25 Mitarbeiter betroffen – Baustellen ruhen vorerst Bauunternehmen Kleine stellt Insolvenzantrag

Boffzen (WB). Das ist ein schwerer Schlag für die Mitarbeiter, Bauherren, die heimischen Handwerksbetriebe, Lieferanten und für Geschäftsführer Torsten Schmidt: Er hat für das Bauunternehmen Friedrich Kleine und die Bauinvest VV Boffzen Insolvenzantrag gestellt.

Von Ingo Schmitz
Nichts geht mehr: Stillstand auf dem Firmenhof.
Nichts geht mehr: Stillstand auf dem Firmenhof. Foto: Ingo Schmitz

»Wir haben sofort Baustopp verhängt. Meine 25 Mitarbeiter musste ich freistellen. Heute werden wir hoffentlich erfahren, welche angefangenen Baustellen zu Ende geführt werden können«, sagt Schmidt. Die Gründe für die Insolvenz seien – wie immer – vielschichtig. Hauptgrund sei sein jüngstes Bauprojekt »Am Sägeborn«, das in diesem Jahr von der »Bauinvest« in Boffzen fertig gestellt worden ist. Das komplette Erdgeschoss ist zwar langfristig vermietet. Allerdings fanden die darüber liegenden Wohnungen keine Käufer.

»Das hatte zur Folge, dass die Verpflichtungen gegenüber der Bank anschwollen. Ich habe zunächst versucht, dies über das Bauunternehmen abzufangen. Danach habe ich private Einlagen und Bürgschaften getätigt. Am 10. Juli habe ich mit der Kredit gebenden Bank gesprochen. Man hat uns nicht genügend Zeit für die Vermarktung gelassen. Es gab Interessenten. Das überraschende Gesprächsergebnis hat dazu geführt, dass ich nach Rücksprache mit einem Rechtsanwalt die Insolvenzanträge gestellt habe – auch privat. Mein Haus in Fürstenberg steht zum Verkauf«, zieht der Architekt eine bittere Bilanz.

Vor zehn Jahren hat er die Baufirma übernommen. Nach dem erfolgreichen Bauprojekt Kolkanger auf der anderen Straßenseite habe er nicht mit einer solchen Entwicklung gerechnet. »Es gibt offenbar eine Übersättigung am Wohnungsmarkt. Wir haben es nicht geschafft zu verdeutlichen, welche Vorteile die Wohnungen am Sägeborn über dem Pflegedienst haben.«

Allerdings käme noch die schwierige Situation in der Baubranche hinzu: Der Preisdruck sei enorm. Die Auftragslage hier im ländlichen Raum reiche nicht aus. Die Saison habe in diesem Jahr spät begonnen, dadurch hätten Umsätze gefehlt, sagte Schmidt. Und auch die Zahlungsmoral der Auftraggeber sei nicht immer optimal.

Schmidt bedauert dass die Probleme, die sich nun auftun, sehr unangenehm auch für andere werden können: »Durch die Insolvenz besteht die Gefahr, dass auch andere Firmen zumindest in Schieflage geraten können.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.