Gutachter präsentieren Höxteranern Pläne aus erster Hand - Kosten vorgelegt 200 Bürger bei Präsentation der Landesgartenschaupläne

Höxter (WB/sos). Bürgermeister Alexander Fischer macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: »Ich brenne für die Landesgartenschau!« Und auch bei den Bürgern möchte er das Feuer der Begeisterung entfachen. Dazu nutzte er bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie im Ratssaal vor 200 Zuhörern engagiert die Chance.

Dicht gedrängt sitzen 200 Zuhörer im Ratssaal, um Details der Gartenschau-Machbarkeitsstudie zu hören. Bürgermeister Alexander Fischer begrüßt hier die Gutachter Laura Heuschneider und Elmar Pröbsting, die in der kurzen Zeit seit November die Expertise zur Gartenschau angefertigt haben.
Dicht gedrängt sitzen 200 Zuhörer im Ratssaal, um Details der Gartenschau-Machbarkeitsstudie zu hören. Bürgermeister Alexander Fischer begrüßt hier die Gutachter Laura Heuschneider und Elmar Pröbsting, die in der kurzen Zeit seit November die Expertise zur Gartenschau angefertigt haben. Foto: Michael Robrecht

Im Rathaussaal hörten die Höxteraner eine wichtige Aussage: »Ja, eine Gartenschau in Höxter ist möglich«. Die Gutachter haben Flächen bewertet, Kosten zusammengestellt und erste Pläne die Gestaltung von Flächen vorgelegt.

»Fahren Sie mit nach Düsseldorf. Ich organisiere Busse«, ermunterte das Stadtoberhaupt die Bürger, bei der Abgabe der Bewerbung am 1. März dabei zu sein.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Matthias Goeken bekräftigte die Einladung. »Kommen Sie nach Düsseldorf und zeigen Sie, dass Höxter die Landesgartenschau will.«

Parlamentarische Hürde

Zuvor nimmt die Vision jedoch eine parlamentarische Hürde: Der Rat entscheidet am Donnerstag. CDU-Fraktionschef Stefan Berens geht davon aus, dass seine Fraktion »Ja« sagt, signalisierte er bei der Bürgerversammlung. »Summa summarum muss man die Chance ergreifen.« Ein »Nein« habe eine fatale Wirkung auf junge Menschen.

Natürlich nehme er Sorgen und Bedenken ernst. »Wir sollten aber allen Mut zusammen nehmen.« Günter Wittmann (SPD) berichtete, dass die Diskussionen in seiner Fraktion angeregt und differenziert seien. Er selbst sei überzeugt von dem Konzept. Die Gartenschau könne Höxter einen Riesenschritt nach vorne bringen.

Diese Einschätzung teilt MdL Goeken. Er freut sich darauf, die Delegation aus Höxter am 1. März in der Landeshauptstadt zu begrüßen und hielt auch mit dem Hinweis auf die hohen Fördermittel ein flammendes Plädoyer für die Bewerbung. »Wir brauchen für Höxter diesen Durchbruch.«

Die Gartenschau sei auch ein Motor für andere Baumaßnahmen und könne positive Effekte auf den Lückenschluss B64 und die Sanierung der Weserbrücke haben. Der Dreiklang Weser, Altstadt und Corvey habe Potenzial.

Motor für andere Baumaßnahmen

Darauf verwies auch Professor Yvonne-Christin Bartel, Vizepräsidentin für Bildung und Internationalisierung der Hochschule OWL. Hochschule und Stadt würden noch enger zusammenwachsen. Die neuen Studiengänge Precission Farming und Freiraummanagement würden ebenso wie Landschaftsarchitektur, Landschaftsbau, Umweltingenieurwesen und Umweltinformatik bei der Gartenschau präsent sein. Der Botanische Garten auf dem Campus in Höxter sei ebenfalls ein Pfund, mit dem sich wuchern lasse.

Die Gutachter Laura Heuschneider und Elmar Pröbsting vom Büro Heuschneider aus Rheda-Wiedenbrück bekamen für ihr Konzept lang anhaltenden Beifall. Viele Anregungen aus dem Bürgerforum Ende 2017 sind in die Expertise eingegangen. Dazu gehörten das Zusammenwachsen von Stadt und Corvey mit der Weserpromenade als Verbindung und die Einbindung der Ortschaften.

Wall, Weserpromenade und Welterbe bilden mit etwa 35 Hektar überplanter Fläche die Kernbereiche (Bericht vom 16. Februar). Die Promenade würde hochwertig und dauerhaft neugestaltet. Noch nicht in trockenen Tüchern ist die geplante Brücke am Hafenbecken bei Corvey. Die Gartenschau würde das 1200-jährige Bestehen Höxters im Jahr 2023 krönen.

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