. Übrigens werden die Flüchtlinge im Gegensatz zum Armutsrentner, sanktionierten Hartz 4er, Alleinerziehenden in den Unterkünften mit Essen versorgt. Die Vermutung liegt auf der Hand, daß sie ihre Taschengelder transferrieren und sich an der Tafel mit Kleidung und Essen versorgen. Der Verteilungskampf wird noch heftiger werden, wenn die deutschen Bedürftigen aus ihrer Schamecke herauskommen müssen, weil der abfedernde Speckgürtel der Angehörigen aufgebraucht ist. Für den Handel gibts willkommende Spendenquittungen, statt Abschreibung-für die Helfer den guten Schlaf-für die Armen statt "Gerechtigkeit die Barmherzigkeit,das Mistloch der Gnade" (Pestalozzi)

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