Mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Florian Hoedt Höxteraner gewinnt Mobilitätspreis

Höxter (WB/thö). Eine digitale Lösung, die private Fahrten in den Gütertransport integriert und so die Versorgungssituation in ländlichen Regionen verbessert: Die Idee von Florian Hoedt aus Höxter ht im bundesweiten Online-Ideenwettbewerb des Deutschen Mobilitätspreises überzeugt. Hoedt belegte dort den ersten Platz

Siegerurkunde: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr (von links), Wettbewerbssieger Florian Hoedt aus Höxter und Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative »Deutschland – Land der Ideen«.
Siegerurkunde: Dorothee Bär, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr (von links), Wettbewerbssieger Florian Hoedt aus Höxter und Ute Weiland, Geschäftsführerin der Initiative »Deutschland – Land der Ideen«. Foto: Juliane Eirich

Am Donnerstag erhielt er in Berlin von Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bärseine eine Siegerurkunde und ein Preisgeld von 3000 Euro. Ausgelobt wurde der Preis von der Initiative »Deutschland – Land der Ideen«.

Die Idee

In ländlichen Räumen ist der Weg zum nächsten Supermarkt häufig weit. Deshalb nutzen viele Menschen das Auto, um Waren des täglichen Bedarfs zu besorgen, lange und zahlreiche Autofahrten sind die Folge. Professionelle Lieferdienste für Lebensmittel versuchen derzeit vorrangig, über zentralisierte Systeme neue Transport-Infrastruktur aufzubauen, anstatt bestehende Infrastruktur intelligent zu nutzen. Hoeds System setzt genau hier an und sorgt für eine intelligente Auslastung privater Fahrten, indem Waren von Menschen mitgebracht werden können, die sowieso mit dem Auto unterwegs sind.

Und so kann die Anwendung im Alltag aussehen: Man betritt einen Supermarkt und das Handy vibriert. Basierend auf dem späteren Heimweg werden auf dem Display Lieferanfragen von verschiedenen Privatpersonen aus der Region angezeigt. Diese Aufträge werden nach zu fahrendem Umweg, der dafür benötigten Zeit, der Bewertung des Auftraggebers und der von ihm festgelegten Bezahlung sortiert.

Mit einem Klick können Aufträge abgelehnt oder akzeptiert werden. Sobald ein Auftrag angenommen wird, werden zum Umweg passende weitere Aufträge eingeblendet. Wissend, dass man nicht nur einige Euros verdienen, sondern auch Menschen helfen kann, nimmt der Nutzer passende Aufträge an und kauft weiter ein.

Der gemeinschaftliche Lieferdienst baut dabei nicht nur auf die Digitalisierung, sondern auch auf eine besondere Stärke ländlicher Räume: den lokalen und regionalen Zusammenhalt der Menschen, Dörfer und Städte.

Der Ideengeber

Florian Hoedt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe im Forschungsschwerpunkt nextPlace (unter anderem innovative Mobilitätskonzepte). Besonders spannend findet er die Frage, wie man sinnvolle Mobilitätslösungen in die ländlichen Räume übertragen kann.

»Die Idee zu Amicus entstand aus der Not heraus – mit kaputtem Fahrrad und zeitweise ohne Auto im ländlichen Raum wohnend, fragte ich mich, wie ich gerne Dinge des täglichen Bedarfs kaufen würde«, erklärt Hoedt. »Die Trends Digitalisierung und Share Economy aufgreifend und in den Kontext ländlicher Räume übertragend war ich sehr gespannt, welches Feedback ich von einer Fachjury erhalten würde.« Die war von der Idee begeistert.

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