Verwaltung will freilaufende Katzen auch in Höxter kennzeichnen und registrieren Stadt fordert Kastrationspflicht

Höxter (WB). Für freilaufende Katzen soll bald Schluss mit Frühlingsgefühlen sein. Die Stadtverwaltung in Höxter möchte Katzenhalter verpflichten, ihre Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen – sofern sie Zugang zum Freien haben.

Von Michael Robrecht
Die Stadt-Verwaltung will freilaufende Katzen auch in Höxter kennzeichnen und registrieren.
Die Stadt-Verwaltung will freilaufende Katzen auch in Höxter kennzeichnen und registrieren. Foto: WB

Der Hauptausschuss in Höxter wird sich in seiner Sitzung am Montag, 7. September, ab 18.30 Uhr mit einer Änderung der »Ordnungsbehördlichen Verordnung« befassen, wo als §6 eine Kastrations-,  Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht aufgenommen werden soll. Sollte der Rat zustimmen, müssten alle Katzenhalter in Höxter und den Ortschaften alle ihre Tiere, die Zugang ins Freie haben, von einem Tierarzt kastrieren  lassen. Mit einer Tätowierung oder einem Mikrochip müssen die Tiere zudem noch gekennzeichnet werden. Die Freilauf-Katzen (ab  dem Alter von fünf Monaten) werden dann noch in einer Datenbank registriert. Ausnahmen gibt es nur für Katzenhalter, die eine Zucht betreiben. Es gibt Strafen bei Zuwiderhandlung. 

Josef Stukenbrock (Stadtsprecher) sagte, dass in der Bürgermeisterkonferenz Einigkeit bestand, die Katzenkastration in allen zehn Städten im Kreis Höxter einzuführen. Brakel, Bad Driburg und Warburg haben sie schon beschlossen.

Zum Hintergrund: Obwohl durch Tierfreunde und Tierschutzvereine bereits viele Katzen  kastriert werden, steigt die Anzahl der Tiere  auch im Kreis Höxter an. Vermehrt werden Krankheiten unter  Katzen verbreitet und  Singvögel bejagt. Teile der Bürgerschaft fühlt sich  belästigt.  Außerdem werden die Tierheime durch als Fundtiere und halbverwilderter Jungtiere abgegebene herrenlose Katzen, oft auch ganze Würfe, besetzt, so dass von zuhause weggelaufene Katzen nicht mehr aufgenommen und an den Besitzer zurückgegeben werden können.

Jede vermehrungsfähige Katze, die frei draußen laufen darf, wird sich früher oder später vermehren und kann zwei  mal im Jahr jeweils vier  bis sechs  Nachkommen zeugen.  Deswegen müssen männliche und weibliche Freigängerkatzen ab dem fünften  Lebensmonat kastriert werden, um eine Fortpflanzung  zu verhindern. Gleichzeitig sollen laut Experten  Katzen gesünder sein, »weil die Gefahr der Ansteckung mit Katzenkrankheiten ohne Geschlechtsverkehr und Revierkämpfe deutlich geringer ist«.

Nur durch die Kennzeichnung kann die erfolgte Kastration nachvollzogen und geprüft werden. Außerdem ist die Maßnahme bei   Freigänger-Katzen sinnvoll, um diese bei der  Abgabe im Tierheim einem Halter zuordnen und zurückgeben zu können. Jeder Tierarzt, der eine Kleinpraxis betreibt, kastriert Katzen. Dies erfolgt üblicherweise nach vorheriger Terminabsprache. Über Durchführung und Folgen der Kastration und Kennzeichnung und die Kosten berät  ebenfalls der Tierarzt.

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