Stadt stellt beim Kreis Abrissantrag für Häuser aus 19. Jahrhundert Bald rollen die Baggerzur Lütmarser Straße

Höxter(rob). Schon in Kürze geht es der Häuserzeile in der unteren Lütmarser Straße an den Kragen. Die Stadtverwaltung hat die Abbruchanträge für die zum Teil 150 Jahre alten Gebäude beim Kreis Höxter gestellt.

Ein paar Wochen stehen sie noch, die alten Häuser an der Lütmarser Straße – dann kommt der Abbruchbagger.
Ein paar Wochen stehen sie noch, die alten Häuser an der Lütmarser Straße – dann kommt der Abbruchbagger. Foto: Michael Robrecht

Theoretisch könnten die ehemaligen Gebäude der preußischen Armee (später auch kaiserliche Truppen) nach Zustimmung aus dem Kreishaus schon in diesem Frühjahr abgerissen werden.

Das Landesdenkmalamt brauche für den weiteren Fortgang der Abrisspläne nicht mehr gefragt werden, weil sich die Behörde ja bereits geäußert habe, erklärte Stadtsprecher Josef Stukenbrock gestern auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Ein genauer Abbruchtermin stehe aber noch nicht fest.

Mitte März hatte das Landesdenkmalamt (wie berichtet) der Stadt – nach Intervention von Bürgern in letzter Minute – gestattet, die alten Preußen-Kasernenhäuser abreißen zu dürfen. Das Amt in Münster schickte eine Extra-Stellungnahme zum Denkmalwert der Gebäude nach Höxter.

Keine Denkmalwürdigkeit

Es wurde keine Denkmalwürdigkeit für die Häuser festgestellt, hieß es in dem Brief. Die Gebäude seien lediglich als »Erhaltenswerte Objekte« zu bezeichnen. Da es keine Satzung für das Areal gebe, habe die Politik in Höxter selbst über einen Erhalt zu entscheiden.

Da im Herbst 2015 ein klarer Abrissbeschluss vom Rat gefasst wurde, kann aus Sicht der Stadt das Abbruchvorhaben weitergeführt und bald ausgeführt werden. Der mehrheitliche Ratsbeschluss sei die von Münster geforderte politische Entscheidung, hatte Fachbereichsleiter Heiner Brockhagen im Planungsausschuss gesagt. Aus den Ratsfraktionen gab es gegen die Entscheidung Münsters bisher keinen Widerspruch.

Neue Bauvorhaben

Die Stadt will den Straßenzug Lütmarser Straße in Kürze komplett abreißen, um dort zügig vier dreistöckige Flüchtlingsheime neu zu bauen. Auch eine neue Bushaltestelle für das Schulzentrum und vielleicht ein Hallenbad (wenn irgendwo Geld dafür aufzufinden ist) sollen dort entstehen. Ein Zuschuss aus Berlin für das Hallenbad gibt es bekanntlich nicht.

Nicht wenige Höxteraner Bürger hatten bedauert, dass das Stadtbild in der Lütmarser Straße sich als Gesamtensemble so massiv verändern wird und die historischen, aber maroden Gebäude komplett abgebrochen werden.

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