Protest gegen Schließung der Post in Höxter: Bürgermeister will verhandeln Niemand hat von Plänen gewusst

Höxter (WB/sar/rob). Die Nachricht, dass die große Postfiliale in Höxters Uferstraße Ende Juni dieses Jahres geschlossen wird , hat in Höxter eingeschlagen wie eine Bombe. Selbst in der Stadtverwaltung war das endgültige Aus für die Post nicht bekannt.

Das Postgebäude in der Uferstraße ist Ende der 80er Jahre nach der Postquartiergrabung gebaut worden. Teile des Gebäudes, das einem Privatinvestor gehört, sind schon teilvermietet. Frachthalle und Fahrzeugpark sollen vorerst noch bleiben.
Das Postgebäude in der Uferstraße ist Ende der 80er Jahre nach der Postquartiergrabung gebaut worden. Teile des Gebäudes, das einem Privatinvestor gehört, sind schon teilvermietet. Frachthalle und Fahrzeugpark sollen vorerst noch bleiben. Foto: Michael Robrecht

Höxters Bürgermeister Alexander Fischer will sofort Gespräche mit den Postverantwortlichen führen, um die Schließung von Postbank und Schaltern (wir berichteten gestern) in letzter Minute zu verhindern. Es könne nicht sein, dass es in der Kreisstadt keine Post mit einem vernünftigen Angebot mehr gebe. Die Filiale werde doch gut frequentiert, wenn er jeden Tag die Schlangen dort sehe. Zudem würde in der Uferstraße kiloweise Post auf- und viele Fristensachen abgegeben, so Fischer. Vor einigen Tagen habe es zwar mit der Post ein Gespräch über die Aufgabe der Postbankangebote gegeben, von einer gleichzeitigen definitiven Filialschließung sei da nicht die Rede gewesen. Er wolle nun schauen, ob man noch etwas erreichen könne. Das WESTFALEN-BLATT hatte die Bestätigung der Post für die Filialaufgabe exklusiv gemeldet.

Schließung betrifft auch junge Leute

Die Höxteraner Postkunden sind von der Hiobsbotschaft nicht begeistert. Christoph Otten (51) muss beruflich häufig zur Post. »Solche großen Postfilialen sollte es weiter geben«, forderte er. Auch der 57-jährige Frank Stüwer ist empört: »Eine Kreisstadt braucht ein Postzentrum. Für Höxter ist das eine Katastrophe.« Die Schließung betrifft auch jüngere Leute wie Luisa Lietz. »Ich finde es nicht gut, dass zugemacht wird. Viele Leute haben bald weitere Wege zur Post.«

Nur noch wenige Möglichkeiten, Post zu verschicken

Trotz des Weggangs des Postbankcenters und der Postschalterschließung zum 29. Juni bleiben den Kunden in Höxter noch ein paar reduzierte Möglichkeiten, Briefe und Pakete zu verschicken. Neben Paketshops und Verkaufsstellen für Briefmarken gibt es Poststellen, die in Einzelhandelsgeschäfte integriert sind. In Höxter sind diese im Blumenhaus Hilmer (Schlesische Straße), im Kaufland und auch in der WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle. Weitere Postservicepunkte befinden sich in Boffzen in der Cizme Station, in Lüchtringen im Lottoladen sowie in Stahle in der Getränke Quelle. In Bruchhausen in Ellen Dietrichs M&D Handelsgesellschaft, in Vörden im Lottoladen und auch in Beverungen im Combi-Markt, im Lauenförder Rewe-Markt, in der Würgasser Bäckerei Kayser und im Dahlhauser Geschenkartikelshop gibt es Poststellen. Bad Driburg hat seine Postfiliale im Mobil Punkt, Brakel hat jeweils eine im Tele Shop Rissing und im Lottoladen Petri, Steinheim eine im Rewe und eine im Lottoladen. Ebenso können Briefe und Pakete in Willebadessen im Lottoladen, in Borgentreich im Rewe sowie in Peckelsheim im Schreibwarengeschäft Wiese, in Warburg im Kaufhaus Pielsticker und in Scherfede im Lottoladen abgegeben werden.

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