Investitionen in den Brandschutz nötig Notunterkunft wird geschlossen

Höxter (WB). Die Bezirksregierung Detmold wird den Betrieb der Notunterkunft an der Brenkhäuser Straße in Höxter zum 30. November 2015 einstellen. Aktuell sind 110 Asylsuchende in den zwei ehemaligen Gebäuden der Bundeswehr untergebracht. Sie sollen von Montag, 23. November, an Obdach in anderen Einrichtungen in der Region bekommen.

Die Notunterkunft im ehemaligen Offiziersheim in Höxter soll Ende November vorzeitig aufgelöst werden.
Die Notunterkunft im ehemaligen Offiziersheim in Höxter soll Ende November vorzeitig aufgelöst werden. Foto: Harald Iding

»Grund für die Auflösung der Notunterkunft ist die erforderliche Ertüchtigung des Brandschutzes in den zwei Gebäuden«, erklärt der Sprecher der Bezirksregierung, Andreas Moseke.

Die Nachrüstung würde in jedem der beiden ehemaligen Bundeswehrgebäude, dem früheren Stabsgebäude und Offiziersheim, die Installation einer Brandmeldeanlage, den Einbau von Brandschutz- und Rauchschutztüren, eine umfangreiche Verstärkung von Türen und Wänden sowie in einem der Gebäude den Einbau einer zusätzlichen Fluchttreppe umfassen. »Diese grundlegenden Baumaßnahmen würden Kosten verursachen, die den wirtschaftlichen Betrieb der Einrichtung unmöglich machen«, so Moseke.

Die Notunterkunft sollte nur für eine vorübergehende Zeit genutzt werden. Sie war am 14. September 2015 vom Kreis Höxter in Amtshilfe in Betrieb genommen worden. Es war vorgesehen, dass die Notunterkunft zunächst bis März 2016 betrieben werden sollte. Seit der Inbetriebnahme waren bis heute insgesamt 598 Asylsuchende in der Notunterkunft an der Brenkhäuser Straße untergebracht.
»Der Brandschutz war im Zuge der notfallmäßigen Inbetriebnahme mithilfe häufiger Kontrollgänge des Sicherheitsdienstes und einer erhöhten Einsatzbereitschaft der Freiwilligen Feuerwehr Höxter vorübergehend sichergestellt worden«, erklärt Kreisdirektor Klaus Schumacher. Er leitet den beim Kreis Höxter eingerichteten Stab für die Flüchtlingsunterbringung.

Kosten von 320.000 Euro ermittelt

Ein jetzt vorliegendes, obligatorisches Brandschutzgutachten eines Sachverständigen für Brandschutz macht jedoch deutlich, dass die beiden Gebäude für eine längerfristige Nutzung als Unterkunft darüber hinaus umfangreich ertüchtigt werden müssten. Für die Umsetzung der im Brandschutzgutachten geforderten Maßnahmen müsste das Land rund 320.000 Euro aufwenden.
Die Bezirksregierung Detmold dankt allen Beteiligten des Kreises Höxter und des DRK-Kreisverbandes Höxter für ihre schnelle und tatkräftige Unterstützung.

»Die oft kurzfristigen Entscheidungen bei der Unterbringung von Flüchtlingen stellen die Beteiligten auf allen Ebenen immer wieder vor große Herausforderungen«, sagt Kreisdirektor Klaus Schumacher.
Damit die Notunterkunft am 14. September erste Flüchtlinge aufnehmen konnte, hatte das Deutsche Rote Kreuz Kreisverband Höxter innerhalb kurzer Zeit gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk und der Freiwilligen Feuerwehr die Herrichtung der beiden seit drei Jahren leer stehenden Gebäude bewerkstelligt. Nach der Inbetriebnahme hat das DRK die Verpflegung und Betreuung der in der Notunterkunft untergebrachten Menschen übernommen.

Dank an die Mitarbeiter

Der hauptamtliche Vorstand des DRK-Kreisverbandes Höxter, Christian Lange, bedauert die kurzfristige Auflösung der Notunterkunft. »Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten mit viel Herzblut und großem Engagement in der Notunterkunft«, betont Lange.

»Dieser außerordentliche Einsatz hat für einen stets reibungslosen Betrieb gesorgt«, dankte Kreisdirektor Klaus Schumacher den ehren- und hauptamtlichen Kräften des DRK für ihre vorbildliche Arbeit. »Die hier untergebrachten Menschen haben sich durch die intensive Betreuung durch das DRK und die ehrenamtlich Aktiven in der Flüchtlingshilfe gut aufgehoben gefühlt.«