Bauarbeiten beginnen nach Erntezeit – Godelheimer B64-Schlangen in Mario-Barth-Sendung Schlingnattern ziehen im Herbst um

Höxter/Godelheim (WB). Die sichtbaren Bauarbeiten für die Umsiedlung der Schlingnattern entlang der Bundesstraße 64 sollen nach Abernten der Felder im September bei Godelheim beginnen. Diesen ersten konkreten Termin für das umstrittene Vorhaben bestätigte der Landesbetrieb Straßen NRW.

Von Michael Robrecht
So werden sie aussehen, die Steinhaufen und Verstecke für die gut 150 Schlingnattern, deren genaue Zahl jedoch bisher völlig unbekannt ist.
So werden sie aussehen, die Steinhaufen und Verstecke für die gut 150 Schlingnattern, deren genaue Zahl jedoch bisher völlig unbekannt ist. Foto: M. Robrecht

Gerhard Hüllweg, Sprecher des Straßenbaulastträgers in Paderborn, sagte, dass in diesem Frühjahr noch keine Bagger vorfahren würden, »sondern zurzeit bereiten wir erst einmal die Ausschreibungen für das Projekt vor«. Das sei der erste konkrete Arbeitseinstieg von Straßen NRW in das Projekt. Vor einigen Tagen habe die Landesbehörde den Godelheimer Landwirten, von denen man Grundstücke für die neuen Schlangen-Siedlungsgebiete mit Schotterhügeln abgekauft habe, die letzte Bestellung der Felder kurzfristig zugesagt. So könne dort eine Aussaat doch noch ermöglicht werden, was bisher unklar war. Da die Ausschreibung nach EU-Recht und die Vergaben der Aufträge seine Zeit dauere, werde eine Ernte noch möglich sein. Dann jedoch solle im Frühherbst mit Erdarbeiten und der Anlage von Steinhaufen im Bereich Brunsberg/Taubenborn und am westlichen Ortsrand von Godelheim begonnen werden, so die Planungen.

Gerhard Hüllweg wies darauf hin, dass man mit dem Schlangenumzug sehr zügig beginnen müsse, um die gesetzlich geforderten fünf Jahre für den Nachweis einer erfolgreichen Umsiedlung der geschätzten 130 bis 150 Schlingnattern schnell zu erreichen. Hintergrund: Ohne den gutachterlichen Nachweis, dass sich die Schlingnattern in den neuen Oasen dauerhaft wohlfühlen, darf die neue B64 nicht gebaut werden. Parallel liefen die Arbeiten zur Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens für die Bundesstraße unverzüglich weiter. Da sei man auf einem guten Weg, denn man wolle das Projekt zum Erfolg führen.

Bei einem Pressegespräch im Januar hatte die Straßen-NRW-Leitung darauf hingewiesen, dass die 1,4 Millionen Euro für die neuen Schlangen-Korridore bewilligt seien und als vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im B64-Lückenschluss-Gesamtpaket berücksichtigt werde. Nun könnten die neuen Siedlungen für die geschützten Schlangen tatsächlich gebaut werden. Weitere Grundstücksverhandlungen mit Godelheimer Landwirten laufen zurzeit noch, weil noch nicht alle Flächen zur Ausweisung eines geschlossenen und vernetzten Siedlungskorridores erworben werden konnten.

Die von der BI »Pro B64« ins Spiel gebrachte alternative Nutzung der stillgelegten Bahnstrecke Ottbergen-Weserbrücke Fürstenberg für die Schlingnattern (wir berichteten) ist komplett vom Tisch. Der Grund: Ein funktionsfähiger Verbindungskorridor zwischen den Schlingnatter-Schwerpunktansiedlungen bei Ottbergen und Höxter sei durch den Umzug an den Bahndamm nicht mehr möglich, werde aber gefordert. Solch ein Umzug halte keiner rechtlichen Prüfung stand, so Straßen NRW mit Blick auf andere Straßenbauplanungen, die vor Gericht gelandet sind.

In der RTL-Sendung »Mario Barth deckt auf« widmet sich der bekannte Comedian der Schlingnatter-Thema vor einem Millionenpublikum (wir berichteten ausführlich über die Dreharbeiten in Godelheim). Voraussichtlicher Sendetermin soll Mittwoch, 1. April, um 20.15 Uhr sein.

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