45.000 Unterschriften auf fünf Kilometern verewigt: Gerberding-Stiftung in US-Standorten Gelbes Band ist weltbekannt

Höxter/Holzminden (WB).  Mehr als 45.000 Menschen haben bisher 5000 Meter »Gelbe Bänder der Verbundenheit« für die Bundeswehrsoldaten in Auslandseinsätzen unterschrieben. Und es sollen noch mehr werden.

Von Michael Robrecht
Besuch in den USA: Kirsten Gerberding und Oberst d.R. Jörg Mertens (rechts) sind in El Paso, Holloman und Reston/Washington gewesen.
Besuch in den USA: Kirsten Gerberding und Oberst d.R. Jörg Mertens (rechts) sind in El Paso, Holloman und Reston/Washington gewesen. Foto: WB

Eine gute Idee macht jetzt sogar Weltkarriere. In den USA werden ab sofort die Gelben Bänder in Militäreinrichtungen der Bundeswehr, in deutschen Schulen und in der Botschaft in Washington zum Unterzeichnen ausgelegt. Das Unternehmerehepaar Kirsten und Horst-Otto Gerberding aus Holzminden betreut im fünften Jahr ein Projekt, das bundesweit Furore macht. Einst in Höxter und Holzminden mit überwältigendem Erfolg gestartet, sind in vielen Kasernen, auf Veranstaltungen oder in Parlamenten wie dem Bundestag Unterschriften und gute Wünsche für deutsche Soldaten gesammelt und dann an die Truppe im Ausland verschickt worden.

Besuch in drei US-Standorten der Bundeswehr

»Dass so etwas für unsere Soldaten organisiert wurde, war längst überfällig. Der Bedarf, den Soldaten den Rücken zu stärken, ist ganz konkret vorhanden und wird von den Männern und Frauen im Einsatz in Afghanistan oder in Mali sehr geschätzt«, freut sich Kirsten Gerberding in ihrer Bilanz über die große Resonanz.
Im Februar warb die Gerberding-Stiftungsvorsitzende auf Bundeswehr-Stützpunkten in Amerika für das Gelbe Band. In El Paso, Holloman/New Mexico und in Reston bei Washington (Bundeswehrkommando USA/Kanada zuständig für 80 Standorte) fand sie schnell die Hilfsbereitschaft, die Aktion auch in Amerika zu starten. Unterstützt wird sie dabei vom Oberst der Reserve Jörg Mertens aus Höxter. Der in Holzminden tätige Richter verbringt jedes Jahr sechs bis acht Wochen als Reserveoffizier in Reston. Dort hat er als stellvertretender Kommandeur der US-Zentrale der Bundeswehr (in Amerika sind 2700 Bundeswehrsoldaten landesweit im Einsatz) alle Möglichkeiten, das Band-Projekt wirkungsvoll zu unterstützen. »Es soll deutlich gemacht werden, dass unsere Soldaten den Rückhalt von zu Hause haben, wenn sie für Deutschland im Einsatz sind«, sagt Mertens. Er begleitet mit den amtierenden Kommandeuren Oberst Joachim Bohn und Heinz Josef Ferlingshoff (beide Bundeswehrkommando USA) sowie dem Verteidigungsattaché der Botschaft, Brigadegeneral Heinz Backen, die »US-Offensive«.

 Das Gelbe Band besteht aus jeweils zwei Meter langen und fünfzehn Zentimeter breiten gelben Stoffbahnen, auf denen die Menschen gute Wünsche auf eine gesunde Rückkehr oder nette Sätze wie »Passt auf Euch auf« schreiben. Kirsten Gerberding, die unermüdlich auf Veranstaltungen für ihr Projekt wirbt, kündigt an, dass sie ihr Engagement fortsetzt und ständig neue Multiplikatoren sucht. Wichtig ist ihr besonders den Amerikanern zu zeigen, dass die Deutschen hinter ihren Soldaten stehen. Dass, was in den USA selbstverständlich sei, nämlich die eigenen Truppen durch Anerkennung zuhause, moralisch zu unterstützen, sei in Deutschland kein Selbstläufer und bedürfe eines ständigen Einsatzes. Das Projekt wird nicht nur von vielen Bürgern, sondern auch vom Verteidigungsministerium unterstützt.

Buch über das Gelbe Band

Kirsten und Horst-Otto Gerberding haben eine 130 Seiten starke Buch-Dokumentation »Die Gelben Bänder« herausgegeben, wo die Erfolgsstory der Gelbes-Band-Aktion beschrieben wird: vom Start in den Kasernen Höxter und Holzminden über den Brückenschlag auf der Weserbrücke Holzminden bis zum Bundestag mit Kanzlerin-Unterschrift sowie der Übergabe an die deutschen Truppen in aller Welt (zuletzt in Mali und bei der Ebola-Bekämpfung in Sierra Leone). Das Buch kann man wie die Gelben Bänder bei Courage-Die-Gerberding-Stiftung in Holzminden bekommen. Auf der Website der Stiftung wird das Projekt auch detailliert vorgestellt.

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