Stadt stellt Bauprojekt für vier »Flüchtlingshäuser« vor Preußen-Kaserne: Abriss hat begonnen

Höxter (WB). Jetzt wird es ernst: An diesem Montag haben die Abbrucharbeiten an den früheren Preußen-Kasernen in der Lütmarser Straße in Höxter begonnen.

Von Michael Robrecht
Die Abrissbagger haben am heutigen Montag ihre Arbeit aufgenommen.
Die Abrissbagger haben am heutigen Montag ihre Arbeit aufgenommen. Foto: Michael Robrecht

Die Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Heine aus Holzminden säuberten in den beiden großen Gebäuden 6 und 6a alle Räume, Keller und Böden von Möbeln, Müll und Unrat. Sogar alte Schlitten kamen zum Vorschein. Gegen Mitte der Woche sollen erste Mauern eingerissen werden. Die Bagger werden sich von Seite der Realschule Richtung Lütmarser Straße vorarbeiten. Mitte August sind dann die unteren drei Gebäude der Lütmarser Straße, deren letzte Bewohner am Freitag ausgezogen sind, Geschichte.

In den Herbstferien werden die Häuser ab Einfahrt Schulzentrum abgerissen. Die Schüler der Realschule sollen laut Georg Beverungen (Bauverwaltung) von den Bauarbeiten so gut wie nichts mitbekommen. Auch die Bushaltestelle wird nach den Ferien weiter funktionieren. Viele Höxteraner bedauern den Abriss der 160 Jahre alten Häuser. Besonders Haus 6a erinnert innen noch stark an die Kaiserzeit.

Die Neubebauungspläne für die vier Flüchtlingshäuser sind seit Montag im Stadthaus ausgestellt.

In der Mensa des Schulzentrums haben für die Verwaltung Maria Schmidt, Maria Franke und Georg Beverungen am Donnerstag den Bürgern die Entwürfe für die vier neuen Wohnblocks für 200 Flüchtlinge in farbigen Darstellungen präsentiert. Erklärt wurde auch, dass am neuen »Busbahnhof« vier Gelenkbusse hintereinander Platz finden sollen. Die Zahl der Parkplätze soll nicht verringert werden. Der Häuser-Neubau könnte 2017 beginnen.

Frei gehalten und geschottert wird das Eckgrundstück B64/Lütmarser Straße für das Hallenbad, das der Rat an dieser Stelle beschlossen hat. Baubeginn soll hier möglicherweise 2019 sein. Geplant wird auch ein neues Blockheizkraftwerk im Hauptschulgebäude, das das komplette Schulzentrum beheizt.

Kommentare

Keine Augenweide die Bruchbuden

Die bisherigen Gebäude sind schäbig und nicht mehr zeitgemäß, Ein Ensemble das gar nicht zueinender passt, ein hässliches Sammelsurium, auf dem Präsentierteller von Höxter.

Von der Raumhöhe / Einteilung, Sanitäranlagen bis zur Wärmedämmung eine Katastrophe. Jeder der den Erhalt fordert sollte sich zuerst fragen ob er da selbst wohnen möchte. Diejenigen die sich vehement für den Erhalt solcher Butzen einsetzen sollten ihre Energie besser dafür verwenden damit die neuen Häuser architektonisch ansprechend gestaltet werden. Wir haben es hier aber womöglich auch mit einer tiefsitzenden generellen Fortschrittsfeindlichkeit zu tun.

Schützenswerte Gebäude werden zerstört

Hier wird ein Stück Geschichte der Stadt Höxter einfach ausradiert, um pottenhässliche Wohnblocks zu errichten. Wie kann das sein? Gibts keinen Denkmalschutz mehr? Oder ist der mittlerweile aufgehoben? Die Verantwortlichen sollten mal in sich gehen und sich überlegen was sie da machen. Anstatt die Gebäude zu erhalten und zu sanieren wird lieber abgerissen. Unfassbar für mich.

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