Ministerin Löhrmann zeichnet 32 Lebensretter mit der Rettungsmedaille des Landes aus Timo Schnabel rettet Hausbewohner

Höxter/Köln (WB/rob). Timo Schnabel aus Höxter ist für seine mutige Rettungsaktion bei einem Hausbrand von der Landesregierung belobigt und mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet worden. Die Feierstunde fand in Köln statt.

Landesministerin Sylvia Löhrmann hat Lebensretter Timo Schnabel aus Höxter mit der Rettungsmedaille des Landes NRW ausgezeichnet.
Landesministerin Sylvia Löhrmann hat Lebensretter Timo Schnabel aus Höxter mit der Rettungsmedaille des Landes NRW ausgezeichnet. Foto: WB

IIn Vertretung für Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat Ministerin Sylvia Löhrmann 32 Frauen und Männer mit der NRW-Rettungsmedaille geehrt, sieben weitere erhielten eine »Öffentliche Belobigung«. In der Feierstunde im Kölner Aquarium dankte die Ministerin den Rettern für ihren selbstlosen Einsatz: »Mit der Rettungsmedaille ehren wir Persönlichkeiten, die außergewöhnlichen Mut bewiesen und unter Gefahr für sich selbst das Leben anderer Menschen gerettet haben. Sie sind wirkliche Heldinnen und Helden und Vorbilder für uns alle.« Die Auszeichnung wird seit 1951 verliehen. Seit Bestehen wurde die aus Silber gefertigte Medaille nur etwa 1000 Mal verliehen.

Der 19-jährige Polizeikommissaranwärter Timo Schnabel hat nicht lange gezögert, als er auf dem Nachhauseweg am frühen Morgen des 29. Juni 2014 die Wilhelm-Haarmann-Straße in Höxter passierte und plötzlich Feuer im Dachgeschoss eines zweigeschossigen Wohnhauses sah. Dicker Qualm quillt aus dem Fenster der Wohnung. Timo Schnabel handelt sofort, lobte die Ministerin. Er ruft Bewohnern der Nachbarhäuser zu, die auch auf das Feuer aufmerksam geworden sind, die Feuerwehr zu alarmieren. Schnabel selbst läuft schnell zur Haustür, um die Mieter aufzuwecken. Die Bewohnerin der Erdgeschosswohnung sieht vom Lärm aufgeschreckt aus dem Fenster und öffnet ihm sofort die Haustür.

»Ich habe da schon alle Klingelknöpfe an dem von drei Mietparteien bewohnten Haus gedrückt«, befürchtet der Höxteraner. Timo Schnabel erfährt, dass in der brennenden Dachgeschosswohnung ein Mann wohnt. Sofort rennt er die Treppenstufen hoch. Die Wohnungstür ist verschlossen. Durch ein kleines, beschädigtes Türfenster kann er in die völlig verqualmte Wohnung sehen. Er ruft durch das Fenster, bekommt aber nur kurz Antwort von dem verletzten Mieter. Danach ist es still. Timo Schnabel tritt die Wohnungstür ein. Im Wohnungsflur findet er den 29-jährigen Bewohner, der sich desorientiert auf allen Vieren über den Boden bewegt. Schnabel hilft ihm auf und stützt ihn auf dem Weg nach draußen.

Rettungskräfte, Krankenwagen, Feuerwehr und Polizei nehmen beide in Empfang und bringen sowohl den Mann als auch Timo Schnabel zur Behandlung ins Krankenhaus. Beide erleiden eine Rauchgasvergiftung. Die übrigen sechs Hausbewohner haben sich selbst unversehrt retten können.

Vize-Ministerpräsidentin Löhrmann lobt: »Timo Schnabel hat durch sein umsichtiges Eingreifen dafür gesorgt, dass alle im Haus lebenden Personen sich ohne gesundheitliche Schäden aus dem Gefahrenbereich retten konnten. Für den Bewohner der Dachgeschosswohnung bestand akute Lebensgefahr. Der Mann wäre nicht zuletzt durch seinen alkoholisierten Zustand allein nicht in der Lage gewesen, die Wohnung zu verlassen.« Ohne Timo Schnabel hätte die Rauchgasvergiftung des Mieters mit großer Wahrscheinlichkeit zum Tod geführt. Er selbst befand sich aufgrund der Rauchgasvergiftung auch in Lebensgefahr. Mit seinem selbstlosen Einsatz hat er die »dienstlichen Obliegenheiten« eines angehenden Polizeibeamten, Gefahren von der Allgemeinheit abzuwehren, in erheblichem Maß überschritten.

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