Weinlese auch im Weserbergland: Fürstäbte pflanzten 1680 erste Reben Gute Ernte im Corveyer Weinberg

Höxter (WB). In einem der wenigen Weinberge in Ostwestfalen hat die Weinlese begonnen.

Von Michael Robrecht
Erste große Weinlese im neuen Höxteraner Weinberg am Räuschenberg: Michael Rindermann (rechts) und Heiko Böddeker stoßen  auf den  reichen Ertrag des »guten Jahrgangs 2015« an.
Erste große Weinlese im neuen Höxteraner Weinberg am Räuschenberg: Michael Rindermann (rechts) und Heiko Böddeker stoßen auf den reichen Ertrag des »guten Jahrgangs 2015« an. Foto: Michael Robrecht

Das gute Wetter der vergangenen Wochen mache aus dem Jahrgang 2015 am »Corveyer Hexenstieg« bei Höxter einen hervorragenden Tropfen, schwärmt Michael Rindermann. Der Corveyer Weinexperte vom Heimat- und Verkehrsverein hat mit Rebenpaten erstmals reichlich Trauben an 99 Stöcken geerntet. Eine Flasche pro Rebe sei der Ertrag. Die weiße Rebensorte »Phoenix« und die roten Trauben von »Regent« hätten sich am Berg in Südlage hoch über Weser und Welterbe Corvey prachtvoll entwickelt. Der Wein wird gekeltert und soll Mitte 2016 vorgestellt werden.

Der neue Weinberg an historischer Stelle soll noch wachsen. Er setzt eine 335 Jahre alte Tradition der Corveyer Fürstäbte fort. Der Weinberg muss ab 1680 für 25 Jahre ein kleines Paradies gewesen sein. Fürstabt Christoph von Bellinghausen baute barocke Häuser und Terrassen. 18 Morgen waren die Weinberge einst groß.

Während die Dänen-Königin vor 300 Jahren den Corveyer Wein lobte, musste damals der Beverunger Bürgermeister, der am Vitus-Fest im Juni zum Frühschoppen schon vor der Prozession eine ganze Flasche vom promillehaltigen und wohl sehr unbekömmlichen Wein getrunken hatte, während der Feiern wegen lautstarker Störungen von Begleitern weggetragen werden. Die genaue Wirkung des Weinjahrgangs 2015 wird demnächst zu erleben sein.

Die Katholische Kirchengemeinde bietet regelmäßig Führungen durch den historischen Weinpfad im Weinberg an: Ein Ökumenischer Weinpfad ist dort angelegt worden.

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