Bilanz des Unwetters: Straßenüberflutungen, Hagelschlag, umgestürzte Bäume und vollgelaufene Keller Donnerwetter hinterlässt Schäden

Höxter (WB). Die heftigen Gewitter mit Starkregen und Hagel haben kreisweit Schäden verursacht. Es gab Überflutungen und Schlammwalzen, umgestürzte Bäume versperrten Straßen. Gestern begann das große Aufräumen.

Von Michael Robrecht
Überflutete Straßen nach Starkregen: Die Kanalisation in der Kernstadt von Höxter (hier Gartenstraße/Ecke Papenbrink)) kann die enormen Wassermassen nicht mehr aufnehmen – aus den Gullys wird das Regenwasser wieder zurückgespült.
Überflutete Straßen nach Starkregen: Die Kanalisation in der Kernstadt von Höxter (hier Gartenstraße/Ecke Papenbrink)) kann die enormen Wassermassen nicht mehr aufnehmen – aus den Gullys wird das Regenwasser wieder zurückgespült. Foto: Harald Iding

Polizei und Feuerwehr waren am Samstag und am Sonntag vielerorts pausenlos im Einsatz. Die Kreisleitstelle in Brakel hat gestern Bilanz der Gewitterabende gezogen. Leiter Heinrich Muhr stellte fest: »Das Unwetter hatte überwiegend eine nicht so lange Einwirkzeit auf die betroffenen Gebiete. Größere Schäden gab es nicht.«

Wo die Hagelfronten jedoch lang zogen, da hinterließen sie zerstörte Gartenanlagen, Sprünge im Fensterglas von Wintergärten oder große Beulen auf Autos. Der Schaden geht in die Zehntausende. Die Hagelkörner waren teilweise sehr dick: »Hagel durchbrach sogar Jalousien«, berichteten Höxteraner aus der Siedlung. Das habe es lange in dieser krassen Form nicht gegeben. Die Versicherungen hatten gestern besonders in der Kreisstadt Höxter einiges aufzunehmen.

Ostern im Juli? Hagelkörner so groß wie Tischtennis-Bälle hat Leserin Eike Breustedt aus Höxter am Wochenende mit der Kamera festgehalten.

Heinrich Muhr schilderte in seiner Bilanz, dass 90 Feuerwehrleute am Sonntag im Einsatz gewesen seien. Bis 21.40 Uhr seien die Aufräumarbeiten abgeschlossen gewesen. Viele Bäume kippten um, Keller – wie in Albaxen oder Boffzen – liefen voll. In einem Haus an den Herrenhöfen stand die braune Flut 40 Zentimeter hoch im Keller.

Am Godelheimer See, wo wegen der hohen Temperaturen am Wochenende tausende unterwegs waren, flogen Zelte weg. Am Ahlemeyer-See kippte der Sturm einen Wohnwagen um und blies Hütten davon. Niemand kam zu Schaden. So extrem sei es dort lange nicht gewesen, sagten Badegäste.
In Natingen stand am Sonntag um 16.30 Uhr der Dachstuhl eines Hauses in Flammen. Kurze Zeit später war das Unwetter da. Die vierköpfige Familie konnte sich retten. Es war nicht, wie erst befürchtet, ein Blitzschlag: Ein technischer Defekt im Ventilator löste den Brand aus. Der Sachschaden im Haus beträgt 250 000 Euro.

Kommentare

Hagelschaden

"Die Versicherungen hatten gestern besonders in der Kreisstadt Höxter einiges aufzunehmen."

Na toll, Auto ist Haftpflicht versichert, Hagelschaden geht auf mich. So heiß war es noch nie und entsprechend stark sind dann scheinbar die Unwetter, wenn das öfters vorkommt braucht man ne Hagelschutzplane.

Gruß aus Höxter

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.