Traditionelle Hochzeitsmesse in Höxter – Wünsche der Paare werden individueller Die hohe Kunst des Heiratens

Höxter (WB). Alles für den großen Tag im Leben: Die 20. Höxteraner Hochzeitsmesse hat die neuesten Trends rund um das »Ja-Wort« in der Residenz-Stadthalle präsentiert.

Von Roman Winkelhahn
Gleich mehrere Modenschauen bot die regionale Fachmesse in Höxter.
Gleich mehrere Modenschauen bot die regionale Fachmesse in Höxter. Foto: Roman Winkelhahn

Die klassische Hochzeit mit weißem Schleier, Wagners Brautmarsch und der Tortenfigur hat Konkurrenz bekommen. Paare trauen sich auf ihrer Reise ins gemeinsame Glück immer mehr zu – und scheuen vor bisher unbekannten Strecken nicht zurück.

Das Thema Hochzeit ist zu einem wichtigen Verkaufssektor geworden. Oft wird viel Geld in die Hand genommen, denn der große Tag soll perfekt werden. Die Aussteller, die jährlich auf der Hochzeitsmesse in Höxter anzutreffen sind, wissen genau, was Paare wollen. Der Fantasie sind schon lange keine Grenzen mehr gesetzt – weder bei der Torte, noch bei der Musik. Nur das Brautkleid bleibt meist klassisch chic ganz in Weiß. Der Mann traut sich hingegen schon etwas mehr: Tiefes Blau statt schlichtes Schwarz. Florale Muster werten den Look auf. Den Verlobten im Publikum gefällt diese Variante.

Feine Spitze

»Feine Spitze bei den Damen liegt absolut im Trend«, verrät Veranstalter Uwe Hörnlein. »Auch die Tattoo-Optik ist sehr gefragt«, weiß der Spezialist für Brautmode. In der »Boutique TM« könnten Kleider zwischen 300 und 1 500 Euro erworben werden. »Die einen Damen sind beim Kauf sehr offen, die anderen haben sich bereits im Vorhinein für ein konkretes Modell entschieden«, so Hörnlein. Doch es gilt: »Die Kombination aus Frau und Kleid muss passen.« Es ist durchaus auffällig, wie sehr der traditionelle Schleier von der Bildfläche verschwindet. »Hälfte, Hälfte«, erklärt Hörnlein. »Einige Frauen ziehen einfachen Kopfschmuck vor, oder ein Krönchen. Aber es gibt alles: von ganz dezent bis drei Meter Stoff.«

Musikalische Wünsche der Verliebten

Natürlich darf eines auf einer guten Hochzeit niemals fehlen: die passende Musik. Ob langsame Ballade in der Kirche oder Disco-Funk auf der Feier. Michelle Glaus, die sich als »Hochzeitssängerin mit Herz und Leidenschaft« vorstellt, kennt sich gut mit den musikalischen Wünschen der Verliebten aus. »Es steht und fällt alles mit der Musik«, sagt die 21-Jährige aus Kassel. In der Kirche soll eine kräftige Stimme die Emotionen einfangen. »Ich kann nur jedem Brautpaar dazu raten, sich die richtige Musik auszusuchen.« In den Hochzeitscharts ganz oben: »›Ja‹ von Silbermond und ›All of me‹ von John Legend.

Cake-Pops und gefüllte Muffins

Scheinbar ist auf einer modernen Hochzeit alles möglich wie süßes Gebäck am rosa Stiel, Cake-Pops genannt. Auch Cupcakes, gefüllte Muffins (nicht selten mit Marzipanrosen gekrönt), genießen eine unbändige Nachfrage. In Sachen Torte trauen sich Paare immer mehr. »Es ist alles möglich«, erklärt Konditorin Anika Rieks aus Nieheim und zeigt ein paar ihrer ausgefallensten Kreationen: Fußballtorte und Erdbeerherzen.

»Ich habe schon viele verrückte Sachen gemacht«, scherzt die 31-Jährige. Für eine Las-Vegas-Hochzeit kreierte sie zum Beispiel einen riesigen Poker-Chip. »Zwei bis drei Tage dauert es, bis so eine Torte fertig ist. Davon sind sechs Stunden tatsächliche Arbeitszeit. Den Rest warte ich, weil Torten wie ein Linseneintopf sind: Der schmeckt doch am besten, wenn er eine Weile gestanden hat.«

Kreation aus Sahne und Creme

Zu jeder guten Hochzeit gehöre eine solche Kreation aus Sahne und Creme, denn: »Eine Party ohne Torte ist nur ein Meeting«, sagt Rieks. An 28 Ständen wurde am Sonntag verkauft und beraten. Neben zahlreichen Stammausstellern gab es auch Neuzugänge: »Sab’s Tanzstudio« aus Lauenförde war zum ersten Mal auf der regionalen Messe. Tanzlehrerin Sabrina Jakob weiß um die Vorlieben der Paare: »Von Walzer bis Hip-Hop ist alles dabei. Ich hatte auch schon Leute, die haben den flotten Gangnam-Style getanzt.«

Fotoaufnahmen am Ehrentag

Und um die Bilder vom großen Tag stets griffbereit zu haben, engagieren Paare gerne einen Fotografen. Gleich mehrere Anbieter stellten in der Stadthalle ihre Ideen für das perfekte Bild vor.

Unter den Besuchern war auch das zukünftige Brautpaar Johann Wins (26) und Nina Wilhelm (25), die aus Werther (Kreis Gütersloh) angereist sind. »Wir wollen heute vor allem Eindrücke sammeln. Unsere Heirat soll klassisch sein.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.