Immer mehr bedürftige Bürger und Flüchtlinge werden vom Höxter-Tisch versorgt 2300 Menschen brauchen Hilfe

Höxter (WB). 2300 Menschen stehen in der Versorgungsliste von Roland Orgorzelski und dem Höxter-Tisch. Und es werden immer mehr.

Von Michael Robrecht
Hala Gorges und Roland Orgorzelski halten auch in der Kühlkammer Nahrungsmittel für die Besucher bereit.
Hala Gorges und Roland Orgorzelski halten auch in der Kühlkammer Nahrungsmittel für die Besucher bereit. Foto: Michael Robrecht

Die  Flüchtlingszuweisungen in die  Region machen  sich  bei der Tafel konkret bemerkbar. Laut Orgorzelski stoße man   langsam an  Grenzen und an rote Linien, was die Kapazitäten angehe.   In  diesen Sommermonaten ist das Team im Hinterhaus Westerbachstraße 19 (Eingang Papenstraße) weiter fleißig und füllt besonders die Kühlkammer immer wieder mit frischen Lebensmitteln auf. Supermärkte, Bäcker und  andere Spender helfen mit, dass immer Ware vor Ort ist.

Wenn das Einkommen nicht mehr für das tägliche Brot reicht, dann beginnt die Arbeit vom Höxter-Tisch.  Ehrenamtliche Helfer wie Hala Gorges haben es sich zur Aufgabe gemacht, Familien und Mitbürgern in Not zu helfen. »Seit Juli 2007 ist der Höxter-Tisch ein eingetragener Verein, der sich für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen in und um Höxter einsetzt. Dies betrifft besonders die allein erziehenden Mütter und Väter, Familien, aber auch viele Senioren«, sagt   Roland Orgorzelski, der zwölf und mehr Stunden für die Tafel unterwegs ist, um Lebensmittel zu besorgen. »Nahrungsmittelspenden erhalten wir von Supermärkten, Lebensmittelhändlern, Bäckereien, Hotels und Restaurants aus Höxter und Umgebung. Diese Spenden werden  täglich abgeholt und eingelagert. Dabei achten wir stets darauf, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden.  Wir arbeiten eng mit dem Gesundheitsamt zusammen und unterliegen  Kontrollen«, schildert Orgorzelski, der zumeist  die Ware persönlich abholt, damit er den Überblick behält, was da ist und was fehlt. Er dankt den Spendern herzlich und  würde sich freuen, weitere Märkte für Lebensmittelspenden begeistern zu können, weil die Zahl der zu versorgenden Menschen  monatlich wachse.

Viele  Höxteraner Bürger unterstützen  das Team mit Spielzeug, Kleidung und Sachspenden. »Eine Frau aus einer Ortschaft kocht uns regelmäßig bis zu 80 Portionen Suppe und backt Brot. Ein Höxteraner bringt regelmäßig Kisten mit Nudeln«, weiß er von stillen Helfern zu erzählen. Orgorzelski berichtet aber auch davon, dass die Ansprüche mancher Gäste wachsen. Für Sonderwünsche, beispielsweise für Moslems,  oder teure Waren habe er oft nicht genug Spendengelder. Da müssten dann auch Leute enttäuscht werden. Zudem bekomme für den Einkauf (zwei Euro) nur derjenige Zugang, der auch einen Berechtigungs- und Bedürftigkeits-Nachweis vorlege. Flüchtlinge würden jetzt auch mit versorgt.  Das Team sorge zudem  für Menschen – oft ältere Frauen  –  die sich tagsüber nicht trauten zur Tafel zu kommen. Sie würden diskret abends beliefert. 

Über jede Spende ist der Höxter-Tisch dankbar. Miete, Strom, Benzin: Hilfe kostet Geld. Öffnungszeiten: Montag 16.30 bis 18 Uhr, Dienstag 10 bis 14 Uhr, Mittwoch und Freitag nach Vereinbarung, Donnerstag 16 bis 18 Uhr. Telefonkontakt:  05271-36145 oder 01725210237 (Roland Orgorzelski).

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