Nach »Friederike«: Regionalforstamt berichtet in Brakel – Staatssekretär informiert sich »Holz trifft auf einen intakten Markt«

Brakel (WB). Zwischen 28.000 und 30.000 Festmeter Holz hat das Sturmtief »Friederike« im Wald rund um Brakel »gefällt«, indem es Bäume entwurzelt oder umgeknickt hat. Das haben Martin Wagemann und Eckhard Rottmann vom Regionalforstamt Hochstift am Dienstagabend im Rat der Stadt Brakel mitgeteilt.

Von Frank Spiegel
Abgeknickt oder umgekippt – das Bild der Bäume im Modexer Wald stellt sich in Teilen verheerend dar. Und das, was jetzt noch vereinzelt steht, kann nach Ansicht von Fachleuten keinen Bestand haben. Die Arbeiten im Wald dauern an.
Abgeknickt oder umgekippt – das Bild der Bäume im Modexer Wald stellt sich in Teilen verheerend dar. Und das, was jetzt noch vereinzelt steht, kann nach Ansicht von Fachleuten keinen Bestand haben. Die Arbeiten im Wald dauern an. Foto: Frank Spiegel

»Etwa 45 bis 50 Hektar Kulturfläche sind betroffen«, erläuterte Förster Eckhard Rottmann. Das gefallene Holz entspreche dem dreifachen Jahreshiebsatz. In wirtschaftlicher Hinsicht gab Martin Wagemann, Fachgebietsleiter für die Betreuung der Privat- und Kommunalwaldbesitzer, Entwarnung. »Das Fichtenholz trifft auf einen intakten und aufnahmefähigen Holzmarkt«, stellte er klar. Er sei sicher, die Mengen gut untergebracht zu bekommen. »Ein Preisrückgang auf großer Linie ist nicht zu erwarten«, zeigte er sich zuversichtlich.

Mit blauem Auge davongekommen

Brakel sei massiv vom Sturm getroffen worden und gehöre zusammen mit Beverungen und Höxter zu den am schwersten betroffenen Gebieten. Ungleich schwerer habe Friederike allerdings im Solling gewütet. »Dagegen sind wir noch mit einem blauen Auge davongekommen«, meinte Eckhard Rottmann.

»Für unseren Bereich kann man sagen, dass Kyrill vor elf Jahren zehnmal so viel Zerstörung angerichtet hat«, erklärte Martin Wagemann.

Gleichwohl seien die Folgen erheblich, denn Friederike habe nicht nur Windwurf verursacht, also Bäume entwurzelt, sondern auch Windbruch, also Bäume Streichhölzern gleich abgeknickt.

Besonders schlimm sehe es im Bereich des Modexer Waldes aus. »Gegenüber des Wildhäuser Hofes gibt es ein Waldstück, da steht nur noch ein Riegel Wald, der wird so auch nicht stehen bleiben können«, berichtete Martin Wagemann. Schließlich seien bald auch die Frühjahrsstürme zu erwarten. Und auch der Begriff »Jahrhundertsturm« gelte nicht mehr: »Ein ›Jahrhundertsturm‹ kommt inzwischen alle zehn Jahre.«

Schweres Gerät

Um der Stämme Herr zu werden, sei schweres Gerät oft unumgänglich. »An der Zufahrt zur alten Nato-Stellung im Modexer Wald haben wir bald gemerkt, dass es ohne Harvester nicht geht«, nannte Eckhard Rottmann ein Beispiel.

Er und Martin Wagemann wiesen noch einmal auf die Sperrung des Waldes bis Ende Februar hin. »Es besteht akute Gefahr für Leib und Leben«, stellten sie klar. Deshalb sei auch die nun anstehende Sturmholzaufarbeitung nichts für Anfänger. »Wir setzen daher bewährte Unternehmen aus der Region ein, die vor allem mit Harvestern nach einem konkreten Plan arbeiten«, sagte Martin Wagemann. Bis zum Frühsommer sei die Aufarbeitung nicht zu schaffen.

Gestern machte sich auch Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär des NRW-Umweltministeriums, am Rande seines Besuches beim Kreisbauerntag ein Bild von den Schäden. Roland Schockemöhle, Chef des Regionalforstamtes Hochstift, Eckhard Rottmann und Freiherr von Wolff-Metternich als Privatwaldbesitzer wiesen hier auf die Schäden hin.

Arbeiten mit Hochdruck

Mit Blick auf das Betretungsverbot des Waldes erläuterte Roland Schockemöhle, dass das Regionalforstamt Hochstift bemüht sei, Waldflächen in Kommunen, die sich hier besonders engagiert zeigten, früher freizugeben. »Wir arbeiten da mit Hochdruck mit den Waldbesitzern zusammen«, sagte er. Grundsätzlich freue er sich natürlich, wenn Leute in den Wald wollten und habe Verständnis, wenn Touristiker in den Kommunen darauf drängten, dass zum Beispiel Rundwanderwege wieder nutzbar seien. »Wir werden nicht jeden kleinen Wald früher freigeben können, tun aber, was wir können«, versprach er. Ein »Kandidat«, der möglicherweise früher wieder betretbar sein könnte, sei der Gartenschaupark in Bad Lippspringe. »Wenn das so weit ist, geben wir das unter anderem auf unserer Homepage bekannt«, so Schockemöhle.

wald-und-holz.nrw.de/hochstift

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