Mischwälder statt Fichten-Monokulturen Kyrill wütet in Egge und Solling

Höxter/Neuhaus (WB). Orkan Kyrill hat vor genau zehn Jahren in den heimischen Wäldern gewütet wie kein Sturm vor und nach ihm. Sturmholzmengen nie gekannten Ausmaßes lagen in den Waldgebieten. Nach den Verwüstungen durch Kyrill hat ein Umdenken in den Forstämtern eingesetzt.

Von Michael Robrecht
Die Feuerwehr musste vielerorts die Straßen von umgestürzten Bäumen befreien – wie hier in der Region Höxter.
Die Feuerwehr musste vielerorts die Straßen von umgestürzten Bäumen befreien – wie hier in der Region Höxter. Foto: Harald Iding

Es wurden neue Leitlinien für eine naturgemäße Waldwirtschaft entwickelt und in der Region auch umgesetzt. Noch während der Aufräumarbeiten wurde mit der Rodung der Windwurfflächen begonnen und der Boden für die Neuanpflanzung aufgearbeitet.

Die Wiederbewaldung wurde auch unter ökologischen Aspekten angegangen. Man wollte in Egge und Solling (bis 528 Meter) die Kräfte der Natur einbeziehen. Und gekommen ist jetzt ein Mischwald, der in seiner Artenvielfalt ungleich wertvoller ist als der frühere Bestand, sagt der Leiter des staatlichen Forstamts in Neuhaus/Solling, Walter Hennecke.

Etwas Gutes bewirkt

Die Katastrophe habe etwas Gutes bewirkt. So entstehe anstelle der 2007 vom Orkan zerlegten Fichten-Monokulturen nun ein gesunder Mischwald. Jungbestände seien im Solling (400.000 Quadratkilometer) jetzt fünf oder sechs Jahre alt und würden dem Waldgebieten ein völlig neues Gesicht geben, beschrieb Walter Hennecke seinen Sollingforst.

250.000 Kubikmeter Holz werden jährlich im Solling nachhaltig eingeschlagen und überwiegend regional verarbeitet. 90 Prozent des im Solling eingeschlagenen Holzes findet Abnehmer im Umkreis von 150 Kilometern. Der Wildpark Neuhaus lockt mit vielen heimischen und Tieren. Im Hutewaldprojekt werden ausgedehnte lichte Eichenwälder erhalten und durch Beweidungs- und Vermarktungsprojekte ergänzt.

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