Sportflieger in Mühlenberg im Solling zerschellt Flugzeug bei Holzminden abgestürzt: zwei Tote

Holzminden (WB). Bei Holzminden in Niedersachsen ist am Dienstagabend ein Kleinflugzeug abgestürzt. Dabei sind beide Insassen ums Leben gekommen.

Von Michael Robrecht
Mitten im Solling-Hochwald beim 90-Seelenort Mühlenberg nahe Holzminden ist am Dienstag kurz vor 21 Uhr ein Flugzeug (Jabiru J430 F-PFAJ Private) abgestürzt. Zwei Männer kamen ums Leben. Das Wrack liegt mitten Wald und ist zu Fuß erst nach einem längeren Aufstieg erreichbar.
Mitten im Solling-Hochwald beim 90-Seelenort Mühlenberg nahe Holzminden ist am Dienstag kurz vor 21 Uhr ein Flugzeug (Jabiru J430 F-PFAJ Private) abgestürzt. Zwei Männer kamen ums Leben. Das Wrack liegt mitten Wald und ist zu Fuß erst nach einem längeren Aufstieg erreichbar. Foto: WB

Laut Polizei ist die Absturz-Ursache nahe der Grenze zu NRW noch völlig unklar. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen aus Braunschweig (BFU) sind vor Ort und haben noch in der Nacht zum Mittwoch die Ermittlungen in dem unzugänglichen Solling-Gelände aufgenommen.

Das Flugzeug war am Dienstagabend kurz vor 21 Uhr in den Wald bei Mühlenberg (90-Einwohner-Vorort südöstlich von Holzminden) gestürzt. Bürger hörten einen Knall und sahen umherfliegende Trümmer. Flugzeugteile sind bis auf die angrenzende Bundesstraße 497 Richtung Neuhaus geschleudert worden – sogar in meinen Garten, sagte Ortsvorsteher Gerd Schläger am Mittwochmittag dem WESTFALEN-BLATT. Rettungskräfte waren erst nach einer Weile vor Ort mitten im Fichten-Hoch-Wald, aber helfen konnten sie den Insassen nicht mehr.

Die Identität der Toten ist noch nicht geklärt

Wer die beiden toten Männer sind und woher sie genau kommen, ist noch unbekannt. Der Flieger vom Typ Jabiru J430 F-PFAJ Private war auf dem Weg von Dinslaken nach Sachsen-Anhalt, haben Mitarbeiter der BFU herausgefunden. Bei dem Flieger handelt es sich um ein einmotoriges Sportflugzeug. Weitere Details zum Flugzeugsbsturz werden im Laufe des Nachmittags bekanntgegeben.

Rettungskräfte berichteten, dass es eine Stunde hat es gedauert habe, bis Einsatzkräfte nach dem Absturz die Leichen der Verunglückten überhaupt bergen konnten. Unklar ist bislang, warum die Maschine bei Nieselwetter und Nebel abstürzte. Offenbar hat sie mehrere Baumwipfel über dem Sollingdörfchen zwischen Holzminden und Neuhaus gestreift.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll es sich bei dem einmotorigen Propellerflugzeug um eine Maschine aus Frankreich handeln, gab die Polizei bekannt. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) aus Braunschweig berichtet, dass das Flugzeug eine französische Kennung habe. Doch ob es auch dort startete, ist nicht bekannt. Zum Flugplatz Höxter-Holzminden und zum Flugplatz Hildesheim gehöre die Unglücksmaschine nicht, hieß es dort auf Anfrage. Ebenso unklar ist die Ursache für den Absturz. Experten prüfen derzeit, wie der Flieger vor seinem Absturz Baumwipfel berührt hat.

Suchhubschrauber musste wegen schlechten Wetters umkehren

Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte so schlechtes und diesiges Wetter, dass sogar ein Such-Hubschrauber abdrehen musste. Auch ein weiterer Helikopter aus Hessen brach seinen Anflug nach Mühlenberg ab, hieß es am Abend. Nur wenige Spezialfahrzeuge der Feuerwehr konnten an die Unglücksstelle gelangen. Durch den Regen war der Waldboden stark aufgeweicht.

Es ist bereits der zweite Flugzeug-Absturz im Weserbergland innerhalb von wenigen Wochen. Erst Anfang Mai war bei Bad Münder (Landkreis Hameln-Pyrmont) am Deister ein 67-jährige Pilot aus Schleswig-Holstein ums Leben gekommen.

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