Tödlicher Absturz auf dem Räuschenberg: Luftaufsichtsbehörde wertet Untersuchung aus »Flugzeugtür war geöffnet«

Höxter (WB). Der Schock sitzt immer noch tief: Einen Tag nach dem tödlichen Absturz eines 36-jährigen Ultraleichtfliegers auf dem Flugplatz Höxter-Holzminden ist die Betroffenheit groß.  Derweil wertet die Bezirksregierung Münster als Luftaufsichtsbehörde erste Ergebnisse ihrer Untersuchungen am Wrack aus.

Von Dennis Pape
Das Wrack des verunglückten Fliegers ist im Hangar  des Höxteraner Flugplatzes  untergebracht und untersucht worden.
Das Wrack des verunglückten Fliegers ist im Hangar des Höxteraner Flugplatzes untergebracht und untersucht worden. Foto: Dennis Pape

Die Luftaufsichtsbehörde – die Kriminalpolizei Höxter hat den Fall an die Experten weiter gegeben –  hat den völlig zerstörten  Ultraleichtflieger bereits am Sonntag geborgen und vorerst  im Hangar  am Flugplatz untergebracht. »Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der Pilot tatsächlich versucht haben muss, die  linke Tür während des Starts zu schließen. Es gibt deutliche Spuren, dass sie beim Aufprall nicht verschlossen war«, betont Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung Münster.

Mehrere Augenzeugen,  die beim Treffen von Ultraleichtfliegern aus ganz Deutschland dabei waren,  hatten ebenfalls  berichtet, dass  der 36-Jährige  angesichts der geöffneten Tür die Kontrolle über den Flieger verloren habe. Die Frage, warum der nach WESTFALEN-BLATT-Informationen durch mehrere 100 Flugstunden erfahrene Pilot nicht mit  geöffneter Tür  seinen Flug fortgesetzt hat, wird nicht beantwortet werden können. Mehrere Experten betonten gestern gegenüber dieser Zeitung, dass eine geöffnete Tür keine große Gefahr darstelle und man in diesem Fall lediglich eine baldige Landung forcieren sollte.

Rettungsrakete nicht gezündet

Herausgefunden hat die Luftaufsicht bereits auch,  dass der Pilot die an Bord befindliche Rettungsrakete, die einen Fallschirm in die Luft schießt, nicht gezündet habe. »Das Rettungssystem kann lediglich ab einer gewissen Höhe aktiviert werden – es hätte   in diesem Fall nicht geholfen«, führt  die Sprecherin aus.

Dr. Nikolaus Müller, Vorsitzender  des Luftsportvereins Höxter,   betont derweil: »Wir sind immer noch geschockt – in der gesamten Szene herrscht tiefe Trauer.  Ich habe bereits mit der Witwe telefoniert. Wir alle müssen jetzt die Angehörigen unterstützen, ohne uns aufzudrängen.« Dies gelte auch für einen möglichen Trauer-Akt auf dem Flugplatz – hier werde man mit etwas Abstand  mit der Familie sprechen.

Die Maschine   war  nach Auskunft  von Mitarbeitern  des Flugplatzes  in Besitz einer Haltergemeinschaft. Neben dem  verunglückten Piloten gehörte sie einem zweiten Flieger aus der Oberpfalz. Dieser will  das Flugzeug nach Auswertung  der Untersuchungen  entsorgen lassen

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