Fischer verschiebt Erklärung – Böhler verlässt Gesellschafterversammlung Kein Durchbruch bei Corvey-Verhandlungen

Höxter (WB). Einen Durchbruch bei den Verhandlungen über die Weiterleitung der vier Millionen Euro Bundeszuschuss an Corvey hat Höxters Bürgermeister Alexander Fischer auch nach der nichtöffentlichen Ratssitzung nicht präsentieren können. Das Welterbe soll baulich und in der inhaltlichen Darstellung aufgewertet werden.

Von Michael Robrecht
Viel Nebel und schlechte Sicht über der alten Reichsabtei: Bei den Corvey-Verhandlungen geht es nicht richtig voran. Wann kommt die Einigung?
Viel Nebel und schlechte Sicht über der alten Reichsabtei: Bei den Corvey-Verhandlungen geht es nicht richtig voran. Wann kommt die Einigung? Foto: M. Robrecht

Man sei aber auf einem guten Weg zu einer Einigung, war aus dem Rat zu hören. Dort ist über die zähen Verhandlungen Stillschweigen vereinbart worden. Auch Kirche und Herzog haben sich lange nicht zur Sache geäußert.  Für nächste Woche kündigte der Bürgermeister am Freitag eine Erklärung der Stadt Höxter, der Katholischen Kirchengemeinde und der Herzoglichen Familie in Corvey an. An diesem Dienstag erklärte die Stadtverwaltung dann am Vormittag, dass man vorläufig doch keine Erklärung zusammen mit Kirche und Herzog abgeben werde. Stadt, Kirchenvorstand und Herzog hätten sich entschlossen, zum jetzigen Zeitpunkt sich nicht zu äußern. Nach Abschluss der Verhandlungen werde man eine Erklärung herausgeben oder zu einer Pressekonferenz einladen, so Stadtpressesprecherin Sabine Hasenbein.

Die Zeit drängt: Damit die vier Millionen Euro aus Berlin auch wirklich fließen, muss noch in diesem Jahr mit ersten konkreten Maßnahmen in Corvey begonnen werden. Der erste Spatenstich ist nicht aufschiebbar. Passiert das nicht, haben alle Beteiligten Konsequenzen zu fürchten.

SPD-Fraktionsvorsitzende legt Sitz nieder

Die Verhandlungen über die Verwendung der Zuschüsse, zu denen die Stadt zehn Prozent oder 400 000 Euro zuschießt, sind die eine »Baustelle«, die anderen sind die Zukunft des Kulturkreises Corvey, der bisher die Jahres-Veranstaltungen organisiert hat, und das neu aufzustellende Corvey-Management. Wie Corvey zukünftig »bespielt« wird, darüber ist noch keine Entscheidung gefallen.

Entschieden hat sich jedoch der Höxteraner SPD-Fraktionsvorsitzende Werner Böhler. Er legte seinen Sitz in der Gesellschafterversammlung des Kulturkreises Höxter-Corvey mit sofortiger Wirkung nieder. Ohne weitere Begründung trug  er seine Entscheidung  im Rat vor. Böhler wollte sich gegenüber dem WESTFALEN-BLATT am Freitag nicht zu seinem überraschenden Schritt und eine mögliche Frustration äußern. Seine Ratskollegen dachten sich aber mit Blick auf die zähen Corvey-Verhandlungen ihren Teil. Günter Wittmann folgt Böhler im Corvey-Kulturkreis nach.

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Berens sieht das Management, die Zuschussverteilung und die Kulturkreiszukunft als Gesamtpaket, wenn es um die Zukunft Corveys geht. Die CDU möchte jetzt zügig eine Einigung mit Kirche und Herzog. Natürlich seien inzwischen fast einjährige Verhandlungen sehr lang, aber in dem Fall müsse absolute Rechtssicherheit geschaffen werden, damit    Dinge  dauerhaft geklärt seien. Auch eine ständige Rücksprache mit dem Zuschussgeber Berlin erfolge.

Unesco beobachtet Vorgänge in Höxter

Wie bekannt wurde, hat inzwischen die Unesco wegen der fehlenden Einigung in Corvey und grundsätzlich wegen der Anerkennung »ein ganz besonderes Auge« auf ihr zweitjüngstes Welterbe geworfen. Zwei Experten waren bereits zu einem angekündigten Monitoring-Besuch in Corvey und haben ausführlich Fragen zur Entwicklung gestellt.

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