Stadt gibt erstes Immissionsgutachten in Auftrag – Bei Veranstaltungen drohen Auflagen Reicht Lärmschutz an der Stadthalle?

Höxter (WB). Die Stadt Höxter will für ihre Stadthalle ein Lärmschutzgutachten erstellen lassen. So eine Immissionsexpertise hat es bisher nie gegeben und war auch beim Umbau des Resi-Kinos in die Stadthalle vor 13 Jahren nicht in Auftrag gegeben worden. Gibt es bald Auflagen, die weh tun?

Von Michael Robrecht
Bälle, Feten, Discoparty: In Höxters Stadthalle können mehr als 2000 Besucher gleichzeitig bis in den frühen Morgen feiern (hier eine »Go-Parc-Party«). Wird das auch zukünftig möglich sein? Ein Immissionsschutzgutachten wird hier jetzt Klarheit schaffen.
Bälle, Feten, Discoparty: In Höxters Stadthalle können mehr als 2000 Besucher gleichzeitig bis in den frühen Morgen feiern (hier eine »Go-Parc-Party«). Wird das auch zukünftig möglich sein? Ein Immissionsschutzgutachten wird hier jetzt Klarheit schaffen. Foto: WB-Archiv

Hintergrund für das Gutachten, das noch vor der Sommerpause vorliegen soll, ist laut Fachbereichsleiter Heiner Brockhagen, dass Politik und Verwaltung bei Höxters Veranstaltungsort Nr.1 genau wissen müssten, was in diesem sensiblen Innenstadtbereich zukünftig zulässig sei.

Der Lärmschutz kommt auf den Prüfstand. Ob die Untersuchungsergebnisse und Lärmmessungen zu Konsequenzen beim Lärmschutz durch bauliche oder programmeinschränkende Maßnahmen führten, das sei völlig offen, sagt Heiner Brockhagen. Vielleicht muss beim Schallschutz mit viel Geld nachgerüstet werden, befürchten Politiker.

Höxters Stadthalle präsentiert sich in dieser Form seit 2004. Links neben der Halle wird ein Wohnheim gebaut. Foto: Lars Winkels

»Wir haben in Sachen Lärm bisher keine umfassende Begutachtung und müssen vor weiteren Investitionen in die Stadthalle genau wissen, was nach aktueller Rechtslage dort zulässig ist«, schilderte Brockhagen einen konkreten Handlungsdruck. Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Erarbeitung des Lärmgutachtens zum Anlass genommen, alle Investitionen für die Stadthalle in 2017 im Haushalt mit einem Sperrvermerk zu versehen. Es gebe ernst zu nehmende Hinweise, das Thema Immissionsgutachten für die Stadthalle jetzt anzugehen, so Heiner Brockhagen.

Die Stadt will bei möglichen Klagen gewappnet sein. Aktuelle Klagen von Anwohnern und Einschränkungen für den Hallenpächter Kai-Daniel Schmidt gebe es nicht. Auch sei der geplante Neubau des Wohnheims für psychisch Kranke durch den Bau- und Sparverein Paderborns direkt neben der Stadthalle nicht der Grund für das neue Gutachten. Hier gebe es ein gutes Einvernehmen.

Eine Kernfrage stellt sich: Können Veranstaltungen in der Halle weiter auch nach 22 Uhr laufen? Stadthallenpächter Kai-Daniel Schmidt, der seinen Pachtvertrag jetzt erst um zwei Jahre verlängert hat, sieht dem Lärmschutzgutachten erst einmal gelassen entgegen. 90 Prozent seiner Termine – von der Go-Parc-Disco bis zum Schulabschlussball – liefen bis tief in die Nacht und das müsse auch weiter möglich sein. Die Zusammenarbeit bewerten Stadt und Pächter sehr positiv.

Lesen Sie mehr am Donnerstag, 26. Januar, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Höxter.

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