Kostenloses Surfen in der City – WESTFALEN-BLATT macht Tempotest 1000 neue Nutzer im Dezember

Höxter (WB). Kostenlos surfen per WLAN-Hotspot: In vielen Städten und Dörfern ist das heutzutage Standard – seit etwas mehr als einem Jahr auch in Höxter . Wie gut funktioniert der freie Internetzugang aber tatsächlich? Das WESTFALEN-BLATT hat den Test gemacht.

Von Timo Gemmeke
»Freies WLAN« – wie auf diesem Schild beworben – gibt es an insgesamt sechs Hotspots im Bereich der Höxteraner Innenstadt. Diese haben die Werbegemeinschaft mit der Stadt Höxter und der Gas- und Wasserversorgung (GWH) 2016 gestartet.
»Freies WLAN« – wie auf diesem Schild beworben – gibt es an insgesamt sechs Hotspots im Bereich der Höxteraner Innenstadt. Diese haben die Werbegemeinschaft mit der Stadt Höxter und der Gas- und Wasserversorgung (GWH) 2016 gestartet. Foto: Timo Gemmeke

Das kleine Rädchen dreht und dreht sich, die Nachricht kommt nicht durch. Wieder mal E-Netz, da bringen auch die vier von fünf Signalbalken nichts. »Freies WLAN« steht da auf einem Schild an einem Laternenmast am Markt – schon davon gehört, aber nie genutzt.

Freies WLAN taucht dann auch auf dem Display auf – als einziges Netzwerk in der Innenstadt nicht verschlüsselt. Kurz auf »Höxter« getippt, wieder dreht sich das kleine Rädchen. Es dauert etwas, selbst von verschiedenen Plätzen in der Stadt aus. Dann öffnet sich im Browser »hotspot.smight.de«, langsam aber sicher. Drei Minuten später klappt’s, AGBs akzeptiert. »Jetzt surfen?« Gerne!

Einloggen dauert – Danach geht´s fix

Einmal eingeloggt geht alles ziemlich fix. Die Nachricht kommt an, das kleine Rädchen dreht fast durch, so schnell ist das Netz. Gleichgesinnte sitzen im Café nur einige Meter weiter, meist am Handy, aber auch vor dem Laptop oder Tablet. Seine Kopfhörer hat ein junger Mann eingestöpselt – packt das Netz den Musikstream?

Kurz die entsprechende App geöffnet, einen Song ausgewählt und nach kurzem Warten läuft’s. Der 47-Minuten-Podcast braucht eindeutig länger zum Laden, nach einmaligen Abbruch tönt aber auch der durch die Handyboxen.

Ein weiterer Abbruch folgt, diesmal aber anderer Natur: »WLAN nicht verfügbar« heißt es auf dem Bildschirm. Die App, die testweise laden sollte, bricht den Vorgang ab. Überbelastet scheint das Netz nicht zu sein, weil nur ein dutzend anderer Höxteraner in Sichtweite den Hotspot nutzen. Hier hakt es offenbar. Eine halbe Minute später die Wende: Die App lädt weiter, wie vorhin liefert die Verbindung beständig Internet. Nach drei Minuten sind 28 Megabyte heruntergeladen. Zu Hause geht das schneller, aber für ein öffentliches Netz mit vielen Nutzern ein zufriedenstellender Wert.

Zum Schluss der Härtetest: Zwei Stunden Video, höchste Auflösung und andauernden Chatempfang im Hintergrund. Youtube stockt. Erst einige Sekunden, dann fast eine Minute. Und dann – ohne Ruckler oder Bröckel-Grafik – spielt es den Film ab.

»Zahl der Logins ist hoch«

Fazit: Das WLAN in der Innenstadt funktioniert im Großen und Ganzen gut. Wie Jens Klingemann von der Höxteraner Werbegemeinschaft sagt, werde es auch gut angenommen. »Die Zahl der Logins ist hoch, von mindestens 200 bis zu 800 an guten Tagen«, sagt der Modehändler. Neu im Netz waren allein im Dezember fast 1000 Erstnutzer, die sich an einem der insgesamt sechs möglichen Hotspots eingeloggt haben.

Bisher decke das WLAN-Netz fast den gesamten Bereich der Höxteraner Innenstadt von der Corbiestraße über den Marktplatz bis hin zum Bahnhof ab. »Eine Erweiterung des Netzes ist vorstellbar, aber bisher nicht in Planung. Möglicherweise könnte das dann den Bereich um die Volkshochschule und das JuZi betreffen«, so Klingemann. Probleme mit den Hotspots und dem Netz habe es bislang nicht gegeben, »eine Box ist mal kurz ausgefallen, aber die lief schnell wieder«, erklärt Klingemann. »Insgesamt läuft alles, wie geplant.«

Auch Bernd Engel, Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei, die direkt am Marktplatz ein Café betreibt, ist mit dem öffentlichen WLAN-Netz zufrieden. Generell sei das Angebot der Werbegemeinschaft eine Selbstverständlichkeit, die heutzutage von den Kunden erwartet werde. »Damit wurde die positive Entwicklung der Innenstadt gefördert.« Auch er nehme war, »wie fleißig in unserem Café« gesurft wird.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.