Reichlich Regen stellte Landwirte 2017 vor große Herausforderungen Sorge um Vorrücken der Schweinepest

Warburg/Höxter (WB). »2017 war für Landwirte ein aufregendes Jahr«, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, Antonius Tillmann. »Vor allem das Wetter brachte so manche Überraschungen.« Ein wenig mehr Sicherheit hatten Milch- und Schweinebetriebe durch gestiegene Erzeugerpreise.

In diesem Jahr stellte reichlich Regen die Landwirte aus dem Kreis Höxter im Sommer bei der Getreide- und Rapsernte sowie im Herbst bei der Mais-, Kartoffel und Zuckerrübenernte wieder vor große Herausforderungen.
In diesem Jahr stellte reichlich Regen die Landwirte aus dem Kreis Höxter im Sommer bei der Getreide- und Rapsernte sowie im Herbst bei der Mais-, Kartoffel und Zuckerrübenernte wieder vor große Herausforderungen. Foto: Florian Pottkamp/WLV

Ungewöhnliche Witterungsbedingungen prägten nach Angaben von Tillmann das Jahr: Der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, dann der Frost im April. Im Juni Hitze und Trockenheit. Danach immer wieder feuchte Witterung. Der Regen forderte die Bauern im Sommer bei der Getreide- und Rapsernte und im Herbst bei der Mais- und Zuckerrübenernte, ebenso bei der Herbstbestellung. »Im Großen und Ganzen konnten wir trotzdem beim Mais eine gut durchschnittliche Ernte verbuchen«, sagt der Vorsitzende. Die Zuckerrüben zeigten sehr gute Erträge mit guten Zuckergehalten.

Wirtschaftliche Lage hat sich für Milchbauern deutlich entspannt

Der Blick vom Acker in den Stall: Der Milchpreis habe sich zum Glück in diesem Jahr erholt, so Tillmann. Die wirtschaftliche Lage habe sich für die Milchbauern deutlich entspannt. Das sei aufgrund der hohen Verluste der Krisenjahre 2015 und 2016 dringend notwendig gewesen.

»Bei den Schweinen hatten wir ebenfalls ein gutes Jahr«, erklärt der Vorsitzende. Positiv sei das nach wie vor sehr große Interesse der Schweinehalter an der Initiative Tierwohl. Ab 2018 gehe diese in die zweite Runde, über 4000 Schweinebetriebe würden dann teilnehmen. »Dies verdeutlicht, wie wichtig den Landwirten das Wohl ihrer Tiere ist«, bekräftigt der Vorsitzende. Es gäbe keinen zusätzlichen Gewinn, aber der Mehraufwand werde bezahlt.

Tierseuche hat verheerende Folgen

Das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Osteuropa sehen die Bauern weiterhin mit großer Sorge. Vor allem über ein Verschleppen durch den Menschen könne die Tierseuche sprunghaft große Entfernungen in kurzer Zeit überbrücken und so rasch Deutschland treffen.

Da die Gefährdung ebenso von der hohen Wildschweinpopulation ausgehe, appelliert der Vorsitzende an die Verantwortung von Landwirten und Jägern. Das ASP-Virus, das für den Menschen ungefährlich sei, habe aber für die Schweine, Bauern und für die gesamte Wertschöpfungskette verheerende Folgen.

Ein Thema, das die heimischen Landwirte in diesen Tagen besonders bewegt, sind die Stalleinbrüche einiger Tierrechtsorganisationen. »Einbrüche sind Straftaten und keine Heldentaten«, unterstreicht Tillmann. Wer sich ohne Erlaubnis Zutritt zu Ställen verschafft, handele kriminell und gefährde bewusst die Tiere.

Verschärfte Düngeverordnung

Eine wichtige neue Weichenstellung für die Landwirte sei die verschärfte Düngeverordnung, die sehr komplexe Vorgaben enthalte. Die Zeiträume, in denen Dünger aufgebracht werden dürfe, seien beispielsweise verkürzt worden. »Die organische Düngung wird vom Herbst stärker in das Frühjahr verlagert«, schildert Tillmann. Dieses führe neben einem arbeitstechnischen Druck für die Landwirte im Frühjahr möglicherweise dazu, dass die Gülledüngung von der Bevölkerung noch stärker wahrgenommen werde, weil sie dann zeitlich sehr eng erfolgen müsse.

Abschließend betont der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter,: »Unsere Werkbank ist unter freien Himmel.« Ein Großteil der Arbeit von Landwirten finde unter den Augen der Öffentlichkeit statt, die informiert werden müsse. »Wir wollen daher auch im neuen Jahr den Kontakt zum Verbraucher suchen«, bekräftigt Tillmann. »Gerne informieren wir über Ackerbau und Viehzucht. Wir erzeugen Lebensmittel, sicher, darauf können Sie sich verlassen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.