Weitere Baumaßnahme in Fürstenberg: Vitrinenkubus für Sammlung Reichmann Mehr Besucher im Porzellanschloss

Fürstenberg (WB/rob). Im Porzellanschloss Fürstenberg wird weiter gebaut. Als letzte große Maßnahme soll in den Wintermonaten das neue Schaumagazin fertig gestellt werden. Glanzpunkt des 80 Quadratmeter großen Saales ist die Sammlung Reichmann, die als Dauerpräsentation in einer riesigen Schauvitrine in diesem alten Filmraum gezeigt wird, wie Museumsleiter Dr. Christian Lechelt berichtet.

Das ist die neue Attraktion im Schaudepot: Ein Vitrinenkubus zeigt die umfangreiche Sammlung Reichmann, die als Dauerleihgabe in solch einer riesigen Schauvitrine im umgebauten Ex-Filmraum im Schloss Fürstenberg gezeigt wird.
Das ist die neue Attraktion im Schaudepot: Ein Vitrinenkubus zeigt die umfangreiche Sammlung Reichmann, die als Dauerleihgabe in solch einer riesigen Schauvitrine im umgebauten Ex-Filmraum im Schloss Fürstenberg gezeigt wird. Foto: Museum Fürstenberg

Sammlung mit 500 Exemplaren

Die außergewöhnlich qualitätsvolle Privatsammlung mit 500 Exemplaren umfasst vor allem sehr frühes Fürstenberg-Porzellan aus der Zeit nach der Manufakturgründung 1747. Über drei Jahrzehnte trug der Frankfurter Sammler Max-Gerd Reichmann (1936–2000) die Kostbarkeiten zu einer Kollektion zusammen, die 2017 schon einmal in einer Sonderausstellung bestaunt werden konnten.

Um die umfangreiche Privatsammlung in einem angemessenen Ambiente zu präsentieren, inszenierte das Museum vergangenes Jahr in der Alten Kapelle Einzelobjekte beziehungsweise kleine Ensembles, die die Leidenschaft und Motivation des Sammlers repräsentierten und erläuterten. Neues Wohnzimmer des Sammlers wird jetzt das neue Schaudepot. Der Reichtum der Formen und die Schönheit der Dekore aus dem 18. Jahrhundert suchten ihresgleichen, schwärmt Museumsleiter Lechelt.

Keine durchgängige Winterpause

Die Fürstenberger bereiten zurzeit die neue Saison 2018 vor. Das Porzellanmuseum im Schloss Fürstenberg hat das Jahresprogramm 2018 veröffentlicht. Die völlig neu konzipierte Porzellanausstellung in den umgebauten und im Frühjahr 2017 wiedereröffneten Museumsräumen zeigt, wie aus der Idee, Porzellan herzustellen, eine weltweit bekannte Manufaktur wurde.

Eine durchgängige Winterpause bis Ende Februar gibt es nicht: Am Freitag, Samstag und Sonntag ist das Museum bis zum 28. Februar von 10 bis 18 Uhr geöffnet und wird an den Wochenenden laut Museumsleiter Dr. Christian Lechelt gut frequentiert. Erstes Event wird am 17./18. Februar der Ostereiermarkt sein. Auf der Internetseite www.fuerstenberg-schloss.de und in der Broschüre 2018 gibt es viele Details zum weltbekannten Porzellanschloss. Auch der Porzellan-Werksverkauf ist täglich in einem Gebäude am Ortseingang nahe Fabrik und Schlossmuseum möglich.

Besucherzahlen steigen

Dr. Lechelt berichtet, dass die Besucherzahlen nach der Wiedereröffnung 2017 gestiegen seien. Die neuen Angebote würden gut angenommen. Für Schulen gebe es viele attraktive Themen: es seien immer Termine für kurzentschlossene Klassen belegbar. Die Gerberding-Stiftung unterstütze die Anfahrt für Schulen sogar finanziell.

Erleben. Verstehen. Gestalten: Nach diesem Motto hat sich das Museum Schloss Fürstenberg die Präsentation in Sachen Porzellan auf die Fahne geschrieben. Man möchte mit einem museumspädagogischen Angebot des »Weißen Klassenzimmers« besonders auch Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen aus Schulklassen von Regel- bis Förderschulen der Region, aber auch interessierte Gruppen junger Leute und Vereine ansprechen.

Zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands

Fünf Millionen Euro hat die Frischzellenkur Museumsumbau gekostet. Fürstenberg ist nach Meißen die älteste Porzellanmanufaktur in Deutschland. Auf drei Stockwerken präsentiert das Museum nun sein »Weißes Gold« – und zwar nicht mehr in verstaubter, heimatmusealer Manier, sondern top-modern. Auf dem Markt ist auch Band III der Porzellangeschichte der Porzellanmanufaktur Fürstenberg – die Geschichte der Fabrik von der Privatisierung 1859 bis heute (Autor Christian Lechelt).

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