Friseursalon beteiligt sich am Internet-Netzwerk Freifunk Waschen, schneiden, surfen

Brakel (WB). Die Idee des freien Internet für alle in Brakel nimmt konkretere Formen an. Seit gestern gibt es bei Friseur & Lounge bei Conny einen Knotenpunkt. Es ist der erste eines lokalen Geschäftes.

Von Frank Spiegel
Udo Olbrich (rechts) und Karsten Böddeker haben Cornelia Sander den fertig konfigurierten Router gebracht. Der Anschluss war ein Kinderspiel. Cornelia Sander ist das erste Werbering-Mitglied, das  die Freifunk-Idee mit einem Router mitträgt.
Udo Olbrich (rechts) und Karsten Böddeker haben Cornelia Sander den fertig konfigurierten Router gebracht. Der Anschluss war ein Kinderspiel. Cornelia Sander ist das erste Werbering-Mitglied, das die Freifunk-Idee mit einem Router mitträgt. Foto: Frank Spiegel

Schon länger sind die Filialen von Goeken backen mit Freifunk-Routern ausgestattet, so auch die in Brakel. »Damit Freifunk funktioniert, müssen es möglichst viele sein, die sich beteiligen, auch Privatleute«, berichtet Udo Olbrich. Er bemüht sich schon seit längerem, die Freifunk-Idee in Brakel zu etablieren und freut sich, dass mit Cornelia Sander das erste Werbering-Mitglied zur Vervollständigung des Netzes beiträgt. Er hofft, dass möglichst viele dem Beispiel folgen.

»Wir sind da am Ball und dem weiterhin positiv gegenüber eingestellt«, sagte Peter Frischemeier, Geschäftsführer des Werberings und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Auch als Stadt Brakel wolle man die Freifunk-Idee unterstützen.

Nutzen für die Kunden

Beim Friseurbesuch hat Udo Olbrich Cornelia Sander für die Freifunk-Idee begeistern können. »Ich sah, dass alle Kundinnen und Kunden auf ihrem Smartphone daddelten«, berichtet der Lehrer am Kreisberufskolleg. Daraufhin habe er der Friseurmeisterin vom Freifunk berichtet. »Ich war sofort begeistert«, blickt Cornelia Sander zurück. In erster Linie habe sie zunächst den Nutzen für ihre Kunden gesehen: freies Internet ohne das eigene Mobilfunk-Kontingent belasten zu müssen.

Dass sie nun auch Teil des Freifunk-Konzeptes ist, freut sie darüber hinaus. Und die Kosten halten sich in Grenzen. Etwa 25 Euro hat der Router gekostet, einen Internetanschluss im Laden hatte Cornelia Sander ohnehin. Laufende Kosten zusätzlich sind somit der Strombedarf für den Router.

Probleme das Gerät anzuschließen hatte Cornelia Sander keine: Netzteil anschließen und den Freifunk-Router per Kabel mit dem vorhandenen Router verbinden – fertig.

Internetanschluss nicht zwingend notwendig

»Probleme mit der Sicherheit gibt es keine«, sagt Udo Olbrich. Man müsse nur darauf achten, das Verbindungskabel in die blaue Buchse des Freifunk-Routers zu stecken. Dann könne kein Freifunk-Nutzer von außen Zugriff auf den eigenen Rechner bekommen.
Und der Anschluss an das Internet ist nicht einmal zwingend notwendig. »Wenn es genug Router gibt, die sich untereinander verbinden können, reicht im Prinzip ein Anschluss aus«, berichtet Karsten Böddeker. Der Elektrotechnik-Student aus Istrup ist ebenfalls Freifunk-Fan und hat in seinem Heimatort schon 14 Menschen von der Idee überzeugen können. Die haben einen Router aufgestellt, nur zwei der Router haben aber eine Verbindung zum Internet.

»Das ist ja auch die ursprüngliche Freifunk-Idee«, erklärt Udo Olbrich. Er setzt weiter darauf, dass auch möglichst viele Privatleute mitmachen. »In der Brakeler Kernstadt haben wir bisher erst einen privaten Freifunker«, berichtet er. Beim Tag der offenen Tür des Kreisberufskollegs sei Freifunk ebenfalls vorgestellt worden und auf reges Interesse gestoßen.

Wer sich für das Projekt begeistern kann, mitmachen möchte oder Fragen hat, kann sich an die Adresse olbrich@kreisberufskolleg-brakel.de wenden.

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