Merle Spellerberg verbringt Festtage im Heiligen Land – 20-Jährige absolviert Freiwilligendienst in Jerusalem Weihnachten in Bethlehem

Höxter (WB). »Siehe, ich verkündige euch eine große Freude (...) Euch ist heute der Heiland geboren«: Die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukas-Evangelium wird die Menschen in dieser Heiligen Nacht zu einer Gedankenreise nach Bethlehem inspirieren. Merle Spellerberg verbringt die Festtage tatsächlich dort: Die 20-Jährige aus Höxter absolviert seit August einen Lern- und Freiwilligendienst in Israel/Palästina.

Von Sabine Robrecht
Merle Spellerberg vor der Krippe in der Erlöserkirche in Jerusalem: In der Heiligen Nacht will sie zusammen mit anderen jungen Menschen nach Bethlehem wandern.
Merle Spellerberg vor der Krippe in der Erlöserkirche in Jerusalem: In der Heiligen Nacht will sie zusammen mit anderen jungen Menschen nach Bethlehem wandern.

Die Spiritualität des Hochfestes der Christenheit wird die Höxteranerin in der Geburtsstadt Jesu auf besondere Weise empfinden. Zusammen mit anderen jungen Freiwilligen wird sie den Einzug des Patriarchen von Jerusalem in Bethlehem am Vormittag dieses 24. Dezember miterleben. In der Erlöserkirche in Jerusalem – dem Zentrum ihres einjährigen Freiwilligendienstes – feiert sie am Abend die Christmette mit. Und in der Nacht unternimmt sie zusammen mit anderen Freiwilligen je nach Wetter eine Wanderung ins etwa zehn Kilometer entfernte Bethlehem. Wie einst die Hirten auf dem Felde werden die jungen Leute zur Krippe ziehen.

Wunderbar und kompliziert

Während die Freude der Hirten seit 2000 Jahren Bestand hat und die Menschen an jedem Weihnachtsfest wieder neu beseelt, hat Bethlehem selbst sich natürlich durchgreifend verändert. Der Geburtsort Jesu ist, so Merle Spellerberg, »nicht so idyllisch wie man aus der Weihnachtsgeschichte heraus vermuten mag«.

Nicht in Bethlehem, sondern in Jerusalem ist Merle Spellerberg ein Jahr lang zuhause. An keinem anderen Ort der Welt kommen sich die drei monotheistischen Weltreligionen so nah wie in dieser heiligen Stadt. Die 20-Jährige empfindet Jerusalem als »wunderbar und doch so kompliziert«: Angesichts der Dauerpräsenz bewaffneter Soldaten und ständiger Passkontrollen an Checkpoints hat sie den Nahostkonflikt und die politischen und religiösen Trennlinien anfangs als allgegenwärtig empfunden. »Das ist jetzt nicht mehr so. Ich lebe meinen Alltag und benutze selbstverständlich die öffentlichen Verkehrsmittel.«

Perspektivwechsel

Ins Heilige Land aufgebrochen war sie, nachdem sie im Sommer am König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter das Abitur abgelegt hatte. Mit dem Diakonischen Werk Württemberg und der Organisation »Weltwärts« machte sie sich auf zu ihrem Freiwilligendienst. Ein klares Ziel hatte sie vor Augen: ein anderes Land kennenzulernen und die Perspektive zu wechseln.

Lesen Sie mehr in der Weihnachtsausgabe des WESTFALEN-BLATTES, Lokalteile Höxter und Brakel

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