Handwerkervereinigung begeistert mit innovativem Programm fast 400 Gäste Ball wird zur Party der Generationen

Höxter(WB). Wenn die Handwerker einmal im Jahr auf das Tanzparkett bitten, dann lässt sich Höxters Partyvolk gern blicken. Verständlich, wenn so ein Ball selbst nach der 69. Auflage noch innovativ und zeitgemäß wirkt – und selbst den Nachwuchs ohne Probleme begeistern kann.

Von Timo Gemmeke
Hat fast jeden Handwerkerball miterlebt: Horst Kreuzer mit seiner Lebensgefährtin Angelika Schwilke auf der Tanzfläche.
Hat fast jeden Handwerkerball miterlebt: Horst Kreuzer mit seiner Lebensgefährtin Angelika Schwilke auf der Tanzfläche. Foto: Timo Gemmeke

Generationen feiern

Dass Strauss’ Donauwalzer und jugendlicher Urban-Pop doch ziemlich gut zusammenpassen, das hat der Ball des Handwerks am vergangenen Samstag Jedem bewiesen, der so klassische und traditionsreiche Veranstaltungen für das Jungvolk längst totgesagt hat. In der Residenz-Stadthalle ließen sich ebenso gewohnt erfahrene Ballgäste blicken als auch jene, die man am Wochenende im Club oder auf der Haus-Party vermutet hätte. »Das ist ein gutes Zeichen, auch für die Zukunft« freute sich Frank Lohmann, Vorsitzender der Handwerkervereinigung vor den 390 Gästen, die sich innerhalb von zwei Wochen eine Eintrittskarte sichern konnten.

Adretter Auftritt

Schick, schicker, Ball des Handwerks: Die Garderobe am Abend konnte sich wortwörtlich blicken lassen und war weit entfernt von Blaumännern und Arbeitskluft. Die Damen zeigten sich in den verschiedensten Kleidkreationen, die Männer hielten es klassisch im Anzug mit Schlips oder Fliege.

Kraftpakete und Schweden

Innovativ gestaltet war – wie in den Vorjahren – das Programm neben Tanz und Tratsch am Tisch. Die Wahl des ersten Acts des Abends konnte besonders die weibliche Fraktion begeistern: die »Beast-Brothers«. Muskelbepackt, aber erstaunlich agil vereinten sie in der Show Kraft und Akrobatik – »Calisthenics« im Sportsprech genannt. Alles nur Protzerei? Weit gefehlt, denn die jungen Herren bewiesen Disziplin und Teamgeist verpackt als »Street-Workout«.

Weniger maskulin, aber nicht minder gelobt wurde die ABBA-Coverband, die das Beste der Kult-Schweden auf die Bühne brachte. Die Doubles von Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid bewiesen, dass selbst 70er-Sound die Teenies tanzen lässt – ihre Eltern oder gar Großeltern sowieso. Wer klägliche Stimmchen hinter dem Playback-Gewand erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt: Nicht umsonst konnten »Swede Sensation« auf ihren Touren international bisher mehr als eine Million Zuhörer begeistern.

Tanzbares abseits von »Mama Mia« und Co. lieferten »Daniel Ligges and Band« den restlichen Abend über. Selbst zu Teenie-Sound wurde klassisch getanzt, andersherum zum Foxtrott lässig gesteppt. Selbst das Schneetreiben draußen konnte das bunt gemischte Partyvolk nicht vom Parkett holen – bis am frühen Morgen dann die Lichter angingen.

Ballgeflüster

Auf dem Ball des Handwerks wurde nicht nur kräftig getanzt, sondern auch getratscht. »Längst kommen nicht mehr nur Vertreter des Handwerks. Aber wo bleiben die ganzen Politiker?«, fragte sich Dietmar Beineke. Ähnlich kritisch gab sich auch Dardo Franke: »Die Stimmung hier ist super. Das zeigt aber, wie groß der Bedarf für derartige Veranstaltungen hier in Höxter ist.« »Ball-Urgestein« Horst Kreuzer zur Entwicklung des Balls: »Ich bin seit 1954 auf jedem Ball gewesen. Das Programm ist immer sehr gut, aber leider ist das Thema Handwerk etwas aus dem Fokus geraten. Dafür ist die Party um so größer.«

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