Stadt legt Kosten in der Bäder-Frage offen – Bustickets für Schüler stehen zur Debatte 150 000 Euro für Gutachten investiert

Höxter (WB). Das Freibad Höxter bleibt unwiderruflich in diesem Sommer geschlossen. Daher versucht die SPD den Bürgern Alternativen schmackhaft zu machen. Ziel soll ein kreisweites Ferienticket sein, mit dem Kinder und Jugendliche die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs nutzen können. Was das die Kommunen kosten würde ist unklar. Fakt ist: In den vergangenen Jahren sind 150 000 Euro für Bäder-Gutachten investiert worden.

Von Ingo Schmitz
Rückblick: Im Mai 2014 ist zuletzt Geld in die Hand genommen worden, um das Becken des Freibades Höxter abzudichten. Das Foto zeigt die beiden Beigeordneten der Stadt Höxter, Maria Schmidt und Dardo Franke, bei einem Ortstermin.
Rückblick: Im Mai 2014 ist zuletzt Geld in die Hand genommen worden, um das Becken des Freibades Höxter abzudichten. Das Foto zeigt die beiden Beigeordneten der Stadt Höxter, Maria Schmidt und Dardo Franke, bei einem Ortstermin. Foto: I. Schmitz

Wie berichtet, hatte die Verwaltung der Stadt Höxter bereits einen eigenen Vorschlag entwickelt: Demnach hätten sich Kinder und Jugendliche aus dem Stadtgebiet Höxter in diesem Sommer die Bus- und Bahntickets für Fahrten zu den Freibädern Holzminden, Brakel und Beverungen sowie zum Hallenbad Marienmünster rückwirkend erstatten lassen können. Diese Idee lehnt die SPD Höxter aber ab und zog den Prüfantrag am Mittwochabend in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familien und Sport zurück (wir berichteten gestern). Stattdessen soll nun eine Idee der Kreis-Jusos diskutiert werden.

Sommerticket: Das ganze Kreisgebiet im Bus bereisen

Die Nachwuchsorganisation der SPD hatte den Vorschlag eingebracht, die Schülertickets im Kreis Höxter auszuweiten. Konkret heißt es in dem Antrag: »Alle Schüler bekommen ein Ticket, das ihnen die kostenfreie Nutzung des ÖPNV erlaubt, wenn sie monatlich zehn Euro zuzahlen.« Die Schüler könnten dann das ganze Jahr über nahezu rund um die Uhr das Kreisgebiet bereisen. Ziel sei es, den Jugendlichen mehr Attraktivität durch Mobilität zu bieten. Der Juso-Antrag wird am 14. April im Kreisausschuss diskutiert.

Alternativ könnte sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Höxter auch die Einführung eines kostengünstigen Ferientickets vorstellen, sagte Werner Böhler (SPD). Die Verhandlungen dazu müssten noch mit dem nph geführt werden. Die Stadtverwaltung zeigte sich über die Kehrtwende in der Sitzung überrascht. Sie habe nichts von kreisweiten Überlegungen gewusst.

Anlass der gesamten Überlegungen ist aber eigentlich der traurige Umstand, dass das Freibad Höxter nicht öffnen wird. Das hat Stefan Fellmann, zuständig bei der Stadt Höxter für Rechtsfragen, gestern noch einmal bestätigt. Ohne das Bad abgedichtet zu haben, dürfte es nicht betrieben werden. Der Kreis Höxter habe sogar strafrechtliche Konsequenzen in Aussicht gestellt, falls es zu Verunreinigungen im Grundwasser durch Schwimmbadwasser kommen sollte, berichtete Fellmann. Einziger Vorteil: Die Stadt könne durch den Saison-Ausfall Kosten sparen.

Teuer hingegen sind in den vergangenen Jahren diverse Gutachten und Architektenleistungen im Zusammenhang mit der Bäderfrage geworden. Erstmals hat die Stadtverwaltung eine detaillierte Kostenanalyse vorgelegt – auf Antrag von UWG-Mitglied Matthias Grothe. Hier ein Überblick seit dem Jahr 2000: Das Strategiegutachten zur Ausrichtung der Bäderlandschaft hat die Unternehmensberatung Altenburg mit knapp 40 000 Euro der Stadt in Rechnung gestellt. Die Untersuchung des Balkenbruchs im Hallenbad wurde mit 6300 Euro berechnet. Ebenfalls auf das Konto des inzwischen abgerissenen Hallenbades geht das Beton-Gutachten. Hier wurden 16 600 Euro fällig. Zudem gab es im Laufe des Findungsprozesses eine Wirtschaftlichkeitsprognose. Diese schlug mit 19 500 Euro zu Buche.

Das Kassenhaus im Freibad Höxter bleibt diesen Sommer geschlossen. Für immer? Foto: M. Robrecht

Weitere, nicht bezifferten Kosten entstanden in der Verwaltung durch den initiierten Architektenwettbewerb. Das Büro Neugebauer schrieb in dem Zusammenhang die größte Rechnung in Höhe von mehr als 61 000 Euro. Noch einmal knapp 4000 Euro wurden fällig, weil ein statischer Nachweis eingeholt wurde. In Summe sind das knapp 150 000 Euro. Allerdings sind im Bereich Architektenaufträge nur Maßnahmen aus der jüngeren Vergangenheit enthalten, erklärte die Fachbereichsleiterin Maria Franke. Eine Bewertung dieser Kosten nahm der Ausschuss nicht vor.

Hermann Dücker ist sicher, dass die Ausgaben weitaus höher seien, wenn die Nebenkosten berücksichtigt würden. Als Beispiel nennt der Vorsitzende des Fördervereins weitere Positionen: Dazu gehören seiner Meinung nach unter anderem die Kosten für den Abriss des Hallenbades und die Kosten für eine aufwendige Bürgerversammlung in der Stadthalle Residenz. Seiner Meinung nach käme man so schnell auf 200 000 Euro.

Dücker will auf die konkreten Zahlen noch einmal eingehen: Eine Bürgerversammlung zu dem Thema Bäder plant der Förderverein für Dienstag, 3. Mai.

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Nicht zerreden sondern machen

1.Schwimmbecken mit Folie auskleiden
2.Zur Erhöhung der Wassertemperatur Solarzellen auf dem Dach des Umkleidegebäudes installieren605

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