Bäderdebatte sorgt dennoch für Überraschungen Es wird wieder geprüft

Höxter (WB). Die Bürger für Höxter wollen aus eigenen Mitteln eine Untersuchung des Freibades durchführen lassen. Mit diesem Antrag hat sich jetzt der Rat befasst. Eine Mehrheit gab es aber nicht.

Von Ingo Schmitz
Das Freibad war wieder Thema im Rat: Das Angebot der BfH, die Kosten einer Dichtheitsprüfung zu übernehmen, lehnte die Mehrheit ab.
Das Freibad war wieder Thema im Rat: Das Angebot der BfH, die Kosten einer Dichtheitsprüfung zu übernehmen, lehnte die Mehrheit ab. Foto: Michael Robrecht

Im Gegenzug konnte sich allerdings die Große Koalition aus CDU und SPD mit ihrem Antrag durchsetzen. Jetzt sollen erneut die Kosten und Chancen zum Bau eines Hallenbades geprüft werden.

Vorschlag überrascht Rat und Verwaltung

Die BfH hatte mit ihrem Antrag, selbst die Kosten für eine Dichtheitsprüfung zu übernehmen, den Rat und auch die Verwaltung überrascht. Unklar blieb bis zum Schluss, ob ein solches Vorgehen aus kommunalrechtlicher Sicht überhaupt möglich ist. Dies wollte die Verwaltung prüfen. Doch die Mehrheit des Rates lehnte das Vorgehen ab.

Vollsanierung kostet mindest 2,5 Millionen Euro

Bis zu 5000 Euro schätzt die BfH die Kosten für die Untersuchung des Leitungsnetzes im Freibad, um mögliche Leckagen zu finden. Diese Kosten wollte die Partei mit Hilfe der UWG, Freibad-Förderverein und Spenden aufbringen. BfH-Chef Hermann Loges stellte klar: »Dem Untersuchungsergebnis können wir natürlich nicht vorgreifen. Schlimmstenfalls kann die Untersuchung ergeben, dass wir es mit einem Totalschaden im Freibad zu tun haben. Auch dem Ergebnis müssten wir uns stellen.« Beigeordneter Dardo Franke bezeichnete die Idee als »Kappes«. Sämtliche Untersuchungen hätten bislang ergeben, dass im Freibad eine Vollsanierung notwendig sei. Diese koste mindestens 2,5 Millionen Euro.

Ganzjahres-Schwimm-Möglichkeit

Nach wie vor wollen BfH und UWG aber erreichen, dass das Freibad weiter betrieben wird. Da die Mehrheit die Anträge von BfH und UWG mehrheitlich abgelehnt hat, scheint damit das Schicksal des Freibades erst einmal wieder besiegelt.

Zuvor wurden in einer zweistündigen Debatte sämtliche Argumente ausgetauscht. UWG, Grüne und BfH erinnerten noch einmal daran, dass es einen gültigen Beschluss zum Erhalt des Freibades gebe.

CDU und SPD hingegen halten nach wie vor aus Gründen der Kosten-Nutzen-Rechnung eine Ganzjahres-Schwimm-Möglichkeit für einzig sinnvoll. Daher hielten gestern Abend die beiden Fraktionen auch an ihrem Antrag fest. Der besagt, dass die Verwaltung in den nächsten Wochen prüfen soll, ob sich die Stadt Höxter ein neues Hallenbad auf Dauer leisten kann. Hierbei soll vor allem das Augenmerk auf die Betriebskosten gelegt werden.

Grüne kritisierten neuen Prüfantrag

Gleichzeitig soll auch mit Blick auf den neuen Vorschlag des Investors Andree, der im ehemaligen Hammer-Baumarkt ein Hallenbad bauen würde, mit in die Erwägungen einbezogen werden. CDU und SPD betonten erneut, dass sie einen Standort für ein neues Hallenbad in der Nähe der Schulen grundsätzlich für richtig halten.

Berno Schlanstedt (Grüne) kritisierte aufs Schärfste den neuen Prüfantrag der Großen Koalition. All das sei untersucht worden, hielt er den beiden Fraktionen vor Augen. Der Arbeitskreis Bäder habe sich in jahrelangen Auseinandersetzungen auf den Standort Brückfeld neben dem Freibad festgelegt. Dabei sei auch herausgekommen, dass zunächst das Freibad saniert werden solle und erst im Anschluss – wenn genügend Geld vorhanden sei – ein Hallenbad gebaut werden soll.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.