Neue Lackstraße nötig – Aus für Werk Marienmünster? – Gespräche mit Stadt Egger plant Umzug von Vörden nach Bevern

Vörden (WB). Die Geschäftsleitung des Egger Beschichtungswerkes in Vörden plant, den Produktionsstandort Vörden mit 180 Mitarbeitern mittelfristig zu schließen und nach Bevern zu verlagern. Eine endgültige Entscheidung über das Aus für das Werk Vörden gibt es aber noch nicht. Verliert Marienmünster seinen größten Arbeitgeber?

Von Michael Robrecht
Die Egger-Geschäftsführer Thomas Moldehn (links) und Raimund Hagspiel erläutern die Umzugspläne.
Die Egger-Geschäftsführer Thomas Moldehn (links) und Raimund Hagspiel erläutern die Umzugspläne.

Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erläuterten Egger-Geschäftsführer Raimund Hagspiel (Technik/Produktion) und Geschäftsführer Thomas Moldehn (Verkauf) am Freitag, dass die Unternehmensgruppe sich entschieden habe, die nahe beieinander gelegenen Produktionsstätten Bevern und Vörden an einem Ort zu vereinen. Alle Jobs blieben erhalten, die Vördener Belegschaft müsse aber möglicherweise an die Weser umziehen. In Bevern seien die Genehmigungsverfahren für die Erweiterung des Egger-Werkes mit 60 Mitarbeitern angelaufen. Grundstücke seien in Bevern vorrätig. Die Industrieflächen seien dort topografisch günstiger gelegen als Vörden. Raimund Hagspiel weist darauf hin, dass die Hallen in Vörden aus den 70er und 80er Jahren stammten und sanierungsreif seien. Zudem könne eine dringend benötigte neue Lackstraße für viele Millionen Euro nicht einfach direkt neben die alte Anlage gebaut werden. Das Gelände sei zu hügelig und nicht optimal, zudem zerteile eine öffentliche Straße das Werksgelände. Es spreche leider nicht sehr viel für einen Verbleib. Als möglichen Umzugstermin nannte Hagspiel das Jahr 2023, sollten alle Genehmigungen in Bevern vorliegen und die Egger-Unternehmensspitze sich grundsätzlich für die Aufgabe von Vörden entscheiden. Wann diese Entscheidung fällt, ist offen.

Blick in die Egger-Produktion. Foto: GfW

Die Mitarbeiter in Marienmünster (150 fest angestellte und 30 Zeitarbeiter) seien schon 2016 über die konkreten Umzugsüberlegungen des Unternehmens informiert worden. Wichtig sei, dass in der Weserberglandregion überhaupt ein Egger-Werk betriebswirtschaftlich weiter rentabel sei, was klar bejaht werde. Man müsse sehen, so die beiden Geschäftsführer, dass in der Holzbranche inzwischen die Musik in Osteuropa spiele, wo preiswerter produziert und Holz gekauft werde. Egger setze aber weiter klar auf einen Standort in der Weserberglandregion.

In Bevern werden zurzeit aus Holzhackschnitzeln MDF-Platten hergestellt, welche im Anschluss in Marienmünster für den Einsatz im Schrank- und Regalbau (Schrankrückwände und Schubladenböden) weiterverarbeitet werden. Das Werk in Marienmünster gibt es schon seit 40 Jahren. Seit 1999 ist es Teil der Egger Gruppe. Seitdem wurde die Werksfläche ständig vergrößert und der Anlagenbestand modernisiert (Jahresproduktionskapazität 60 Millionen Quadratmeter). In dem Werk dreht sich alles um die Veredelung von Rohprodukten, Lackierung und Kaschierung mit Fertigteilbearbeitung. Demnächst werden in Vörden noch zwei je 2,5 Millionen Euro teure neue Maschinen installiert, die dann aber in Bevern weiter genutzt werden können.

Die Egger-Betriebsleiter kündigten an, dass es weitere Gespräche mit der Stadt Marienmünster über die Standortpläne geben werde und kürzlich gegeben habe. Auch im Rat Marienmünster sei die mögliche Aufgabe der Fertigung in Kürze Thema. Die Stadt habe sich immer sehr um den Verbleib des größten Arbeitgebers auf Stadtebene eingesetzt.

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