Büttenabend und Frühschoppen begeistern in Höxter-Ovenhausen hunderte Besucher Wilde, »Clowns« und eine große Party

Höxter-Ovenhausen (WB). Auch ohne Umzug am Rosenmontag bleibt Ovenhausen die karnevalistische Hochburg der Kreisstadt Höxter. Mit ihrem traditionellen Büttenabend und dem närrischen Frühschoppen haben die »Jecken vom Dorf« den »Großen« ordentlich Konkurrenz gemacht.

Von Julia Heine        und Timo Gemmeke
Die Narren reißen durch die Übergabe des Rathausschlüssels auch in diesem Jahr die Macht an sich.
Die Narren reißen durch die Übergabe des Rathausschlüssels auch in diesem Jahr die Macht an sich. Foto: Julia Heine

Jungvolk und alteingesessene Karnevalfans gleichermaßen zu begeistern, das schaffen nämlich nur die wenigsten Veranstaltungen in der »fünften Jahreszeit«. In Ovenhausen klappt’s – und das schon seit vielen Jahren. Wer Unterhaltung mit Show, Tanz und Comedy sucht, geht zum Büttenabend. Wer ordentlich feiern und sein Kostüm auf Tanztauglichkeit testen will, bleibt bis zur anschließenden Party. Erstgenannte ließen sich am Samstagabend sichtlich schnell von »Klassikern« wie dem Viersener Büttenredner Frank Bühler alias »dae Müllmann« und seinem ausgefeilten Lokalkolorit begeistern.

»Et Trömmelche« klingelt in Ovenhausen

Gesungen wurde mit Besuch vom Rhein, dem »Kölsche Duo«, der »et Trömmelche« auch in Ovenhausen klingeln ließ. Eindeutiger Höhepunkt des Abendprogramms war – bemessen am Applaus – das »Männerballet« mit seinem Auftritt, bei dem die Herren bewiesen, dass die Frauen in Ovenhausen buchstäblich noch »auf Händen getragen werden«. Ähnlich wild ging es bei der Party danach zu, bei der zur Musik von »Flexx« bis in die frühen Morgenstunden getanzt wurde. Anlässlich des großen Büttenabends wurden auch wieder mehrere Aktive im Karneval geehrt. Für elf Jahre im Elferrat wurde Klaus Hasenbein ausgezeichnet. Laura Mutter schwingt bereits seit elf Jahren in den Garden das Tanzbein und erhielt dafür ebenfalls eine Auszeichnung. Für insgesamt 22 Jahre im Elferrat wurde Jürgen Todt geehrt. Den Ehrenorden des Vereins erhielt Thomas Weber für neun Jahre im Führungsstab des Karnevalsvereins.

»Einer« vermisst Bürgermeister Fischer

Am Sonntagmorgen versammelten sich die Jecken dann zum närrischen Frühschoppen. Die Prinzengarde begeisterte das Publikum auch am Morgen mit ihrem lebhaften Tanz. Weiter ging es im Programm mit »Der Massage« und dem Auftritt des Kinderprinzenpaars. Begleitet wurde der junge Nachwuchs von der Kinderprinzengarde.

Bürgermeister Fischer wurde beim närrischen Frühschoppen besonders von »Einem« vermisst – die Verkörperung der WESTFALEN-BLATT-Rubrik »Einer geht durch die Stadt« bezeichnete diesen nämlich neben den anderen Narren als den »größten Clown des Stadtgebietes«. Scharf kritisierte er wie gewohnt die Missstände in Höxter und Umgebung. »Die Restaurierung des Freibades? Ist ja super, aber, oh Gott, wie lange wohl?«, sagte Einer, der nach eigener Aussage zum letzten mal aufgetreten ist.

Trotzdem war die Freude groß als Günther Ludwig, stellvertretender Bürgermeister, kapitulierte und den Rathausschlüssel den Jecken übergab. »Vor dem Sturm des Rathauses haben wir nämlich viel zu große Angst«, gestand er mit einem Augenzwinkern. Nach diesem feierlichen Akt sorgte »Cilly Alperscheid« mit seiner Verkleidung für ausgelassenes Lachen. Die »Teeniegarde«, die »Ehrengarde«, die »Moderne Tanz Prinzengarde« und das »Männerbalett« sorgten mit ihren Tänzen für frischen Wind im Zelt. »Die Omischen« sowie »Lu und Lu« verabschiedeten die Ovenhäuser Karnevalisten im Festzelt humorvoll.

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