Eine-Welt-Kreis gestaltet neue Krippe in der St.-Nikolai-Kirche mit Egli-Figuren Könige auf dem Weg zum Kind

Höxter (WB). Die Sternsinger ziehen von Haus zu Haus, und auch in den Kirchen komplettieren die Könige auf ihrem Weg zum Christuskind die Krippen: Das Dreikönigsfest lenkt noch einmal den Blick der Menschen auf den Zauber der Weihnacht. In der St.-Nikolai-Kirche wird die frohe Botschaft lebendig ins Bild gesetzt: Der Eine-Welt-Kreis hat eine Krippe mit Egli-Figuren gestaltet.

Von Sabine Robrecht
Pünktlich zum Dreikönigsfest kommen die drei Weisen auch in der Nikolai-Kirche zur Krippe: Christa Rode stellt die Figuren der prächtig gewandeten Könige auf.
Pünktlich zum Dreikönigsfest kommen die drei Weisen auch in der Nikolai-Kirche zur Krippe: Christa Rode stellt die Figuren der prächtig gewandeten Könige auf. Foto: Sabine Robrecht

Die Krippe in St. Nikolai hat sich immer wieder verändert. Ulla Nippel legt hier einer der Figuren ein Baby in den Arm. Foto: Sabine Robrecht

Gesichter haben sie nicht. Allein in ihrer Körperhaltung entfalten sie Ausdrucksstärke und eine fesselnde Erzählkraft. Diese erschließt sich dem Betrachter oft erst auf den zweiten Blick. Das ist es, was die Krippe in St. Nikolai für viele Besucher so gewöhnungsbedürftig gemacht hat. Schnell schlägt das Pendel dann aber um. Die vielen kleinen Szenen um die heilige Familie herum ziehen den Besucher hinein in das lebendige Geschehen. Ein Haus mit vielen Figuren kündet von den überfüllten Herbergen in jener Nacht. Die Hirten machen sich auf und folgen dem Stern. Zwei kleine Jungs, die schon angekommen sind, sitzen über dem Eingang zur Grotte mit dem Kind in der Krippe. Liebevolle Details wie dieses erzeugen eine Sogwirkung, die den Betrachter teilhaben lässt.

Detailreiche Szenerie

Dass es vielen Menschen so ergangen ist – und sie am Ende doch Gefallen an den Egli-Figuren gefunden haben, freut die Aktiven des Eine-Welt-Kreises. Sie waren eingesprungen, als sich abzeichnete, dass womöglich erstmals keine Krippe in der Kirche stehen kann. Es fand sich vor Weihnachten niemand, der die großen und schweren Gebäude-Silhouetten mitsamt den historischen Krippenfiguren von 1872 aufbauen konnte. Eine Stadtkirche ohne Krippe? Das konnte aus Sicht des Eine-Welt-Kreises nicht sein. Von einem Krippenweg, den sie 2011 in den Wochen vor dem Fest dargestellt hatten, trugen die Frauen Requisiten und die selbst hergestellten Egli-Figuren zusammen. »Die Landschaft ist nach und nach gewachsen«, freuen sich Ulla Nippel und Christa Rode vom Eine-Welt-Kreis über das Ergebnis. »Wir haben bewusst viele kleine Szenen dargestellt, damit die Kinder etwas zum Schauen haben.« Den angedeuteten Gebäuden sieht man nicht an, dass sie verkleidete Styroporplatten sind. Dazu steckt viel zu viel Herzblut in dieser detailreichen Szenerie, in deren Mittelpunkt die Heilige Familie umringt von Hirten und Königen ihr neugeborenes Kind behütet.

»Krippe ist eine Notlösung«

»Die Krippe ist eine Notlösung«, sagt Christa Rode, während sie die drei Könige drapiert und ihnen das von ihrer Schwester Irmgard Pfadt gefertigte Kamel zur Seite stellt. »Vielleicht kann im nächsten Jahr wieder die ursprüngliche Krippe aufgebaut werden«, ergänzt sie. »Oder eine andere Gruppe aus der Gemeinde hat eine neue Idee«, lässt Ulla Nippel die Gedanken schweifen.

Zunächst aber erzählen in der kommenden Woche noch die Egli-Figuren unter der großen St.-Nikolaus-Statue vom Wunder der Weihnacht. Diese Erzählfiguren werden hauptsächlich dazu genutzt, um biblische Geschichten nachzuempfinden. Füße aus Blei geben ihnen Standfestigkeit. »Das Grundgerüst ist aber biegsam und macht die Figuren beweglich«, erläutern Ulla Nippel und Christa Rode.

Detailverliebt: Diese Szene gehört zu den vielen hübschen Kleinigkeiten, die der Betrachter auf den zweiten Blick entdeckt. Foto: Sabine Robrecht

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Notlösung?

Menschlichkeit und Herzblut ersetzen Gipsfiguren. Gut so ...

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