Einweihung mit NRW-Umweltminister - erster Stadtwerke-Windpark im Kreis Höxter Bastenberg: Windgiganten gehen ans Netz

Beverungen (WB/ako/hai). Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist er jetzt fertig. Der Windpark Bastenberg ist ans Netz gegangen und am Mittwoch, 1. Februar, offiziell eingeweiht worden. Im Kreis Höxter wurde damit der erste Stadtwerke-Windpark erfolgreich realisiert. Darüber freut sich Rüdiger Hölscher, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Windpark.

Umweltminister Johannes Remmel (rechts) hat am Mittwoch den Windpark mit eröffnet.
Umweltminister Johannes Remmel (rechts) hat am Mittwoch den Windpark mit eröffnet. Foto: Harald Iding

»Im Kreis Höxter haben wir den ersten Stadtwerke-Windpark innerhalb von zwölf Monaten Bauzeit erfolgreich realisiert«, sagte Hölscher.

Vor wenigen Tagen wurden die fünf Windkraftanlagen fertiggestellt und haben bereits die ersten Kilowattstunden ins Netz eingespeist. Die beteiligten Stadtwerke sowie die Stadtwerke-Kooperation Trianel hatten alle interessierten Bürger zur feierlichen Einweihung des Windparks mit neuer Namenswidmung (Windpark Bastenberg) auf dem Gelände zwischen Drenke und Amelunxen eingeladen. »Der Windpark leistet in der Region und für die Region einen wichtigen Beitrag für die Energiewende. Mit dem Windparkfest möchten wir dies gemeinsam mit den Bürgern zum Ausdruck bringen und unterstreichen«, erklärt Hölscher.

Gesamtleistung von 13 Megawatt

Die Bauzeit für den Windpark mit einer Gesamtleistung von 13 Megawatt (MW) betrug knapp zwölf Monate von Februar 2016 bis Januar 2017. Errichtet wurden drei 180 Meter hohe Anlagen des Typs GE 120 mit jeweils einer Leistung von 2,5 MW sowie zwei 199 Meter hohe Anlagen mit einer Leistung von 2,75 MW. Die Rotoren der fünf Windkraftanlagen haben einen Durchmesser von jeweils 120 Metern und erzeugen damit auf einer Fläche von rund 56 500 Quadratmetern, so groß wie acht Fußballfeldern, regenerative Energie. Nach den vorliegenden Prognosen wird der Windpark damit jährlich rund 32 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom produzieren.

Das Windparkfest fand direkt auf dem Gelände des Windparks statt. Alle Besucher hatten die Möglichkeit, aus nächster Nähe den Windpark zu besichtigen und einen Blick in das Innenleben einer Windenergieanlage zu werfen. Es fand ein Festakt statt mit NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Hubertus Grimm, Bürgermeister der Stadt Beverungen, auf dem Windpark-Gelände.

Kommentare

Bastenberg: Windgiganten gehen ans Netz

Leserbrief zum Artikel Bastenberg: Windgiganten gehen ans Netz
Nun ist der Windpark mit „amtlicher Unterstützung“ der NRW-Landesregierung, der Kirchen und örtlichen Vereine eingeweiht!

Dazu möchte ich als nicht unmittelbar betroffener Bürger einige Anmerkungen machen, wird doch versucht, den Bürgern der betroffenen Ortschaften durch die Ankündigung von Minispenden Sand in die Augen zu streuen.

Schon lange geht es bei den Investitionen in die Windkraft größtenteils nicht mehr um die Energiewende sondern um den hoch subventionierten Profit der Beteiligten Investoren. Die Aussage des Herrn Grimm, Bürgermeister der Stadt Beverungen, dass auch ohne die gescheiterte Bürgerbeteiligung die Windkraftanlage allen Bürgern zugute kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Oder werden jetzt die Grundsteuern der beteiligten Städte, die Strompreise der beteiligten Stadtwerke oder die Gaspreise der Gas- und Wasserversorgung spürbar für die Einwohner der betroffenen Ortschaften gesenkt? Wahrscheinlich nicht. Hier könnte sich Herr Grimm als Aufsichtsratsvorsitzender der Beste Stadtwerke vorbildlich für die Bürger der betroffenen Ortschaften einsetzen.
Aber es gibt ja Alternativen anderer Anbieter mit günstigeren Tarifen für den Strom- bzw. Gasbezug.
Eine Bürgerbeteiligung der besonderen Art besteht jedoch durch die ständig steigenden Kosten für diese hochsubventionierte Branche durch die Umlage nach dem Erneuerbare Energie Gesetz. Und die steigt von Jahr zu Jahr und hat bereits heute einen erheblichen Anteil an den Stromkosten der Bürger.
Nicht zuletzt ist diese risikolose Investition so richtig lohnend für die Grundstückseigentümer. Ich möchte hier ausdrücklich darauf hinweisen, dass mir die Zahlen vom Windpark Bastenberg nicht bekannt sind. Aus dem Prospekt für eine andere Windkraftanlage ist mir jedoch bekannt, dass die Grundstückseigentümer eine Pacht in Höhe von 5,50% - 6,50% der Stromerlöse erzielen. Ausgewiesen wurden für eine Windkraftanlage ein Jahrespachtbetrag von mehr als 30.000 Euro. Das müssen wohl die derzeitigen Tarife sein. Und alles zu Lasten der Stromkunden für eine Fläche von weniger als 1 ha! Bei einer landwirtschaftlicher Nutzung kann solch ein Ertrag in vielen Jahren nicht erwirtschaftet werden. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist ja auch noch zusätzlich möglich.

Ein Wort noch zu unserem Umweltminister Johannes Remmel. Wie verträgt sich eigentlich der Umweltschutz und der Naturschutz, für den unser Herr Minister zuständig ist. Für den Neubau der B 64 werden Millionen in den Naturschutz investiert. Wie sieht es denn da mit den Windkraftanlagen im Naturschutzgebiet in der betroffenen Gemarkung aus. Allein durch die umfangreichen Erdbewegungsarbeiten für neue Wege und die Fundamente der Anlagen wurden Fauna und Flora im erheblichen Umfang zerstört. Und dann noch der Schutz der hier vorkommenden, unter besonderem Schutz stehenden Vögel wie Uhu und Milan. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die hier kreisenden Milane von den Rotoren erfasst werden. Und: Ist es denn die Aufgabe eines hochbezahlten Landesumweltministers solch ein Anlage einzuweihen? Ich denke es gibt wichtigere Themen und größere Aufgaben für die es sich einzusetzen lohnt, als Windkraftanlagen einzuweihen.

Neben Fauna und Flora steht doch der Mensch im Mittelpunkt. Und hier sind die Einwohner der benachbarten Ortschaften Drenke, Amelunxen und Ottbergen besonders stark betroffen, sei es durch die erhebliche Geräuschbelastung und den zu erwartenden Schlagschatten oder durch das weit sichtbare flackernde Rotlicht in der Nacht. Deshalb sind die angekündigten kleinlichen Spenden doch wirklich nur ein kümmerliches Almosen im Verhältnis zu der mit hohen Subventionen bedachten Betreibergesellschaft.
Nein Danke für diese die Kulturlandschaft und das Erholungsgebiet verschandelnden Windkraftanlagen.
Günter Heinemann, Am Herrenfeld 31, 37671 Höxter

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