Auch mit 86 ein Top-Redner: Heiner Geißler erklärt Reformator Martin Luther Cooler Auftritt in schwarzer Lederjacke

 Bevern/Höxter (WB). Weise, altersmilde, tiefenentspannt – aber auch scharf und provozierend: CDU-Urgestein Heiner Geißler hat in Schloss Bevern die Welt erklärt.

Von Michael Robrecht
Der ehemalige CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geißler (86) zählt zu den besten politischen Rednern Deutschlands. Das hat er in Schloss Bevern bewiesen. Mucksmäuschenstill ist es in der Schlosskapelle.
Der ehemalige CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geißler (86) zählt zu den besten politischen Rednern Deutschlands. Das hat er in Schloss Bevern bewiesen. Mucksmäuschenstill ist es in der Schlosskapelle. Foto: Michael Robrecht

Von seiner Großmutter hatte der junge Geißler zum ersten Mal etwas von Martin Luther gehört. Der habe die Kirche gespalten, beklagte die Oma. Nun, mit 86 Jahren, hat der Enkel ein Buch über den Kirchenreformer geschrieben und stellte es in der Schlosskapelle vor 200 Zuhörern vor. Der Bestseller mit dem Titel »Was müsste Luther heute sagen?« hat dem Querdenker und Meister der Worte selbst dazu gedient, sich näher mit dem unbeugsamen Reformator zu beschäftigen. Der hatte vor bald 500 Jahren, am 31. Oktober 1517, seine 95 Thesen an die Wittenberger Kirchentür geschlagen. Der Satz, »Jeder intelligente Katholik ist im Innern auch immer ein Protestant«, beschreibt Geißlers Haltung, dass Luther die Menschheit durch seine Revolution gegen den Ablasshandel weitergebracht hat. Luther habe die »Jenseitsfürsorge der Katholischen Kirche« angegriffen, wollte aber keine Kirchenspaltung, die laut Geißler nach 500 Jahren durchaus beendet werden könnte.

Dem früheren CDU-Generalsekretär, Bundesminister, Autor – und zuletzt Stuttgart-21-Vermittler – gelang in Bevern ein wirkungsvoller Auftritt: Der Spitzenpolitiker kam in schwarzer Lederjacke, Jeans und blauem Pulli – ein cooler Alter.

Mehr dazu lesen Sie am Samstag, 9. April, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Höxter.

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