Standort Uferstraße ab Mitte des Jahres geschlossen – Brief- und Frachthalle bleibt Post macht Filiale in Höxter dicht

Höxter (WB). Diese Nachricht ist ein Paukenschlag für Höxter: Die Post- und Postbank-Filiale an der Uferstraße schließt in einigen Monaten die Pforten. Das hat Ralf Palm, Sprecher der Postbank-Zentrale mit Sitz in Bonn, gestern auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt.

Von Sabine Robrecht
In Höxter geht eine Ära geht zu Ende: Der Schalterbetrieb der Post an der Uferstraße wird Mitte des Jahres eingestellt. Das ehemalige Hauptpostamt schließt die Türen. Fraglich ist unter anderem, was aus den Schließfächern wird.
In Höxter geht eine Ära geht zu Ende: Der Schalterbetrieb der Post an der Uferstraße wird Mitte des Jahres eingestellt. Das ehemalige Hauptpostamt schließt die Türen. Fraglich ist unter anderem, was aus den Schließfächern wird. Foto: Michael Robrecht

Nicht betroffen ist die Brief- und Frachthalle der Post im rückwärtigen Bereich des Gebäudekomplexes. »Die Zusteller werden weiterhin von dort aus starten«, erläutert Rainer Ernzer, Sprecher der »Deutsche Post DHL Group«, in Düsseldorf.

Viele Kunden erledigen Bankgeschäfte online

Wann in der Filiale mit ihrem Schalterbetrieb genau die Lichter ausgehen, terminierte Postbank-Sprecher Ralf Palm gestern noch nicht konkret: »Richtung Mitte des Jahres« schließe das frühere Hauptpostamt. Nach Informationen dieser Zeitung ist der 29. Juni anscheinend Stichtag. Die Postbank hat, so Ralf Palm, in den 2000-er Jahren die großen Postfilialen übernommen.

Dazu gehört auch das frühere Hauptpostamt in Höxter. Daher ist es jetzt auch die Postbank, die diese Zweigstelle an der Uferstraße nun aufgibt. Im Zuge der Digitalisierung habe sich die Frequentierung der Filialen verändert. »Viele Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte online.« Irgendwann sind Geschäftsstellen dann nicht mehr wirtschaftlich.

Post sucht Partner für ihre Dienstleistungen

Jetzt, da das Aus für den Standort Uferstraße vor der Tür steht, kommt aber auch wieder die Post ins Spiel: »Wenn die Postbank sich zurückzieht, suchen wir an dem Ort neue Kooperationspartner«, erläutert Rainer Ernzer. Ausschau gehalten wird in diesen Fällen nach Einzelhändlern, die Postdienstleistungen übernehmen. Davon gibt es in Höxter schon einige. Wer jetzt dazu kommt, steht in den Sternen. Welche Anlaufstelle Postbank-Kunden demnächst in Höxter für beratungsintensive Geschäfte oder die Bargeldversorgung haben werden, ist auch noch unklar.

Fest steht aber etwas anderes: Postmitarbeiter, die in zu schließenden Filialen beschäftigt sind, »werden zum Unternehmen zurückkommen und dort weiter eingesetzt«, so Ernzer. Und: Sobald sich eine Folgelösung nach der Filialschließung ergebe, werde die Öffentlichkeit ausführlich informiert.

Kreisstadt ohne Post schwer vorstellbar

Mit dem »Aus« endet in der Uferstraße eine Ära. Jahrzehntelang war an dem Standort nahe der Weser die Post beheimatet. Dass das nun vorbei sein soll, verärgert die Bürger: »Eine Kreisstadt ohne Post – das kann ich mir nicht vorstellen«, schimpfte ein Höxteraner.

»Ich habe häufig vor den Schaltern Schlange gestanden, wenn ich mal eben schnell einen Einschreibebrief aufgeben wollte, und kann mir kaum vorstellen, dass die Kundenfrequenz zu gering sein soll«, zuckte eine Bürgerin mit den Schultern. Sie hatte gestern beim Wochenmarkt-Bummel in der Innenstadt gerüchteweise von den Schließungsabsichten für das frühere Hauptpostamt gehört und wollte es im ersten Moment kaum glauben.

Höxters Bürgermeister Alexander Fischer zeigte sich - wie Bürger und Politik - vom Aus für die Filiale überrascht und kündigte gegenüber dem WESTFALEN-BLATT sofortige Gespräche mit den Verantwortlichen bei der Post an. In der Verwaltung sei allein die Aufgabe der Postbank kurzfristig bekannt geworden.

Kommentare

Wer den Artikel aufmerksam liest, wird erkennen, dass die Deutsche Post AG schon in den 2000er Jahren die Filiale an die Postbank übergeben, also selbst aufgegeben hat. Die Aufgabe der Postbank ist allerdings nicht der Verkauf von Briefmarken oder die Aufgabe von Paketen sondern sie wirtschaftet wie jede andere Bank auch.Und kommt eben jetzt zum Schluss, dass diese Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist. Somit startet die Deutsche Post die Suche nach Kooperationspartnern, damit der Service gewährleistet ist und evtl. Mitbewerber keine Marktanteile erhalten. Eine Übernahme der Postfiliale in betrieblicher Eigenverantwortung der Deutschen Post AG scheint dabei keine Option zu sein.
So ist kapitalistisches und rein betriebswirtschaftliches Denken und Handeln von Unternehmen, das z.T. auch durch die Verbraucher beeinflusst und (zumindest passiv) gefordert wird. Oder gibt es keine Diskussion, wenn das Porto um 0,05€ pro Brief steigt?

Ohne Worte

Die kriegen von der Politik üppiges Briefporto genehmigt und machen Postämter platt wo die Kunden ständig bis zur Tür raus in der Warteschlange stehen. Und was machen unsere Lokalpolitiker?

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