Silvester-Tipps: So bleibt der Umgang mit Feuerwerkskörpern sicher »Wer knallt, haftet für Schäden«

Höxter (tig/dl/WB). Raketen, Böller und Co.: An Silvester soll es für Feuerwerk-Fans so richtig krachen. Dass es aber auch beim Zündeln gesetzliche Regelungen gibt, darauf weißt der Kreis Höxter hin.

»Achtung«: Dieser Warnhinweis ist auf allen Verpackungen von Feuerwerkskörpern vermerkt .
»Achtung«: Dieser Warnhinweis ist auf allen Verpackungen von Feuerwerkskörpern vermerkt . Foto: Timo Gemmeke

Folgende Tipps, aber auch rechtliche Hinweise, gibt der Kreis Höxter, damit der Umgang mit Feuerwerkskörpern an Silvester sicher bleibt:

Schutzzonen meiden

Feuerwerk ist in bestimmten Bereichen verboten. Weil für Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Seniorenheime grundsätzlich ein besonderer Schutz sowie für Fachwerkhäuser ein erhöhtes Brandrisiko besteht, dürfen in ihrer unmittelbaren Nähe an Silvester keine Feuerwerkskörper gezündet werden. Daran erinnern der Kreis Höxter und die Ordnungsämter der zehn Städte und bitten Bürger, dieses gesetzliche Verbot, das der Sicherheit der Bevölkerung dient, dringend zu beachten.

Besondere Rücksichtnahme ist außerdem in der Nähe von Gewerbegebieten, in denen gefährliche Stoffe lagern können, Sammelunterkünften, Tankstellen und insbesondere bei offenen Tierhaltungen sowie Stallungen geboten.

Die Verwendung von sogenannten »Himmelslaternen« ist in Nordrhein-Westfalen und auch in Niedersachsen aus Brandschutzgründen generell verboten.

Wer trotzdem überall zündelt, riskiert eine hohe Strafe: Es drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 50.000 Euro. Zusätzlich müssen Verursacher für den entstandenen Schaden aufkommen.

Hinweise beachten

Damit das neue Jahr in der Silvesternacht nicht nur ausgelassen, sondern auch sicher begrüßt werden kann, sollten bei jedem Feuerwerk unbedingt die Hinweise der Hersteller sorgfältig beachtet werden. »Besonders wichtig ist der ausreichende Sicherheitsabstand zu Menschen, Tieren, Autos oder Gebäuden. Auch sollten Raketen niemals aus der Hand gezündet werden, sondern zum Beispiel aus einer leeren Glasflasche, die in einem abgestellten Getränkekasten steht«, erklärt Matthias Kämpfer vom Kreis Höxter, Leiter des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Straßenverkehr.

»Beim Feuerwerk gilt immer die Grundregel: Wer knallt, haftet für entstandene Schäden und nach dem Knallen muss auch aufgeräumt werden«, so Kämpfer.

Damit die Begrüßung des neuen Jahres nicht im Krankenhaus endet, sollten Verbraucher nur Feuerwerkskörper verwenden, die eine CE-Kennzeichnung, eine amtliche Zulassungsnummer einer in der Europäischen Union ansässigen »Benannten Stelle« und eine Gebrauchsanleitung in deutscher Sprache haben. Mit »Billigknallern« aus illegalen Importen ist es in den Vorjahren im gesamten Kreisgebiet zu schweren Unfällen mit dauerhaften gesundheitlichen Schäden beispielsweise an Händen und Augen gekommen. Von Terrassen und Balkonen sollten brennbare Gegenstände und Hausrat entfernt, Fenster und Türen während der Zeit geschlossen werden.

Legales Feuerwerk ist leicht an der Registriernummer sowie dem CE-Zeichen in Verbindung mit der Kennnummer der Prüfstelle zu erkennen. Der Gebrauch illegaler Feuerwerkskörper kann nach dem Sprengstoffgesetz mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden. Das Fachgebiet Ordnung des Kreises Höxter wird im Verkaufszeitraum (28. - 30. Dezember) die Verkaufsstellen, welche den Feuerwerkskörper führen, kontrollieren.

Vorsicht bei Tieren

»Es kommt immer darauf an, ob ein Tier überhaupt Angst vor Feuerwerk hat«, sagt Tierärztin Dr. Kristina Oster. Hunde etwa, die an Silvester oder Neujahr durch Böller und Raketen erschreckt werden, nehmen häufig Reißaus. »Die rennen zum Teil völlig kopflos weg, auch wenn sie das sonst nie tun würden. Das passiert jedes Jahr.« Desensibilisieren könne man ängstliche Tiere kaum. Viele Katzen, Vögel oder Nager seien da entspannter. Dennoch müssten sich die Besitzer in der Silvesternacht individuell um sie kümmern. Dazu rät auch Dr. Reinhard Böhlen aus Warburg: »Gerade wenn ich weiß, dass mein Tier ängstlich ist.«

Die Tierärzte Dr. Kristina Oster und Dr. Reinhard Böhlen geben für den Umgang mit Tieren an Silvester folgende Tipps: Hunde nur an der Leine raus lassen. Freigängerkatzen rechtzeitig ins Haus holen. Käfige mit Vögeln oder Nagetieren nicht ans Fenster stellen. Außerdem sollten in der Wohnung die Rollläden herunter gelassen werden, um den Umgebungslärm dämpfen.

Keine Experimente

Spielereien mit Feuerwerkskörpern sollten immer unterbunden werden. »Niemals Böller oder Raketen von Balkonen oder aus Fenstern heraus zünden«, teilt Kämpfer mit. Auch mit Batterien sollte nie auf Menschen oder Tiere gezielt werden. »Blindgänger« sollten nach einmaligem Zünden nicht erneut genutzt werden. Selbstgebaute Kracher sind ebenso sehr gefährlich.

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