Sieben Tiere eines Beveraner Halters über Nacht getötet – Spuren weisen auf Raubkatzen hin Schafherde vermutlich von Luchs gerissen

Bevern  (WB). Die ganze Härte der Natur hat ein Beveraner Schafhalter am vergangenen Wochenende erleben müssen. Über Nacht wurden sieben Kamerunschafe aus seinen Beständen gerissen. Die Naturschutzbeauftragten des Landkreises Holzminden gehen von einem Luchsangriff aus, was auch das Expertenurteil von Ole Anders, Koordinator des »Luchsprojektes Harz«, bestätigt.

Von Timo Gemmeke
Sieben Kamerunschafe wurden am vergangenen Wochenende vermutlich von einem oder mehreren Luchsen getötet.
Sieben Kamerunschafe wurden am vergangenen Wochenende vermutlich von einem oder mehreren Luchsen getötet.

»Die Art, wie die Tiere getötet wurden, ist typisch für Luchse«, erklärt Anders im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Eine höhere Abzäunung hätte dies nicht verhindern können, ist der Experte sicher: »Diese Raubkatzen können bis zu drei Meter hoch springen. Wenn der Luchs will, kommt er fast überall hinein.«

Dass von einem Luchs aber gleich alle auf der Weide befindlichen Tiere getötet wurden, sei eher untypisch. Nahrungsmangel durch unbeständige Wetterverhältnisse würde den Katzen keine Probleme bereiten oder sie in Extremsituationen bringen. »Bisher ist es uns unerklärlich, wir können den Vorgang nur vage rekonstruieren,« so Anders. Einen vergleichbaren Fall habe es zuletzt vor 15 Jahren in Bad Lauterberg gegeben.

Andererseits sei es ein »natürlicher Reflex« fernab jeglicher »Perversion und Grausamkeit« gewesen, sagt Karsten Dörfer, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Holzminden. »Wenn die Schafe fliehen wollen, aber nicht können, liegt es in der Natur der Raubtiere, sie zu töten.« Dass es in dem Verbreitungsgebiet der Harzer Luchse dennoch zu einem derartigen Vorfall kam, sei »sehr bitter«. Der Marktwert der Schafe sowie die restlichen entstandenen Schäden an den Zäunen werden vom Nationalpark Harz erstattet.

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