Jahrzehnte Schiffe auf der Weser gesteuert: Capt’n Günter Strumpen wird Rentner Kapitän der »Höxter« geht von Bord

Höxter (WB). Im Herbst geht der Capt’n von Bord. Für Günter Strumpen (65) endet zum Saisonende der Dienst auf der »Höxter«. Der bekannte Kapitän der »Flotte Weser« wird Rentner. Jahrzehnte hat er Schiffe auf der Weser geführt.

Von Michael Robrecht
Das ist mein Schiff! Noch bis Ende der Saison im Herbst führt Kapitän Günter Strumpen (65) die »Höxter«. Danach geht er in Rente.
Das ist mein Schiff! Noch bis Ende der Saison im Herbst führt Kapitän Günter Strumpen (65) die »Höxter«. Danach geht er in Rente. Foto: Michael Robrecht

Kapitän Strumpen will in seinem Wohnort Lauenförde den Ruhestand genießen, so wie sein Bruder Heinz Strumpen, der früher am Ruder des Fahrgastschiffes »Hessen« stand und nun in Wehrden den Schiffen vom Ufer aus zusieht. »Da wir aus einer alten Schifferfamilie kommen und ich mit Vater und Bruder schon als 13-Jähriger auf Rhein und Weser unterwegs war, werde ich als Aushilfs-Kapitän der ”Flotte Weser” zeitweise weiter zu Verfügung stehen«, kündigt Strumpen an. Junge Schiffsführer ständen bei der Reederei in Hameln zurzeit nicht Schlange, weiß er.

Für den Lauenförder gibt es beruflich nichts Schöneres als auf dem Fluss zu schippern. Bei jedem Wetter ist er täglich zwischen Corvey und Bad Karlshafen auf »seinem« Schiff auf der Brücke zu sehen. Günter Strumpen ist ein Binnen-Seebär, wie man ihn sich vorstellt: Viele Worte sind nicht seine Sache, er ist prägnant, Experte in Sachen Schiffe, handwerklich fit, wenn es Pannen im Maschinenraum gibt und natürlich Bartträger mit Uniform.

Oft kämen Kinder in sein Brücken-»Cockpit« und wollten das große hölzerne Steuerrad besichtigen. Doch beim Kapitän finden sie nur Bugruder, Drehzahlmesser, Anzeigen und viele Hebel, um die 1980 gebaute, 54 Meter lange und neun Meter breite »Höxter« sicher durch die oft flache Fahrrinne zu steuern. 65 Zentimeter Tiefgang hat das für 642 Personen zugelassene Fahrgastschiff. Zwei mal 280 PS bringen die Motoren zum Dröhnen. 

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